Theologische FakultätEvangelische Theologie

Die Evangelische Theologie ist viel mehr als nur Pfarramt und Lehramt: Theologie studieren heißt, Menschen, Texte und Ideen der Gegenwart und Vergangenheit zu entdecken. Studierende lernen mit einer einzigartigen Methodenvielfalt die christliche Religion zu erforschen.

Evangelische Theologie ist inhaltlich und methodisch als Sprachwissenschaft, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Sozialwissenschaft, Philosophie und Pädagogik vielfältig aufgestellt. Diese Methodenvielfalt erlaubt es die genauso vielfältigen Themen, Fragen und Forschungsgegenstände der einzelnen theologischen Disziplinen zu beleuchten.

Klassisch ist die Theologie in sechs Disziplinen unterteilt. Die beiden exegetischen Fächer Altes Testament und Neues Testament legen die biblischen Texte in ihren Originalsprachen (Hebräisch und Griechisch) aus. Dabei fragen sie nach deren Entstehung (Literaturgeschichte), nach der theologischen Prägung der Texte (Theologie des AT/ NT) sowie nach (sozial-) geschichtlichen Hintergründen und Einflüssen aus der altorientalischen beziehungsweise antiken Umwelt.

In der Kirchengeschichte werden Quellen aus der 2000jährigen Geschichte des Christentums in ihrem historischen Kontext interpretiert.

Das Studium der Systematischen Theologie dient der Auseinandersetzung mit der christlichen Lehrtradition und der Ausbildung eines eigenständigen theologischen Urteilsvermögens in Fragen der christlichen Lehre (Dogmatik) und des christlichen Lebens (Ethik).

Im Fach Religionswissenschaft/Interkulturelle Theologie werden theoretische Ansätze und Kenntnisse zum Islam, Hinduismus und Buddhismus sowie zu neuen religiöse Bewegungen und zur Esoterik vermittelt. Ferner stehen die Theologie- und Christentumsgeschichte Asiens, Afrikas und Lateinamerikas sowie Grundfragen der interkulturellen Theologie (Interreligiöser Dialog, Theologie der Religionen, Mission, kontextuelle Theologien etc.) im Mittelpunkt.

Die Praktische Theologie verbindet die wissenschaftlichen Disziplinen der Theologie mit dem kirchlichen Leben. Wie Glauben in der Gesellschaft gelebt wird, erforscht sie mit Methoden der Soziologie, Psychologie und Pädagogik.

Besonderheiten und Merkmale

Damit der Einstieg ins Studium und der Spracherwerb erfolgreich verläuft, bietet die Theologische Fakultät Einführungsveranstaltungen an und eigene Sprachdozenten lehren Hebräisch, Griechisch und Latein.

Mit 15 Professuren sind ein vielfältiges Lehrangebot, eine interdisziplinäre Ausrichtung und ein besonders gutes Betreuungsverhältnis gewährleistet.

Die fünf exegetischen Lehrstühle mit ihrem je eigenen Profil ermöglichen es den Studierenden, biblische Texte in ihrer ganzen Vielfalt zu studieren. Deutschlandweit einzigartig ist ein Lehrstuhl speziell für die Geschichte des Christentums in den USA. Ein Spezifikum Heidelbergs ist das Ökumenische Institut, an dem das Profil der christlichen Kirchen und Konfessionen und Grundfragen des interkonfessionellen und interreligiösen Dialogs reflektiert werden. Mit jeweils eigenen Lehrstühlen für Predigtlehre (verbunden mit Exegese), Seelsorge, Gemeindeaufbau und Kirchentheorie, Religionspädagogik und Diakoniewissenschaft ist die Praktische Theologie besonders breit aufgestellt.

Ein besonderes Lernambiente schafft die moderne Fakultätsbibliothek der Universität Heidelberg direkt unter dem Schloss – mit über 220.000 Bänden eine der größten theologischen Fachbibliotheken Deutschlands.

Die Theologische Fakultät ist zudem international vernetzt und bietet archäologische Grabungsprojekte sowie Austauschprogramme beispielsweise in die USA, nach Frankreich, England, Israel, Südafrika an.

Ein Abschluss in Evangelischer Theologie befähigt zur Promotion zum Dr. theol. oder PhD (Doctor of Philosophy). Mit ca. 100 Promotionsstudierenden ist die Theologische Fakultät Heidelberg führend in der theologischen Nachwuchsförderung.

Forschung

Die Theologische Fakultät ist im Bereich Forschung national und international aktiv.

Berufsfelder

Abhängig vom Abschlussziel arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Evangelischen Theologie hauptsächlich in Bereich Kirche und Schule. Neben den typischen Feldern Pfarramt und Lehramt eröffnen sich aber auch zahlreiche Möglichkeiten in den Bereichen

  • Medien
  • (Erwachsenen-)Bildung
  • Kultur
  • Informationsmanagement
  • Wissensmanagement
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • Lektorat
  • Verlagswesen
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Insights

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Bibel, unseren Bekenntnissen und der Kirchengeschichte waren ein Grund meiner Studienwahl. Zum anderen sind die Berufsaussichten nach Abschluss des Studiums von der Pfarrerin bis zur Leiterin von Bildungszentren höchst facettenreich. Die Lust am Lesen, an Diskussionen und praktischen Übungen ist mir in diesem Studium von Anfang an geblieben.

Johanna Karcher, 27, Evangelische Theologie, 13. Semester Magister Theologiae

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