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Bereichsbild

Ägyptologie

Studienabschluss: Bachelor of Arts
Bewerbungspflichtig: Nein
Studienbeginn: WS
Regelstudienzeit: 6
Prozentstruktur: 50%; 25%
Sprachnachweise: Latinum oder Graecum oder Hebraicum oder Klassisches Arabisch (im Hauptfach erst zu Beginn der Vertieferungsmodule bzw. im Begleitfach zu Beginn des Grundlagenmoduls Kultur; s. Prüfungsordnung §3.8);
Englisch und Französisch (s. Prüfungsordnung §3.8)
Lehrsprache: Deutsch und Englisch

Philosophische Fakultät

Inhalt des Studiums

Die Ägyptologie gehört in die Gruppe derjenigen Disziplinen, die sich mit der Erforschung einer frühen Hochkultur beschäftigen. Ihr Gegenstandsbereich ist die altägyptische Hochkultur in all ihren Aspekten, beginnend mit der Vorgeschichte und endend mit der arabischen Eroberung Ägyptens. Räumlich behandelt sie den Bereich des unteren Niltals und der angrenzenden Regionen. Sie ist eine historische Disziplin, die zu etwa gleichen Teilen archäologisch, philologisch und allgemein kulturgeschichtlich ausgerichtet ist.
Dabei gehört zu den besonderen Kennzeichen der altägyptischen Kultur, dass Schriftquellen und materielle Kultur besonders eng verwoben sind. Da die Schrift so gut wie in allen Objektgattungen der Architektur und Kunst vorkommt, erfahren auch diese Objekte durch die philologische Erschließung der Auf-, In-, und Beischriften eine unverzichtbare Erläuterung, umgekehrt erschließt sich die Relevanz vieler Texte am besten durch die Beachtung ihres materiellen Aufzeichnungszusammenhangs. Daher ist die Aufspaltung des Faches in Philologie und Archäologie (wie bei der Altorientalistik und Vorderasiatischen Archäologie) für die Ägyptologie nicht möglich. Auch eine epochenmäßige Spezialisierung ist ausgeschlossen, da aufgrund der kontinuierlichen Entwicklung der altägyptischen Kultur und ihres ausgeprägten Konservativismus früheste und späteste Texte und Objekte sich noch gegenseitig erläutern können.

Als unabtrennbare Bestandteile des Faches müssen auch jene Randzonen des so definierten Objektbereichs gelten, die zugleich in die Zuständigkeit anderer Fächer fallen, wie die prähistorischen Kulturen Ägyptens in die Ur- und Frühgeschichte, das hellenistisch-römische Ägypten in die klassischen Altertumswissenschaften, die Koptologie in die christliche Archäologie und die Wissenschaft vom christlichen Orient, auch wenn hier am ehesten eine Tendenz zur Schwerpunktbildung zu beobachten ist. In Heidelberg dürfte die Zusammenfassung mehrerer der genannten Fächer in einem gemeinsamen Gebäude eine besonders günstige Basis für die Pflege auch jener Randgebiete darstellen. Hierbei kommt als Vorteil hinzu, daß Heidelberg einer der wenigen ägyptologischen Studienorte in Deutschland ist, wo auch Demotistik betrieben wird. Weiter außerhalb stehend und in die derzeitige Ausrichtung des Faches in Heidelberg nicht einbezogen ist die Meroitistik, die sich mit der Kultur und Sprache des alten Sudan befasst.

Die Ägyptologie sieht sich in letzter Zeit durch eine Flut von Ausstellungen, populärwissenschaftlichen Publikationen über altägyptische Themen, Sendungen und Meldungen in den Massenmedien sowie ein hierdurch und durch die Möglichkeiten des modernen Tourismus angeregtes Interesse der breiten Öffentlichkeit am alten Ägypten herausgefordert, ihre Forschungsergebnisse in allgemeinverständlichen Darstellungen, Vorträgen, Führungen usw. zusammenzufassen und bekannt zu machen. Dies ist ein Symptom jenes grundlegenden Kennzeichens unserer eigenen Kultur, in einem ständigen Dialog mit der Vergangenheit zu stehen, der zunächst nur mit der klassischen Antike und der biblischen Überlieferung geführt wurde und sich seit der Romantik auch auf andere Bereiche ausgedehnt hat. In diesem Dialog nimmt das alte Ägypten aufgrund seiner wichtigen Rolle in der antiken und biblischen Überlieferung seit der Renaissance einen zentralen Platz ein, der sich mit der Entzifferung der Hieroglyphen durch Champollion noch erheblich erweitert hat.

Aufbau des Studiums

Die Ägyptologie muss und wird immer ein forschungsintensives Fach bleiben, in dem neben der Ausbildung von Studierenden auch die weitergehende primäre Erschließung der Quellen einen hohen Stellenwert hat. Damit befindet sie sich in einer der Altorientalistik vergleichbaren Situation, im Unterschied zu anderen Fächern, deren Wissensgegenstände als weitgehend erschlossen und gesichert gelten dürfen. Für die Lehre ergibt sich aus dieser Situation eine unauflösliche Verklammerung mit der Forschung, für den Studierenden die Schwierigkeit, aber auch Chance, bereits während des Studiums, etwa im Zusammenhang mit Seminararbeiten, Praktika, Exkursionsvorbereitungen oder der Teilnahme an einer Grabung, auf wissenschaftliches Neuland zu geraten und mit Forschungsaufgaben konfrontiert zu werden. In der gemeinsamen Bewältigung der überall anstehenden Forschungsaufgaben ist die vielberufene Gemeinschaft der Lernenden und Lehrenden in der Ägyptologie seit jeher eine notwendige und selbstverständliche Praxis gewesen, die in der Natur der Sache liegt. Die Lehre geht aus der Forschung hervor und in sie über.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Ägyptologie ein anspruchsvolles Studium darstellt. Die Erlernung der Hieroglyphenschrift sowie der Kursive mit ihren verschiedenen Entwicklungsformen, der Sprache mit ihren verschiedenen, das Demotische und Koptische und seine Dialekte einschließenden Stadien, die notwendige Erarbeitung eines genauen Überblicks über alle Gebiete und alle Epochen der Kultur und die frühzeitige Konfrontation mit wissenschaftlichem Neuland stellen höchste Anforderungen an Aufnahmebereitschaft, Gedächtnis, Kombinationsvermögen, selbständiges Denken und vor allem Ausdauer der Studierenden. Hinzukommt die Notwendigkeit, einen beträchtlichen Teil des Wissensstoffs, der in den Lehrveranstaltungen nicht oder nur andeutungsweise thematisiert werden kann, durch eigenes Studium der Primär- und Sekundärliteratur zu erarbeiten.
Studienvoraussetzung ist fließende Lesefähigkeit des Englischen und Französischen. Aber auch Fachliteratur in Niederländisch, Italienisch und anderen Sprachen muss verwendet werden können. Kenntnisse in Latein oder Griechisch ergeben sich aus dem von der Prüfungsordnung vorgeschriebenen Nachweis des Latinums oder Graecums und bewähren sich für das Verständnis der wichtigen Quellen zur ägyptischen Spätzeit, die in diesen Sprachen abgefasst sind. Hebräisch oder klassisches Arabisch, die in der Prüfungsordnung als Alternative zu Latein oder Griechisch vorgesehen sind, helfen im Verständnis mancher Eigenheiten der ägyptischen Sprache. Für die Feldarbeit in Ägypten sind Kenntnisse der ägyptisch-arabischen Umgangssprache unabdingbar.
Im Studium sollen philologische und archäologische Quellen gleichmäßig zur Geltung kommen. Lektürekurse sind vielfach ein geeignetes Mittel, um auch auf die Inhalte einzugehen, doch können gerade Fragen von Religion, Recht oder Verwaltung sowie Geschichte und Wirtschaft fallweise auch in Seminaren mit übergreifenden Referaten eingeübt werden.

Das B.A.-Studium Ägyptologie kann als 1. und als 2. Hauptfach mit einem Studienanteil von 50% aufgenommen werden. Es ist mit einem weiteren Hauptfach mit 50% zu kombinieren.
Der Unterschied zwischen dem 1. und dem 2. Hauptfach besteht darin, dass Studierende im 1. Hauptfach zusätzlich zur mündlichen Prüfung auch eine schriftliche Bachelor-Arbeit anfertigen, während Studierende im 2. Hauptfach nur die mündliche Abschlussprüfung abgelegen.
Das B.A.-Studium im Hauptfach vermittelt durch Einführungs-, Grundlagen- und Vertiefungsmodule die sprachlichen und fachlichen Kompetenzen zum Verständnis der altägyptischen Schrift, Sprache und Kultur.
Das Einführungsmodul Sprache erarbeitet die fundamentalen Kenntnisse der Hieroglyphenschrift und Grammatik des Mittelägyptischen. Am Ende dieses Moduls findet eine Orientierungsprüfung statt. Im Grundlagenmodul wird die Sprachkenntnis durch Textlektüre in die Praxis des Lesens und Übersetzens umgesetzt. Das Vertiefungsmodul ergänzt die Kompetenz durch Erwerb der Hieratischen Schriftform und der Neuägyptischen Sprachstufe.
Das Einführungsmodul Kultur vermittelt durch zwei Proseminare erste Kenntnisse in der Kultur, Geschichte, Archäologie und Kunst Altägyptens. Ein Sammmlungspraktikum und ein Exkursionsseminar mit anschließender Exkursion in ein Museum geben als Grundlagenmodul einen Überblick über die wichtigsten archäologischen Denkmälergattungen, die Baugeschichte und die bildende Kunst. Das abschließende Vertiefungsmodul Kultur erweitert die fachliche Kompetenz durch zwei Hauptseminare.
Den B.A.-Studiengang Ägyptologie als 1. Hauptfach beenden zwei Abschlussmodule. Sie umfassen die Erstellung einer schriftlichen Bachelor-Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit zwischen dem 5. und 6. Semester (Abschlussmodul 2) und eine mündliche Prüfung nach dem Ende des 6. Semesters (Abschlussmodul 1).
Der B.A.-Studiengang Ägyptologie als 2. Hauptfach wird durch eine mündliche Prüfung beendet (Abschlussmodul 1).
Parallel zu den Lehrveranstaltungen im 1. und 2. Hauptfach Ägyptologie sollen die Studierenden im Modul Übergreifende Kompetenzen die Gelegenheit erhalten, fach- und studiengangsübergreifende Kompetenzen zu erwerben.

Das B.A.-Studium Ägyptologie kann als Begleitfach mit einem Studienanteil von 25% aufgenommen werden. Es ist mit einem Hauptfach mit einem Studienanteil von 75% zu kombinieren.
Das B.A.-Studium im Begleitfach vermittelt durch Einführungs- und Grundlagenmodule die Basis der sprachlichen und fachlichen Kompetenzen zum Verständnis der altägyptischen Schrift, Sprache und Kultur.
Das Einführungsmodul Sprache erarbeitet die fundamentalen Kenntnisse der Hieroglyphenschrift und Grammatik des Mittelägyptischen. Am Ende dieses Moduls findet eine Orientierungsprüfung statt. Im Grundlagenmodul wird die Sprachkenntnis durch Textlektüre in die Praxis des Lesens und Übersetzens umgesetzt.
Das Einführungsmodul Kultur vermittelt in einem Proseminar erste Kenntnisse in der Kultur, Geschichte, Archäologie und Kunst Altägyptens. Diese Kenntnisse werden im Grundlagenmodul durch ein Hauptseminar ausgebaut.

Grundsätzlich können mit dem Hauptfach/Begleitfach Ägyptologie alle Fächer kombiniert werden, deren Studiengang eine entsprechende B.A./Master-Prüfungsordnung aufweist.

Empfohlene Fächerkombinationen sind:

  1. Fächer, in deren Zuständigkeitsbereich ägyptische Befunde fallen, wie z.B. Ur- und Frühgeschichte, Byzantinische Archäologie und Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Papyrologie und Klassische Philologie,
  2. "Feldnachbarn" wie Assyriologie, Vorderasiatische Archäologie, Semitistik, Islamwissenschaft u.a. und
  3. methodologisch und theoretisch benachbarte Disziplinen wie (außer einigen der oben genannten) z.B. Religionswissenschaft, Kunstgeschichte, Ethnologie.

 

Formalia

Bewerbung und Zulassung

Es besteht keine Zulassungsbeschränkung; Informationen zur Immatrikulation finden Sie hier.

Ausländische Studienbewerber

Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Dezernat Internationale Beziehungen der Universität Heidelberg (Seminarstraße 2).

Fächerkombinationen

Die möglichen Fächerkombinationen ergeben sich aus dem Fächerkatalog.

Studien- und Prüfungsordnungen

Bachelor Prüfungsordnung

Modulhandbuch

Das aktuelle Modulhandbuch finden Sie hier.

Prüfungsausschuss

Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung.

Gebühren

Für ein Studium an der Universität Heidelberg fallen zu Beginn jedes Semesters Gebühren an.

Masterstudiengang

Die Universität Heidelberg bietet den konsekutiven Masterstudiengang Ägyptologie an.

Fachstudienberatung

Fabian Wespi, M.A.
Ägyptologisches Institut
Voßstr. 2, Gebäude 4410
69115 Heidelberg
Sprechstunde: nach Vereinbarung
Tel.: +49 (0)6221-54-2534
E-Mail: fabian.wespi@uni-heidelberg.de

Kontakt

Ägyptologisches Institut
Voßstr. 2, Gebäude 4410
69115 Heidelberg

Sekretariat

Tel.: +49 (0)6221-54-2533
Fax: +49 (0)6221-54-2551
E-Mail: aegyptologie@zaw.uni-heidelberg.de
Internet: http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/zaw/aegy/
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Letzte Änderung: 14.11.2017
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