Namen und Nachrichten
Mai 2026
EINEN RUF NACH HEIDELBERG HABEN ANGENOMMEN
Prof. Dr. Miriam Breunig, Universität Regensburg, auf die W3-Professur „Pharmazeutische Technologie“ (Fakultät für Ingenieurwissenschaften)
Priv.-Doz. Dr. Dahlia Shehata, Universität Würzburg, auf die W3-Professur „Assyriologie“ (Philosophische Fakultät)
Dr. Zili Yu, Institut für Mikroelektronik Stuttgart, auf die W3-Professur „Chip Design“ (Fakultät für Ingenieurwissenschaften)
Einen Ruf nach auswärts HAT ABGELEHNT
Prof. Dr. Anne Sliwka, Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften, auf die ordentliche Professur „School Management and Development“ (Universität Luxemburg)
EHRUNGEN – AUSZEICHNUNGEN – ERNENNUNGEN
Hella Bühler-Preis
Für ihre wegweisenden Forschungsarbeiten zur Steuerung der Genaktivität hat Dr. Angelika Feldmann den mit 100.000 Euro dotierten Hella Bühler-Preis 2026 erhalten. Die von der Universität Heidelberg vergebene Auszeichnung wendet sich an junge Forscherinnen und Forscher am Wissenschaftsstandort Heidelberg, die bereits durch herausragende wissenschaftliche Qualität in der Krebsforschung auf sich aufmerksam gemacht haben. Im Mittelpunkt von Angelika Feldmanns Forschung steht die Frage, wie bestimmte regulatorische DNA-Sequenzen als „Verstärker“ – englisch Enhancer – wirken und Gene fälschlich aktivieren oder ihre Aktivität steigern. Dieser Mechanismus kann dazu beitragen, dass die „verstärkten“ Gene als Onkogene unkontrolliertes Zellwachstum auslösen. Die Wissenschaftlerin leitet am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Nachwuchsgruppe „Mechanismen der Genomkontrolle“. Angelika Feldmann studierte Molekulare Medizin an der Universität Freiburg und forschte für ihre Promotion (2014) auf dem Gebiet der Genetik am Friedrich Miescher Institute for Biomedical Research in Basel (Schweiz). Als Postdoktorandin war sie anschließend an der University of Oxford (Großbritannien) tätig, ehe sie im Jahr 2021 als Leiterin einer Helmholtz-Nachwuchsgruppe an das DKFZ wechselte. Der Hella Bühler-Preis, der jährlich verliehen wird, ist eine der höchstdotierten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Krebsforschung in Deutschland. Die diesjährige Preisverleihung mit der Rektorin der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Frauke Melchior, hat am 7. Mai 2026 im Marsilius-Kolleg stattgefunden.

Ernst Schering Preis
Für seine wegweisenden Forschungsarbeiten zu den evolutionären Ursprüngen und der genetischen Steuerung von Organentwicklung und Organfunktion erhält Prof. Dr. Henrik Kaessmann den Ernst Schering Preis 2026. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Schering Stiftung vergeben und würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen in der biologischen, medizinischen oder chemischen Grundlagenforschung. Mit seinem Team am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) forscht Prof. Kaessmann zu den molekularen und zellulären Ursprüngen sowie zur Evolution von Wirbeltierorganen. In seinen systematischen, artenübergreifenden Analysen berücksichtigt er kieferlose Wirbeltiere ebenso wie Vögel, Reptilien und Säugetiere – den Menschen eingeschlossen. Henrik Kaessmann studierte Biologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Universität Uppsala (Schweden). 2001 wurde er mit einer am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie entstandenen Dissertation an der Universität Leipzig promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University of Chicago (USA) wechselte er 2003 an das Zentrum für Integrative Genomik der Universität Lausanne (Schweiz), an dem er zuletzt als Full Professor tätig war. 2015 folgte er dem Ruf an die Fakultät für Biowissenschaften der Universität Heidelberg. Für seine Forschungsarbeiten wurde Henrik Kaessmann vielfach ausgezeichnet. Mit ihrem Wissenschaftspreis ehrt die Schering Stiftung jedes Jahr weltweit Forscherinnen und Forscher, die mit ihren grundlagenwissenschaftlichen Arbeiten in den Bereichen Biologie, Chemie oder Medizin Pionierarbeit leisten. Die Festveranstaltung zur Vergabe des Ernst Schering Preises 2026 an Henrik Kaessmann findet am 17. November in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin statt; die Auszeichnung hat die Schering Stiftung am 27. Mai 2026 bekanntgegeben.

Schöpflin-Preis
In Anerkennung ihrer am Historischen Seminar der Universität Heidelberg entstandenen Masterarbeit ist Diana Kail mit dem Schöpflin-Preis geehrt worden. In ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Das Heidelberger Erbgesundheitsgericht“ hat sie die Umsetzung des NS-Zwangssterilisationsprogramms in Heidelberg erforscht. Mit dem Schöpflin-Preis werden herausragende akademische Abschlussarbeiten ausgezeichnet, die unter maßgeblicher Verwendung der Quellen des Landesarchivs Karlsruhe entstanden sind. Vergeben wird der Preis vom Förderverein des Landesarchivs; er ist mit einem Preisgeld in Höhe von 4000 Euro verbunden. Diana Kail schloss 2024 ihr Studium an der Universität Heidelberg im Fach Global History ab. Die Buchfassung ihrer Masterarbeit erschien unter dem Titel „Zwangssterilisation in Heidelberg. Das Erbgesundheitsgericht 1934–1945“ im Kurpfälzischen Verlag. Bis Ende 2025 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Landesarchiv Karlsruhe in einem von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) geförderten Projekt zur nationalsozialistischen Sondergerichtsbarkeit in Baden. Seit Dezember 2025 ist sie zudem Doktorandin am Historischen Seminar der Ruperto Carola, wo sie zur NS-Vergangenheit der nordbadischen Staatsanwaltschaften forscht. Die Verleihung des Schöpflin-Preises an Diana Kail hat am 19. Mai 2026 im Landesarchiv Karlsruhe stattgefunden.

Jung-Preis für Medizin
Für ihre wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Schmerzforschung ist die Neuropharmakologin Prof. Dr. Rohini Kuner mit dem Jung-Preis für Medizin 2026 ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung ist mit 300.000 Euro dotiert und wird von der Jung-Stiftung für Wissenschaft vergeben. Rohini Kuner ist Geschäftsführende Direktorin des Pharmakologischen Instituts, das an der Medizinischen Fakultät Heidelberg angesiedelt ist. In ihrer Forschung untersucht sie die Mechanismen der Schmerzsignalweiterleitung und Schmerzübertragung auf das zentrale Nervensystem. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte neuronale Plastizität – die Fähigkeit von Nervenzellen, sich strukturell und funktional anzupassen. Rohini Kuner geht in diesem Zusammenhang der Frage nach, wie Schmerz „gelernt“, im Körper dauerhaft gespeichert und verstärkt wird. Um Auslöser für die Chronifizierung von Schmerz zu identifizieren, verbindet die Wissenschaftlerin unterschiedliche experimentelle Ansätze mit hochmodernen bildgebenden Verfahren. Ziel ihrer Arbeiten ist es, neue therapeutische Ansätze zu erschließen, die gezielt eingesetzt werden können und langfristig wirken. Rohini Kuner wurde 2006 auf eine Professur für Pharmakologie und Toxikologie an die Universität Heidelberg berufen; seit 2009 leitet sie das Pharmakologische Institut. Für ihre Arbeiten hat Rohini Kuner mehrfach Auszeichnungen und hochdotierte Förderungen erhalten. Mit ihren Medizinpreisen – dem Jung-Preis, der dieses Jahr zum 50. Mal vergeben wird, der Jung-Medaille und dem Jung-Karriere-Förderpreis – würdigt die Jung-Stiftung jährlich herausragende Grundlagenforschung sowie Forschung mit klinischer Relevanz. Die Festveranstaltung zur Vergabe der diesjährigen Auszeichnungen – darunter der Jung-Preis für Medizin an Rohini Kuner – fand am 21. Mai 2026 in Hamburg statt.

Ehrendoktorwürde und Honorarprofessur der Eötvös-Loránd-Universität Budapest
In Anerkennung seiner herausragenden Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Klassischen Philologie hat der Heidelberger Wissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Paul Schwindt die Ehrendoktorwürde der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE) Budapest erhalten. Die ungarische Hochschule verlieh ihm zudem den Titel des Honorarprofessors. Gewürdigt werden mit diesen Auszeichnungen neben seinen wegweisenden Beiträgen zur Lateinischen Literaturwissenschaft insbesondere auch sein vielfältiger Einsatz für die Forschungskooperationen zwischen der Universität Heidelberg und der ELTE sowie für die Förderung der deutsch-ungarischen Wissenschaftsbeziehungen. Prof. Schwindt ist Wissenschaftler am Seminar für Klassische Philologie der Universität Heidelberg. Er studierte griechische, lateinische und indische Philologie an der Universität Bonn; dort wurde er 1993 auch promoviert. Anschließend forschte und lehrte er mehrere Jahre an der Universität Bielefeld, wo er sich 1997/1998 im Fach Klassische Philologie habilitierte. Im Jahr 2000 wurde er auf einen Lehrstuhl für Klassische Philologie mit dem Schwerpunkt Lateinische Literaturwissenschaft an die Universität Heidelberg berufen. Seine Forschung umfasst unter anderem die antike Literatur, ihre moderne Rezeption sowie die Geschichte und Theorie der Philologie. Jürgen Paul Schwindt ist Autor mehrerer Bücher sowie über hundert wissenschaftlicher Studien. Die Festveranstaltung anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde und der Honorarprofessur an Jürgen Paul Schwindt hat am 8. Mai 2026 in Budapest stattgefunden.

CERFA-Preis „Jimena Fernández de la Vega“
In Anerkennung ihrer hervorragenden an der Universität Heidelberg entstandenen Doktorarbeit wird Dr. Clara Vazquez-Martel mit dem Preis „Jimena Fernández de la Vega“ der Gesellschaft spanischer Wissenschaftler in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (CERFA) ausgezeichnet. Sie erhält die Ehrung für ihre Dissertation mit dem Titel „3D Printing with Light: Advancing Characterization and Sustainability“. Clara Vazquez-Martel forscht am Institute for Molecular Systems Engineering and Advanced Materials (IMSEAM) der Universität Heidelberg in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Eva Blasco. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem lichtbasierten 3D-Druck. Dabei adressiert sie zwei zentrale Aspekte: zum einen den Mangel an robusten Methoden zur mechanischen Charakterisierung von weichen 3D-gedruckten Mikrostrukturen, und zum anderen die Nachhaltigkeit der eingesetzten Materialien. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei die Suche nach Alternativen zu erdölbasierten Rohstoffen. Lipidreiche Ausgangsstoffe wie Pflanzenöle und Mikroalgen dienen dabei als biobasierte und biokompatible Materialien für den 3D-Druck auf der Makro- und Mikroskala. Mit dem Preis „Jimena Fernández de la Vega“ würdigt CERFA exzellente junge spanische Wissenschaftlerinnen, die ihre Promotion in Deutschland erfolgreich abgeschlossen haben. Die Ehrung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro verbunden. Benannt ist der Preis nach der spanischen Medizinerin und Genetikerin Jimena Fernández de la Vega (1895 bis 1984), die in den 1920er-Jahren in Deutschland studierte und forschte. Die Auszeichnung für Clara Vazquez-Martel hat CERFA im Mai 2026 bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet im November 2026 in der Spanischen Botschaft in Berlin statt.
