Philosophische FakultätPhilosophie

Philosophieren wird bisweilen mit einer abstrakt geführten Diskussion über die „großen Fragen“ gleichgesetzt. Auch wenn die Studierenden mitunter das diskutieren werden, was man als „die großen Fragen“ bezeichnen kann, erwerben die Studierenden in kleinen Schritten sich erst einmal das Handwerkszeug, um die „großen Fragen“ zu thematisieren. Dazu gehören die Ausbildung in der Kunst des rationalen Argumentierens und eine angeleitete Lektüre philosophisch zentraler Texte.

Die Philosophie unterteilt sich grob in die Theoretische Philosophie und Praktische Philosophie: Erstere beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Wissens, der Struktur von Bewusstsein, dem Verhältnis von Geist und Materie oder mit der berühmten Frage, warum überhaupt etwas ist und nicht vielmehr nichts. Die praktische Philosophie beschäftigt sich mit dem menschlichen Handeln im weiten Sinn, beispielsweise der Frage, was Handlungen sind, welche Rolle Absichten spielen, was man tun darf, was man tun soll oder auch was gerecht ist.

Das Herzstück des Studiums bilden die Vorlesungen und die Seminare. In Vorlesungen präsentieren die Professorinnen und Professoren sowie Privatdozentinnen und Privatdozenten ihre eigene Forschung, geben einen Überblick über die Philosophiegeschichte oder stellen aktuelle Sachdebatten detailliert vor. Das Forum für eigene Beiträge bieten die Seminare, die sich ein Semester lang einem Text oder einem Thema zuwenden. Sie bieten den Studierenden Raum für inspirierende Diskussion, Detailanalysen und mitunter auch hitzige Dispute. Der Großteil der Studien-Zeit fließt in die Vorbereitung der Seminare und damit in die gründliche Lektüre von Texten, den Nachvollzug und die Rekonstruktion von Argumenten – und in deren Prüfung und eventuell auch deren Kritik.

SGF Philosophie

Besonderheiten und Merkmale

Das Seminar ist mit seinen vier Professuren vergleichsweise klein, zählt in internationalen Rankings jedoch zu den bestpositionierten philosophischen Instituten weltweit. Es lockt seit jeher zahlreiche Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden sowie Forscherinnen und Forscher aus dem Ausland an. Dadurch bietet es den Studierenden ein intellektuell lebendiges und anregendes Arbeitsumfeld.

Das Studium der Philosophie ist darauf ausgerichtet, in Zeiten stark reglementierter Studiengänge den Studierenden Eigenständigkeit und Kreativität viel Raum zu lassen. Das Seminar gewährt größtmögliche Freiheit eigene Schwerpunkte zu setzen.

Forschung

Die traditionsreiche Philosophie in Heidelberg ist in Forschung und Lehre sowohl systematisch als auch historisch orientiert. Systematische Schwerpunkte werden in der Theoretischen Philosophie, insbesondere in der Sprachphilosophie, Metaphysik, Erkenntnistheorie, Philosophie des Geistes, Philosophie der Wissenschaften und auch in der Hermeneutik gesetzt. Historische Schwerpunkte liegen in der antiken und frühneuzeitlichen Philosophie, dem deutschen Idealismus und der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Außerdem umfasst das Lehrangebot stets Veranstaltungen zu weiteren Themenbereichen der älteren und gegenwärtigen Philosophie.

Berufsfelder

Wie fast alle Geisteswissenschaften ist das Fach Philosophie nicht auf ein eindeutiges Berufsziel hin orientiert. Die Studierenden sind im Denken sehr gut ausgebildet, haben analytische Fähigkeiten erworben und haben gezeigt, dass sie komplexe Gedankengänge durchdringen und darüber schreiben können. Außerdem sind sie in Diskussions- und Disputationsfähigkeit geübt und haben Selbstorganisation bewiesen. Philosophieabsolventinnen und -absolventen sind daher auch besonders dort am rechten Ort, wo es darum geht, sich rasch in neue und unbekannte Felder einzuarbeiten. Absolventinnen und Absolventen der Philosophie finden unter anderem Jobs

  • in Verlagen
  • in Stiftungen und Verbänden
  • im Rundfunk und Journalismus
  • der Verwaltung
  • im Schuldienst
  • in der Wissenschaft

Wichtig für Philosophiestudierende ist eine frühzeitige Sondierung der Berufsfelder, etwa durch Praktika, Nebentätigkeiten oder auch kreatives Nachdenken.

Insights

Studierender Philosophie Uni Heidelberg

Ich habe jahrelang in der freien Wirtschaft im Bereich der Betontechnik gearbeitet. Die Philosophie war also ein komplett neues Feld für mich. Als ich begonnen habe, fiel es mir zuerst schwer, mich in dieses Fach einzufinden. Aber im Verlauf des Studiums bemerkte ich, wie erfüllend und bereichernd das Philosophie-Studium ist. Heute kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich ohne die Jahre in Heidelberg wäre.

Peter Abelmann, 30, Philosophie, 6. Semester Bachelor