This page is only available in German.

Universität Clemens Meyer übernimmt Heidelberger Poetikdozentur

Pressemitteilung Nr. 65/2026
22. Juni 2026

Germanistisches Seminar organisiert Programm – Im Mittelpunkt stehen drei Vorlesungen

Der Schriftsteller Clemens Meyer, für sein literarisches Werk vielfach ausgezeichnet, übernimmt in diesem Jahr die Heidelberger Poetikdozentur – ein Kooperationsprojekt der Universität Heidelberg mit dem Kulturamt der Stadt Heidelberg. Im Rahmen des vom Germanistischen Seminar organisierten Programms wird Clemens Meyer Einblicke in sein Schaffen geben. Kern der Poetikdozentur sind drei öffentliche Vorlesungen, die unter dem gemeinsamen Titel „Zwischen Tradition und Moderne: Wozu Literatur?“ stehen. Zudem wird der Autor während seines Aufenthalts in Heidelberg aus seinem Werk lesen. Die Veranstaltungsreihe startet am Montag, 29. Juni 2026.

Portrait Clemens Meyer

Warum beginnen Menschen zu schreiben und wann wird es zu Kunst? Wie werden Welten literarisch erfasst, wie verdichtet sich die Sprache immer mehr? Greift Literatur in gesellschaftliche Prozesse ein und ist der Brückenschlag zwischen Moderne und engagierter Literatur überhaupt möglich? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich Clemens Meyer im Rahmen seiner Poetikdozentur in Heidelberg. Dabei spannt er einen weiten Bogen von der DDR-Literatur über Abenteuer- und Weltliteratur bis hin zu avantgardistischen Darstellungsformen jenseits des traditionellen Erzählens. Zudem thematisiert er Erfahrungen rund um den Mauerfall und die deutsche Wiedervereinigung.

Clemens Meyer, 1977 in Halle (Saale) geboren, studierte von 1998 bis 2003 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Mit dem 2006 erschienenen Roman „Als wir träumten“ gelang ihm sein literarischer Durchbruch. Für seine künstlerische Tätigkeit als Romancier, Theater- und Filmautor, Librettist und Verfasser von Radioessays wurde er mehrfach mit Literaturpreisen wie dem Heidelberger Clemens-Brentano-Preis (2007), dem Preis der Leipziger Buchmesse (2008) oder dem Lessing-Preis des Freistaats Sachsen (2025) ausgezeichnet. Für seinen zuletzt veröffentlichten Roman „Die Projektoren“ (2024) – ein sieben Jahrzehnte umfassendes Epos über die Krisen Europas – wurde er mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet.

Zum Auftakt der Heidelberger Poetikdozentur am 29. Juni spricht Clemens Meyer in Hörsaal 13 der Neuen Universität. Weitere Vorlesungen finden am 6. Juli in der Heuscheuer, Große Mantelgasse 2, sowie am 13. Juli erneut in Hörsaal 13 der Neuen Universität statt. Darüber hinaus wird Clemens Meyer im Rahmen der Poetikdozentur am 14. Juli im Gartensaal des Völkerkundemuseums Heidelberg aus seinem Werk lesen. Alle vier Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr. Der Besuch ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Die Heidelberger Poetikdozentur wird vom Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg ausgerichtet. Renommierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller werden eingeladen, um in öffentlichen Vorträgen und Lesungen Einblicke in die Prinzipien und in den Prozess ihres Schreibens zu geben. In einem begleitenden Seminar haben Studierende die Möglichkeit, mit dem jeweiligen Autor zu diskutieren. Die Poetikdozentur, die Teil der Heidelberger „UNESCO City of Literature“-Aktivitäten ist, wurde 1993 mit Martin Walser gestartet. Zuletzt waren Nora Gomringer (2023), Andreas Maier (2024) und Julia Franck (2025) zu Gast.