Philosophische FakultätGlobal History

Der in Heidelberg angebotene Studiengang Global History vermittelt den Studierenden Einsicht in historische Entwicklungsprozesse von Grenzüberschreitungen.

Globalhistorische Theorien und Ansätze legen nahe, die Geschichte nicht mehr als universale, unilineare und fortschrittsorientierte Entwicklung zu definieren, sondern als Ausprägung unterschiedlicher Historizitäten zu verstehen. Damit wird die bislang zentrale Stellung Europas in der Geschichtsschreibung kritisch reflektiert und Geschichte als Ordnungsvorstellung und Deutungsmacht verstanden. Das Lehrangebot kombiniert die räumliche Dimension der Geschichte (Area Studies) mit einer thematischen Ausrichtung (Topics) und nutzt dabei die im Rahmen des Heidelberg Centre for Transcultural Studies (HCTS) in Entwicklung begriffenen Debatten um kulturelle Austauschprozesse zwischen Europa und Asien. 

Besonderheiten und Merkmale

Der Studiengang ermöglicht und unterstützt interdisziplinäres Arbeiten und will die Beschäftigung mit Global History mit dem Zugang zur globalen Scientific Community auch als lebenspraktische Erfahrung kommunizieren. 

Forschung

  • Alte Geschichte: Politische Anthropologie. Antike Religionen. Griechische Kulturgeschichte. Römische Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Die Stadt in der Spätantike. Griechische und lateinische Epigraphik. 
  • Mittelalterliche Geschichte: Vergleichende Geschichte Europas im Mittelalter. Ordnungskonfigurationen. Wahrnehmung und Identitätsbildung. Formen und Präsentationen von Herrschaft. Politische Willensbildung und ihre Ritualisierung. Ordens- und Frömmigkeitsgeschichte. Geschichte des Mittelmeerraums. Transkulturelle Geschichte. 
  • Frühneuzeitliche Geschichte: Vergleichende Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit. Selbst- und Fremdwahrnehmung. Identitätsbildung. Formen und Repräsentationen von Herrschaft. Politische Theorie. Mediengeschichte, historische Bildkunde. 
  • Neuzeitliche Geschichte: Allgemeine Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Globalgeschichte: Globalisierungsprozesse und transnationale Netzwerke. Geschichte der Europäischen Expansion und Kolonialgeschichte. Kultur- und Wissenstransfer, transnationale Wissenschaftsgeschichte, Informationskulturen. 
  • Zeitgeschichte: Vergleichende Geschichte Europas. Überwindung von Diktaturen und Aufbau von Zivilgesellschaften im 20. Jahrhundert. Historische Friedens- und Konfliktforschung. Erinnerungskulturen. Zeitgeschichte in den Massenmedien. 
  • Amerikanische Geschichte: Geschichte der Rassenbeziehungen und der afroamerikanischen Bürgerrechte. Die USA in den internationalen Beziehungen. Verfassungsgeschichte. Kulturgeschichte. 
  • Osteuropäische Geschichte: Geschichte Russlands, der Ukraine und der Sowjetunion im 19. und 20. Jahrhundert. Diktaturvergleich Stalinismus – Nationalsozialismus. Zweiter Weltkrieg, Besatzungserfahrung, Holocaust, Zwangsarbeit und Kollaboration. Transitional justice, Wiedergutmachung, Rechts- und Gerechtigkeitskulturen. Wissens- und Wissenschaftsgeschichte. Revolutionen. Soziale und nationale Bewegungen. 
  • Landesgeschichte: Geschichte politisch-sozialer Ordnungen im mittelalterlichen Europa. Vergleichende Landesgeschichte in europäischen Zusammenhängen. Geschichte der Kurpfalz. Rang und Macht im fürstlichen Hochadel. Städtische Erinnerungskulturen im späten Mittelalter. 
  • Historische Grundwissenschaften: mit Schwerpunkten in Paläographie/Kodikologie und Diplomatik und in enger Kooperation mit der Abteilung Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit. 
  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte: Verknüpfung von wirtschafts-, sozial- und kulturhistorischen Perspektiven wie Methoden. Europäische Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts. Geschichte industrieller Arbeitsbeziehungen und industrieller Krisen, Theorie der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Unternehmensgeschichte. Gender-Studies. Gedächtnis und Erinnerung. 
  • Public History: Wechselbeziehungen zwischen Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit. Angewandte Geschichte. Audiovisuelle Aspekte der Geschichtswissenschaft. Historische Ausstellungen. Wissenschaftsgeschichte und Wissenspolitik. Geschichte der Bundesrepublik und Westeuropas nach 1945. 

Berufsfelder

Absolventinnen und Absolventen finden Beschäftigung beispielsweise in 

  • Universitäten und Forschungsinstituten 
  • Internationalen politischen Institutionen und nichtstaatlichen Organisationen 
  • Journalismus und Fachjournalismus 
  • Verlagswesen und Bibliotheken 
  • Kultur- und Politikberatung  
  • Historischen Museen und Ausstellungen 
  • Öffentlichen und privatwirtschaftlichen Archiven 
  • History Marketing und Geschichtsagenturen 
  • Medien und Kommunikation 
  • Kultureinrichtungen und Kultursponsoring 
  • Erwachsenenbildung und Weiterbildung 
  • Verwaltung und öffentlichem Dienst 

Insights

Geschichte und das Arbeiten mit Quellen hat mich schon immer begeistert, deshalb habe ich meine Passion zur Ausbildung gemacht. In Heidelberg, weil die Uni für Geschichte sehr gut ist und das Institut eine familiäre Stimmung besitzt.

Olivia Mayer, 23, Global History, 2. Semester Master

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