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Europäisches Zentrum für Sprachwissenschaften | Anglistisches Seminar Queering Big Data

  • Tuesday, 20 October 2026, 20:15
  • Germanistisches Seminar, Raum 004, Karlstraße 2, 69117 Heidelberg
    • Dr. Jan Oliver Rüdiger, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Abteilung Lexik
    • Dr. Vagrant Gautam, Heidelberg Institute for Theoretical Studies
    • Einführung: Vroni Zieglmeier, Universität Heidelberg, Anglistisches Seminar | Samira Ochs, Leibnitz-Institut für Deutsche Sprache

Zu der öffentlichen Veranstaltung „Queering Big Data“ lädt das Europäische Zentrum für Sprachwissenschaften gemeinsam mit dem Anglistischen Seminar der Universität Heidelberg und dem Leibniz-Institut für Deutsche Sprache ein. Im Anschluss an die beiden Vorträge von Dr. Jan Oliver Rüdiger und Dr. Vagrant Gautam findet eine Diskussionsrunde statt, bei der auch Fragen aus dem Publikum gestellt werden können. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Veranstaltungssprachen sind Deutsch und Englisch.

Visual für Queering Big Data

Programm

Einführung:

  • Vroni Zieglmeier (Universität Heidelberg)
  • Samira Ochs (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache)

Vorträge:

  • Öffentliche Raumnahme – wie sich Minderheiten im Diskursraum behaupten. Diskurs-Einblicke aus dem Queeren Korpus
    Dr. Jan Oliver Rüdiger (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache)

Der Vortrag fragt, welchen Beitrag eine korpuslinguistische Perspektive zur Untersuchung queerer öffentlicher Diskurse leisten kann. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass queere Sprach- und Diskurspraktiken in bestehenden Referenzkorpora bislang nur unzureichend erfasst sind und insbesondere spezifische Gruppenkontexte marginalisierter Communities unterrepräsentiert bleiben. „Queering Big Data“ bedeutet hier, etablierte korpuslinguistische Perspektiven um Daten und Kommunikationsräume zu erweitern, die in groß angelegten, auf gesamtgesellschaftliche Repräsentativität ausgerichteten Korpora häufig unsichtbar bleiben. Anhand queerer Medienquellen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird untersucht, wie queere Akteur öffentliche Raumnahme vollziehen, Sichtbarkeit herstellen und Diskurspositionen entwickeln. Im Fokus steht dabei sowohl die sprachliche und diskursive Verankerung queerer Perspektiven als auch die Frage, welches Erkenntnispotenzial die systematische Erfassung solcher bislang wenig repräsentierter Kommunikationsräume für die Korpuslinguistik eröffnet.

  • What NLP should learn from linguistics, and why
    Dr. Vagrant Gautam (Heidelberg Institute for Theoretical Studies)

The field of natural language processing (NLP) is concerned with the computational interpretation of human language, including technologies such as large language models, machine translation, and automatic speech recognition. I will begin by providing an overview of how the field currently conceives of queerness both in the research and development of NLP systems, as well as how these systems impact people. The gaps here directly motivate learning from sociolinguistics and queer linguistics to address issues of conceptualization, operationalization, and harms. With this groundwork, I will conclude with a nuanced perspective on what “queering big data” could mean in the context of NLP.