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Deutscher Studienpreis Auszeichnung für Heidelberger Physiker

23. Juli 2026

Proteindynamik in Zellen sichtbar machen: Für seine Dissertation erhält Thomas Arne Hensel einen mit 25.000 Euro dotierten Spitzenpreis der Körber-Stiftung

Der Heidelberger Physiker Dr. Thomas Arne Hensel wird für seine Dissertation zur Entwicklung eines optischen Verfahrens, das die Proteindynamik in Zellen sichtbar macht, mit dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung ausgezeichnet. Für die an der Universität Heidelberg entstandene Doktorarbeit hat er am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften geforscht. Dr. Hensel erhält den mit 25.000 Euro dotierten ersten Preis in der Sektion Natur- und Technikwissenschaften. In der Endrunde des Wettbewerbs hatten 30 Finalistinnen und Finalisten in drei Kategorien ihre Forschungsarbeiten vor einer Jury präsentiert. Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2026 wurden am Donnerstag, 23. Juli 2026, bekannt gegeben.

Deutscher Studienpreis: Auszeichnung für Heidelberger Physiker

Proteine in Zellen wandeln fortwährend ihre Gestalt, was mit herkömmlichen bildgebenden Verfahren nur unzureichend dargestellt werden kann, so Thomas Hensel. Im Rahmen seines Dissertationsprojekts mit dem Titel „Diffraction-unlimited resolution of identical point-scatterers using freely-propagating waves“ ist es ihm erstmals gelungen, die Dynamik von proteinähnlichen Strukturen mithilfe optischer Mikroskopie sichtbar zu machen. Dazu entwickelte der Physiker spezielle Beleuchtungsmuster, mit denen Strukturänderungen auf der Größenskala einzelner Proteine mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung gefilmt werden können. Das Verfahren soll perspektivisch zu einem besseren Verständnis molekularer Krankheitsmechanismen beitragen. Es könnte dabei auch neue Erkenntnisse zu der Frage liefern, wie Wirkstoffe Proteine auf molekularer Ebene beeinflussen und wie sich zum Beispiel Arzneimittelresistenzen bei der Behandlung von Tumoren verhindern lassen.

Thomas Arne Hensel ist aktuell Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften (MPI-NAT) in Göttingen. Er studierte Physik an der Universität Hannover und schloss dort 2020 ein Masterstudium in Physik sowie im Folgejahr ein Masterstudium in Philosophy of Science ab. 2022 wechselte er als Doktorand an die Ruperto Carola, an der er der Heidelberg Graduate School for Physics angehörte. Seine Dissertation fertigte er zu großen Teilen in der von Prof. Dr. Stefan Hell geleiteten Abteilung für BioNanophotonik am MPI-NAT sowie am Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung in Heidelberg an. Für die Postdoc-Phase plant Dr. Hensel ein Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Quantenvielkörperphysik.

Der Deutsche Studienpreis wird jährlich an Promovierte verliehen, die in ihrer Dissertation gesellschaftlich relevante Themen bearbeitet haben. In den drei Sektionen Sozialwissenschaften, Natur- und Technikwissenschaften sowie Geistes- und Kulturwissenschaften vergibt die Körber-Stiftung jeweils einen Spitzenpreis in Höhe von 25.000 Euro sowie zwei zweite Preise in Höhe von jeweils 10.000 Euro. Insgesamt haben in diesem Jahr 859 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Beitrag eingereicht. Die Auszeichnungen werden im Dezember von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner in Berlin verliehen.