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Internationaler Workshop Fachtagung: Normative Konflikte in polarisierten Gesellschaften

Pressemitteilung Nr. 76/2026
9. Juli 2026

Internationaler Workshop an der Universität Heidelberg befasst sich mit Konflikten, die aus unterschiedlichen Wertvorstellungen entstehen – Öffentlicher Abendvortrag am 15. Juli

Mit dem Zusammenhang zwischen normativen Konflikten und der weltweit zunehmenden sozialen sowie politischen Polarisierung befasst sich ein internationaler Workshop, der am 15. und 16. Juli 2026 an der Universität Heidelberg stattfindet. Dazu lädt das Camilla-und-Georg-Jellinek-Zentrum für Ethik der Universität Heidelberg gemeinsam mit den vier Auslandsvertretungen der Ruperto Carola in Santiago de Chile, New York (USA), Kyoto (Japan) und New Delhi (Indien) ein. Die Veranstaltung bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen und unterschiedlichen Weltregionen zusammen, um über solche Konflikte und ihre gesellschaftlichen Zusammenhänge zu diskutieren. Begleitet wird die Fachtagung von einem öffentlichen Abendvortrag, der sich dem Thema „Spaltet Moral die Gesellschaft?“ widmet. Referentin ist Privatdozentin Dr. Diana Aurenque, die auf dem Gebiet der Philosophie und der Medizinethik forscht.

Fachtagung: Normative Konflikte in polarisierten Gesellschaften

Im Mittelpunkt des Workshops „Normative Conflicts in Polarized Societies: Experiences from Different Contexts“ stehen Konflikte, die durch das Aufeinanderprallen grundlegend verschiedener moralischer, ethischer, kultureller oder politischer Vorstellungen entstehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen der Frage nach, wie gegensätzliche Wertvorstellungen und daraus erwachsende kontroverse Haltungen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten und zunehmend polarisierten Gesellschaften verhandelt werden. Ziel der zweitägigen Veranstaltung ist es auch, Forscherinnen und Forscher verschiedener Karrierestufen aus den internationalen Schwerpunktregionen der Universität Heidelberg zu vernetzen. Aus diesem ersten gemeinsamen Workshop soll eine Reihe entstehen, die die Zusammenarbeit zwischen den Auslandsvertretungen fördert. Sie wird sich mit Blick auf Polarisierungsprozesse mit den ethischen Dimensionen moralischer Meinungsverschiedenheiten und öffentlicher Argumentation in pluralistischen Gesellschaften befassen.

Das Spannungsfeld zwischen religiösen und säkularen Moralvorstellungen, insbesondere im Hinblick auf medizinethische Fragestellungen, ist Thema des Abendvortrags von Diana Aurenque. Am Beispiel der päpstlichen Enzyklika „Magnifica Humanitas“ stellt sie Kernwerte der katholischen Moral Grundprinzipien der liberalen Ethik gegenüber – etwa in Bezug auf Leben, Tod, Technisierung oder Patientenwürde. So betonen katholische Lehren nach den Worten der Referentin verbindliche Prinzipien zum Schutz des Lebens und kollektive moralische Verpflichtungen, während liberale Ansätze auf individuelle Entscheidungsfreiheit und Kontextabhängigkeit setzen. In diesem Zusammenhang wird die Referentin auch der Frage nachgehen, wie Politik und medizinische Institutionen gestaltet werden sollten, damit unterschiedliche moralische Auffassungen in der Gesundheitsversorgung koexistieren können.

Diana Aurenque lehrt und forscht am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, das an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen angesiedelt ist. Zuvor war sie als Professorin für Philosophie an der Universidad de Santiago de Chile sowie am Centro de Estudios de Ética Aplicada der Universidad de Chile tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Philosophie der Medizin, Ethik und Bioethik sowie die philosophische Anthropologie. Mit Dr. Aurenque diskutieren im Anschluss an ihren Vortrag Prof. Dr. Dr. Eva Winkler und Prof. Dr. Thorsten Moos, die gemeinsam das Gründungsdirektorium des Camilla-und-Georg-Jellinek-Zentrums für Ethik bilden.

Der öffentliche Abendvortrag mit dem Titel „Spaltet Moral die Gesellschaft?“ findet am 15. Juli im Haus Buhl in Heidelberg, Hauptstraße 234, statt; Beginn ist um 19.00 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung über die Webseite des Camilla-und-Georg-Jellinek-Zentrums für Ethik wird gebeten.