Transfer Marsilius kontrovers: Wie schützen wir die Wissenschaftsfreiheit?
Pressemitteilung Nr. 31/2026
15. April 2026
Podiumsdiskussion zur „Autonomie in unruhigen Zeiten“
Die Wissenschaftsfreiheit ist im Grundgesetz verankert – und doch steht sie unter wachsendem politischem und gesellschaftlichem Druck. Welche Folgen sich daraus ergeben und wie die Freiheit der Wissenschaft gesichert werden kann, darüber diskutieren der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Hanno Kube, die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Jale Tosun und der Mediziner Prof. Dr. Wolfgang Wick. Die Podiumsdiskussion „Autonomie in unruhigen Zeiten – Wie schützen wir die Wissenschaftsfreiheit?“ ist Teil der Reihe „Marsilius kontrovers“, zu der das Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg in Kooperation mit der Rhein-Neckar-Zeitung einlädt. Die Veranstaltung am 21. April 2026 findet im Hörsaal des Kollegs, Im Neuenheimer Feld 130.1, statt und beginnt um 18 Uhr. Zusätzlich wird ein Livestream angeboten.

Die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre ist in Art. 5 Abs. 3 des Grundgesetzes garantiert und genießt einen besonderen rechtlichen Status. Das Grundrecht schützt wissenschaftliches Arbeiten als individuelles Freiheitsrecht und sichert zugleich die Autonomie von Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen als Grundlage unabhängiger Wissensproduktion. Doch der Respekt vor dieser Autonomie ist fragil, wenn Wissenschaft häufig auch anderen politischen, gesellschaftlichen oder ökonomischen Logiken folgen soll. Die Podiumsdiskussion befasst sich mit dieser Einflussnahme und widmet sich zugleich dem Verhältnis von individueller Freiheit in Forschung und Lehre zur institutionellen Autonomie von Hochschulen. Ausgelotet werden sollen darüber hinaus Handlungsspielräume, wie sich Wissenschaftsfreiheit nachhaltig absichern lässt. Das Publikum ist eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Hanno Kube ist Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht, Jale Tosun lehrt und forscht am Institut für Politikwissenschaft der Universität Heidelberg. Wolfgang Wick ist Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät Heidelberg und Vorsitzender des Wissenschaftsrats. Moderiert wird die Veranstaltung von den beiden Direktoren des Marsilius-Kollegs, der Theologin Prof. Dr. Friederike Nüssel und dem Genomforscher Prof. Dr. Michael Boutros.
Das Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg ist darauf ausgerichtet, ausgewählte Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Wissenschaftskulturen zusammenzuführen und damit den forschungsbezogenen Dialog zwischen Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften einerseits und den Natur- und Lebenswissenschaften andererseits zu fördern. Die in Zusammenarbeit mit der Rhein-Neckar-Zeitung veranstaltete Reihe „Marsilius kontrovers“ verfolgt das Ziel, gesellschaftlich relevante Fragen der interdisziplinären Forschung stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Der Livestream der Podiumsdiskussion wird über die Internetseite des Marsilius-Kollegs abrufbar sein.