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Kultur- und Naturerbe Tagung: Das Welterbe in der Klimakrise

Pressemitteilung Nr. 70/2025
25. Juni 2025

UNESCO-Grundsatzpapier wird erstmals in deutscher Übersetzung vorgestellt

Die Auswirkungen des Klimawandels auf das globale Kultur- und Naturerbe stehen im Mittelpunkt einer Tagung, die am 2. Juli 2025 an der Universität Heidelberg stattfindet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden im Austausch mit Vertretern aus der Praxis über Herausforderungen und Perspektiven diskutieren. Dabei wird erstmals in deutscher Übersetzung das „Grundsatzpapier zu Klimamaßnahmen für das Welterbe“ vorgestellt, das die Generalversammlung der UNESCO im Jahr 2023 verabschiedet hat. Zu der öffentlichen Veranstaltung mit dem Titel „Das UNESCO-Welterbe in der Klimakrise: Was können wir tun?“ laden das Heidelberg Zentrum Kulturelles Erbe (HCCH) der Ruperto Carola und das Deutsche Nationalkomitee des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS) ein.

Das UNESCO Welterbe in der Klimakrise

„Die Bewältigung der Klimakrise stellt eine zentrale Herausforderung für das 21. Jahrhundert dar. Institutionen des Welterbemanagements und des Denkmalschutzes setzen sich bereits auf praktischer Ebene mit den Auswirkungen auseinander. Parallel dazu sind die Kulturwissenschaften gefragt, die damit verbundenen Prozesse und Veränderungen wissenschaftlich zu reflektieren“, betont der Kulturerbewissenschaftler Prof. Dr. Thomas Schmitt vom HCCH und Mitorganisator der Tagung. Marie Baudis, Mitglied im Vorstand von ICOMOS Deutschland sowie Mitbegründerin der ICOMOS-Arbeitsgruppe „Klimawandel“, ergänzt: „Der Klimawandel bedroht Kultur und Naturerbestätten weltweit – und damit Orte von außergewöhnlichem universellem Wert für die gesamte Menschheit. Ihr Schutz und ihre Anpassung an den Klimawandel sind entscheidend, wenn wir unsere kulturelle Vielfalt und das historische Bewusstsein kommender Generationen erhalten wollen“.

Nach einem Grußwort von Dr. Roman Luckscheiter, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, wird auf der Heidelberger Tagung erstmals die deutsche Übersetzung des „Grundsatzpapiers zu Klimamaßnahmen für das Welterbe“ (Policy Document on Climate Action for World Heritage) vorgestellt. Das Dokument wurde 2023 von der Generalversammlung der UNESCO verabschiedet und richtet sich an alle Akteure, die sich für den Erhalt des Welterbes im Kontext des Klimawandels einsetzen. Es enthält konkrete Handlungsoptionen und spricht sich zugleich für eine stärkere Verankerung von Klimaschutz in der Denkmalpflege aus. Präsentiert wird das Papier von Dr. Mechtild Rössler, der ehemaligen Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums in Paris, sowie von Friederike Hansell von der Koordinierungsstelle Welterbe im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland.

In zwei aufeinanderfolgenden Round-Table-Diskussionen mit den Schwerpunkten „Fachliche Perspektiven“ sowie „Einschätzungen und Erfahrungen aus der Praxis“ treten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen in den Dialog mit Praktikern aus dem Denkmal-, Kulturerbe- und Naturschutz. Gemeinsam werden sie Stärken, Umsetzbarkeit und mögliche Schwächen des UNESCO-Grundsatzpapiers diskutieren. Darüber hinaus sollen grundlegende Chancen und Grenzen des Welterbeschutzes im Kontext der Klimakrise ausgelotet werden.

Eine Teilnahme an der Veranstaltung ist sowohl vor Ort in Heidelberg als auch per Livestream möglich. In Präsenz findet die Tagung in der Aula der Alten Universität statt; hier ist die Teilnehmerzahl aufgrund der Raumkapazität begrenzt. Um Anmeldung per E-Mail an die Adresse sekretariat@hcch.uni-heidelberg.de wird gebeten.