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Ostasien Aktuell Reisterrassenlandschaften und ihre traditionelle Bewirtschaftung als Ressource für regionale und lokale Entwicklung?

  • This event is moved toWednesday, 19 July 2023, 20:30
  • Wednesday, 12 July 2023, 20:15
  • Centre for Asian and Transcultural Studies, CATS Auditorium 010.01.06, Voßstraße 2, ​​​​​​​69115 Heidelberg
    • Dr. Fabienne Wallenwein, Universität Heidelberg, Heidelberg Centre for Transcultural Studies

Einblicke in soziokulturelle und ökonomische Transformationen der Hani Reisterrassen in der Provinz Yunnan
Weitläufige Reisterrassenlandschaften werden oft exemplarisch für Ost- und Südostasien neben herausragendes kulturelles Erbe anderer Weltregionen gestellt. Ihre zunehmend kulturtouristisch orientierte Entwicklung stützt sich auf eindrucksvolle und romantisierte Darstellungen dieser Landschaften, welche wenig Einblick geben in ihre aufwendige Erhaltung und in den Regionen bestehende strukturelle Probleme, darunter demographischer Wandel und Abwanderung. Nicht selten divergieren die Interessen der Einwohner und Landwirte stark von den Entwicklungsvorstellungen regionaler und lokaler Behörden. Diese fokussieren meist auf einen Ausbau des kulturtouristischen Angebots, von Beschäftigungsmöglichkeiten und Infrastruktur, welche mit einer Kommerzialisierung des lokalen Erbes einhergehen.

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Weitere Informationen

Der Fall der Hani Reisterrassen zeigt Ansätze, um solchen Entwicklungen entgegenzuwirken, bspw. durch die Festschreibung der Bewirtschaftung nach Gewohnheitsrecht der Hani. Interessant ist außerdem die Entwicklung alternativer Geschäftsmodelle zur Vermarktung von lokal angebautem roten Reis, welche auf seine Qualität als biologisches Agrarprodukt und einen Vertrieb über eCommerce-Plattformen setzt. Der Vortrag gibt zunächst eine kurze Einführung in die aus der kritischen Geographie stammende Maßstabsebenen-Theorie (Scale Theory) und ihre Anwendung zur Analyse des Zusammenwirkens unterschiedlicher Politikfelder. Im Anschluss werden Anwendungsversuche auf umwelt- und kulturpolitische Maßnahmen im Kontext von Einschreibung und Entwicklung der Hani Reisterrassen als Weltkulturerbestätte vorgestellt. Ziel des Vortrags ist eine Diskussion der Maßstabsebenen-Analyse als Methode zur Erforschung von soziokulturellen und ökonomischen Veränderungen in chinesischen Kulturlandschaften, und darüber hinaus.

Zur Person

Dr. Fabienne Wallenwein studierte Ostasienwissenschaften, Sinologie und Economics in Heidelberg, Peking und Shanghai. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Urbanisierung und nachhaltige Städte, sowie kulturelles Erbe, Kulturgüterschutz und das Wohnungswesen in China. In ihrem Dissertationsprojekt hat sie den Umgang mit historischen Wohnvierteln und ihrem Bauerbe anhand dreier Fallstudien untersucht. Ihr Buch „Tackling Urban Monotony. Cultural Heritage Conservation in China’s Historically and Culturally Famous Cities“ zeigt eine jüngst rapide Zunahme der Popularität von städtischem Kulturerbe in der VR China, besonders im Hinblick auf seine Nutzbarmachung für ökonomische Entwicklung. Es beleuchtet große Unterschiede im Umgang mit Erbe von hohem historischem Wert im Vergleich zu vernakulärem Erbe und dem erst seit Kurzem häufiger beachteten industriellen Erbe. Derzeit ist sie Principal Investigator im interdisziplinären Research Tandem „Kulturlandschaft als Ressource Sozialer Innovation. Ein Beitrag zur (Re-)Vitalisierung marginaler Regionen“, welches von der Heidelberger Exzellenzinitiative „Transforming Cultural Heritage“ unterstützt wird. Das Tandem untersucht kulturelle und sozioökonomische Veränderungen in Kulturlandschaften und widmet sich insbesondere der Frage, inwiefern ihr materielles und immaterielles Erbe als Ressource für soziale Innovation nutzbar gemacht werden kann.

All Dates of the Event 'Ostasien Aktuell'

„Ostasien Aktuell“ ist der Titel einer regelmäßigen Reihe von Vorträgen und Diskussionsrunden, die Prof. Dr. Anja Senz mit ihrem Team am Institut für Sinologie der Universität Heidelberg zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der chinesischsprachigen Welt sowie in Japan und Korea organisiert.