Medizinische Fakultät HeidelbergMedical Biometry (Biostatistics)

Medizinische Biometrie (auch Biostatistik) ist die Wissenschaft der Modellierung und Analyse quantifizierbarer biomedizinischer Prozesse und Phänomene. Studierende dieses Faches beschäftigen sich mit der Planung und Auswertung von empirischen Studien und der mathematischen Modellierung von Zusammenhängen in (Biologie und) Medizin.

Die Medizinische Biometrie entwickelt, implementiert und verwendet Methoden der Statistik und der Mathematik, um einen Erkenntnisgewinns aus medizinischen Daten zu ermöglichen. Durch eine statistisch valide Interpretation der Ergebnisse und eine geeignete Darstellung werden diese den jeweiligen medizinischen Fachdisziplinen oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Eine erfolgreiche Planung und Durchführung medizinischer Forschungsprojekte verlangt von Biometrikerinnen und Biometrikern neben methodischen Kenntnissen auch medizinisches und bereichsübergreifendes Wissen und die Fähigkeit, diese beiden Wissenschaftsbereiche zusammenzuführen.

Besonderheiten und Merkmale

Der Studiengang Medical Biometry / Biostatistics an der Universität Heidelberg ist ein berufsbegleitender Studiengang. Das Studium ist eng mit der Berufstätigkeit verzahnt. So müssen auch berufliche Tätigkeiten, die die Studierenden während des Studiums erbringen und die thematischen Inhalte des Studiengangs abdecken, als Studienleistung eingebracht werden.

Die Dozenten des Instituts für Medizinische Biometrie und Informatik (IMBI) und auch alle weiteren Dozenten des Studiengangs sind ausgewählte Experten ihres Faches aus ganz Deutschland und Europa. In dieser Form ist der vom IMBI entwickelte und organisierte Masterstudiengang Medical Biometry/Biostatistics an der Universität Heidelberg einzigartig in Deutschland.

Durch die systematische Umsetzung europäischer Vorgaben für die Strukturierung von Studiengängen erfüllt der Masterstudiengang internationale Standards. Der Studiengang ist damit auf dem europäischen Hochschulmarkt wettbewerbsfähig und führt zu einem europaweit anerkannten universitären Abschluss. Das Studium deckt die Theorie des Zertifikats „Biometrie in der Medizin“ der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) ab. Dieses Zertifikat wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) als Qualifikationsnachweis für den verantwortlichen Biometriker für Zulassungsstudien akzeptiert.

Forschung

Die Abteilung Biometrie des Instituts für Medizinische Biometrie und Informatik verfügt über langjährige und umfangreiche Expertise sowohl in der biometrisch-statistischen Methodenentwicklung und Beratung als auch in der Planung, Durchführung und Auswertung patientenorientierter Forschungsprojekte. Die Forschungsschwerpunkte des Instituts liegen unter anderem in Bereichen der Metaanalyse, der statistischen Genetik, der statistischen Modellierung sowie der Biometrie in klinischen Studien, wie beispielsweise adaptiven Designs, Fallzahlkalkulation und -rekalkulation, mehrstufigen Designs für Phase-II-Studien.

Berufsfelder

Weltweit besteht ein großer Bedarf an wissenschaftlich ausgebildeten Biometrikerinnen und Biometrikern, der insbesondere in Deutschland derzeit nicht gedeckt wird. Auch in Ländern der EU ist die Nachfrage größer, als die Anzahl der auf dem Arbeitsmarkt verfügbaren Biometrikerinnen und Biometriker.

Biometrikerinnen und Biometriker finden Beschäftigung

  • in der Pharmaindustrie
  • an Universitätskliniken und in Krankenhäusern zur Betreuung klinischer Studien
  • an universitären und klinischen Forschungseinrichtungen
  • bei Dienstleistern für klinische Studien, Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS)
  • in Auftragsforschungsinstituten (CRO)
  • in der medizintechnischen Industrie
  • in Gesundheits- und Aufsichtsbehörden (z.B. BfArM, EMA)
  • in Unternehmen zur Qualitätssicherung in klinischen Studien (z.B. IQWiG)

Insights

Um optimal translational Forschung betreiben zu können, habe ich mich für Medical Biometry entschieden.

Maximilian Knoll, 29, Medical Biometry, 3. Semester Master

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