ForschungsprofilField of Focus III

Kulturelle Dynamiken in globalisierten Welten

SB FOF3:

Das Field of Focus 3 „Kulturelle Dynamiken in globalisierten Welten“ adressiert die Komplexität und die Herausforderungen einer dynamisierten Welt in drei aufeinander bezogenen Forschungsfeldern: Transkulturelle Studien, Area Studies und Studien zum Kulturellen Erbe. Damit bündelt das Field of Focus 3 die Forschungsaktivitäten der drei geisteswissenschaftlichen Fakultäten an der Universität Heidelberg – der Neuphilologischen, der Philosophischen und der Theologischen Fakultät –, ihrer Einrichtungen sowie ihrer Kooperationspartner in und außerhalb von Heidelberg. Die Fakultäten des Field of Focus 3 zeichnen sich durch eine ungewöhnliche Vielzahl sogenannter ‚Kleiner Fächer‘ aus.

Die Erforschung der Konstruktion und Dynamisierung kultureller Räume steht im Zentrum der Forschungsaktivitäten des Field of Focus 3. Die Forschungen tragen dazu bei, das Verständnis drängender Probleme wie der Konstruktion kultureller Identität und der Bedeutung und Transformation kulturellen Erbes zu vertiefen. Zur Sicherung des Gegenwartsbezugs fördert der Research Council des Field of Focus 3 unter anderem die Zusammenarbeit mit den Sozialwissenschaften im Field of Focus 4.

Im Field of Focus 3 selbst unterstützt der Council die Bündelung der Kompetenzen durch die Förderung thematischer Schwerpunkte für die Erforschung kultureller Räume. Ein Schwerpunkt liegt in der Erforschung der Praktiken, Netzwerke und Artefakte, durch die Wissen Geltung erhält – insbesondere mit Blick auf konkurrierende Wissensformen in transkulturellen Räumen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der historisch-regionalwissenschaftlichen Erforschung von Traditionen des Stiftens, Sammelns und Schenkens mit Blick auf ihre Gemeinschaften integrierende, zuweilen aber auch desintegrierende Wirkung. Beide Schwerpunkte bringen eine Vielzahl von Disziplinen, Projekten und Personen zusammen; sie werden durch Förderung von Thematic Research Networks gestärkt.

Schwerpunktübergreifend hat sich an der Universität Heidelberg besondere Expertise im Bereich Digital Humanities herausgebildet. Ein Forum Digital Humanities befindet sich in Gründung – es wird die Digital Humanities besonders mit den Schwerpunkten Digital Heritage und Digital Linguistics weiter prägen.

Dieses Forschungsprofil wird durch eine Reihe wichtiger Einrichtungen verstärkt:  Das 2013 gegründete Heidelberg Center for Cultural Heritage (HCCH) unterstützt das Management kultureller Ressourcen und den Erhalt kulturellen Erbes, indem es eine Plattform für kritische Diskussion und Wissenstransfer bietet – dies nicht zuletzt durch den Austausch mit den vielen dem HCCH angehörenden Sammlungen der Universität Heidelberg. Seit 2019 werden diese Aktivitäten mit dem Field of Focus 4 in der Flagship Initiative „Transforming Cultural Heritage“ verbunden.

Am Heidelberg Centre for Transcultural Studies (HCTS) werden Methoden zur Erforschung der Dynamik transkultureller Prozesse entwickelt und damit der interdisziplinäre Dialog maßgeblich unterstützt. Die Area Studies an der Universität Heidelberg haben ihre Schwerpunkte in Süd- und Ostasien (Centre for Asian and Transcultural Studies – CATS), in Nordamerika (Heidelberg Center for American Studies – HCA) sowie in Ibero-Amerika (Heidelberg Center for Ibero-American Studies – HCIAS). Die paradigmatische Erforschung von Prozessen sozialer Integration und Kohäsion sowie kultur-linguistischer Aspekte kann so unter idealen Bedingungen erfolgen (vgl. Europäisches Zentrum für Sprachwissenschaften – EZS, Heidelberg University Language & Cognition Lab – HULC). Für die Weiterentwicklung editorischer Standards und für die zahlreichen in Heidelberg verfolgten Ansätze im Bereich der Digital Humanities sind die Universitätsbibliothek und ihr Verlag heiUP sowie das Interdisziplinäre Zentrum für wissenschaftliches Rechnen (IWR) von besonderer Bedeutung.

Das Field of Focus 3 kann auf das Wissen und den Austausch mit vielen regionalen und überregionalen Partnern zurückgreifen. Aus der Vielzahl von Kooperationen stechen die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie der mit dem Mannheimer Institut für Deutsche Sprache (IDS) gegründete Leibniz-WissenschaftsCampus LiMo (Empirical Linguistics and Computational Language Modeling) hervor. Außerdem gibt es viele Kooperationen mit regional oder international beutenden Museen.