Priority Area 2 Mensch und Umwelt
Die Priority Area 2 bündelt solche Maßnahmen, die das Verhältnis von Mensch und Umwelt ausloten, wobei ‚Umwelt‘ ebenso Natur- wie Kulturräume umfassen kann. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf großen Krisen oder Transformationsprozessen bzw. der Wahrnehmung derselben im künstlerischen Ausdruck. Neben Projekten, in denen es um Nachhaltigkeit – im weitesten Sinne – und damit der Erhaltung von Natur- und Kulturräumen geht, sind auch solche Projekte Teil der FoF 3-Area, in denen utopische/dystopische Imaginarien der Zukunft untersucht werden, wie sie oft in Krisensituationen formuliert werden. Der Schulterschluss mit Projekten aus den anderen Fields of Focus insbesondere zu Umwelt- und Klimafragen, aber auch zu anderen Aspekten von Nachhaltigkeit ist gewünscht.
Die Priority Area 2 baut auf den FoF 3-Forschungsschwerpunkten „Transformationsprozesse“ und „Kulturelles Erbe“ sowie auf den laufenden Forschungsprojekten Center for Apocalyptic and Postapocalyptic Studies (CAPAS), „Worldmaking“ sowie dem TRN „Umwelten – Umbrüche – Umdenken“ auf.
Folgende Maßnahmen werden gefördert:

TRN Mensch-Klima-Umwelt-Interaktion im antiken Kreta. Ansätze zu einem relationalen Erklärungs-modell historischen Wandels
Ziel des TRN ist es, den Einfluss von Klima- und Umweltveränderungen auf die kulturelle Entwicklung Kretas vom Neolithikum bis in die Neuzeit zu untersuchen. Ein zentrales Element des Projekts ist ein mariner Bohrkern, der 2023 auf einer Heidelberger Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff METEOR direkt vor der Südküste Kretas gewonnen wurde. Dieses einzigartige Geoarchiv umfasst die vergangenen rund 8.000 Jahre lückenlos und ermöglicht es, die terrestrischen Klima- und Umweltbedingungen in seinem direkten Einzugsgebiet detailliert zu rekonstruieren. Der Kern hat außergewöhnliches kulturhistorisches Potenzial für eine Verknüpfung der an ihm zu gewinnenden Klima- und Umweltdaten mit terrestrischen Sedimentkernen und archäologischen Befunden. Ausgewählte, archäologisch kritische Schlüsselintervalle sollen dabei als Paradigmen für die Wechselwirkungen zwischen antiker Gesellschaft, Umwelt und Klima analysiert werden. Im Fokus stehen sowohl das Ökosystem als Risiko- und Resilienzfaktor als auch mögliche anthropogene Einflüsse auf die kretische Landschaft.
Projektleitung: Prof. Dr. Diamantis Panagiotopoulos (Klassische Archäologie, diamantis.panagiotopoulos@zaw.uni-heidelberg.de), Prof. Dr. Olaf Bubenzer (Physische Geographie), Prof. Dr. Jörg Pross (Geowissenschaften)
TRN „Denk(t)räume – (Re-)Thinking and Doing Futures“
Katastrophen, so bedrohlich sie sind, können auch der Beginn für radikale Metamorphosen, neue Weltenmodelle sein. Welche Handlungsräume ergeben sich aus dem damit verbundenen Umdenken? Wie werden Krisen zu Katalysatoren? Das TRN wirft einen transkulturell ausgerichteten, historisch informierten Blick auf sich wandelnde, bedrohte Umwelten und nutzt die partikularen Stärken der Geistes- und Sozialwissenschaften, Diskurse anzustoßen, Erzählungen (neu) zu formen und so alternative Modelle für eine „umsetzbare Zukunft“zu entwickeln. In inter- und transdisziplinären Kritischen Dialogen werden Wissenschaftler*innen vernetzt und ein Junges Kolleg etabliert, das bestehende Aktivitäten im Bereich der Transformationsforschung befruchtet und Forscher*innen nach Heidelberg bringt.
Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Mittler (Sinologie), Prof. Dr. Susann Schäfer (Geographie)