hei_onlineVortrag von Katrin Amunts: Strukturen des Gehirns und Sprache

Pressemitteilung Nr. 118/2021
18. November 2021

Die Hirnforscherin aus Düsseldorf ist Referentin der Ruperto Carola Ringvorlesung STRUCTURES

Die Hirnforscherin Prof. Dr. Katrin Amunts, Wissenschaftlerin an der Universität Düsseldorf und wissenschaftliche Forschungsdirektorin des europäischen Human Brain Project, ist zu Gast an der Universität Heidelberg und spricht zum Thema „Strukturen des Gehirns und Sprache“. Der Vortrag ist Teil der Ruperto Carola Ringvorlesung STRUCTURES, in der Forscherinnen und Forscher verschiedener Disziplinen der Frage nachgehen, wo in unserer natürlichen Welt Strukturen auftreten und wie sie mit gemeinsamen Konzepten beschrieben werden können. Die Veranstaltung findet am 22. November 2021 in der Aula der Neuen Universität statt und beginnt um 19.30 Uhr. Die Beiträge der Reihe im Wintersemester 2021/2022 werden außerdem aufgezeichnet und sind jeweils mittwochs abrufbar über heiONLINE – das zentrale Portal der Universität Heidelberg mit Vorträgen, Diskussionsrunden und Veranstaltungen in digitalen Formaten, die sich an eine breite Öffentlichkeit wenden.

Plakat Ruperto Carola Ringvorlesung STRUCTURES

Wie bringt das menschliche Gehirn Sprache hervor? Nach den Worten der Referentin haben Ärzte schon sehr früh beobachtet, dass Aphasie – eine häufig nach einem Schlaganfall auftretende Sprachstörung – mit der Schädigung bestimmter Hirnstrukturen einhergeht. Jedoch ist immer noch sehr wenig über die genaue innere Struktur dieser Sprachareale bekannt. Auch ein klares Bild, wie verschiedene Ausprägungen von Sprachstörungen mit dieser Struktur in Verbindung stehen, fehlt bislang. Dies ändert sich, so die Wissenschaftlerin, mit der Entwicklung neuer hochaufgelöster Karten des Gehirns. Mit einem im Human Brain Project entwickelten Atlas des menschlichen Gehirns kann die zelluläre Organisation des Gehirns mit molekularen und genetischen Markern sowie Informationen über die Verbindungsstruktur verknüpft werden. Schritt für Schritt lassen sich so Aspekte von Sprache wie Syntax oder Semantik bestimmten Hirnregionen und ihren Netzwerken zuordnen. Das eröffnet nach den Worten von Prof. Amunts neue Perspektiven für die Sprach- und Kognitionsforschung bis hin zu Anwendungen im Bereich der Neurochirurgie. Katrin Amunts ist Direktorin des Cécile und Oskar Vogt-Instituts für Hirnforschung am Universitätsklinikum Düsseldorf. Zugleich leitet sie am Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich den Bereich Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns. Das Human Brain Project verfolgt das Ziel, das gesamte Wissen über das menschliche Gehirn zusammenzufassen und mithilfe computerbasierter Modelle und Simulationen nachzubilden.

Die Ruperto Carola Ringvorlesung ist Teil eines Konzepts von Fokusthemen. Damit will die Universität Heidelberg gesellschaftlich relevante Forschungsfragen in unterschiedlichen Formaten an die breite Öffentlichkeit herantragen. Die Ringvorlesung STRUCTURES wurde gemeinsam mit dem gleichnamigen Exzellenzcluster der Universität Heidelberg konzipiert und steht unter dem Fokusthema „Verbinden und Spalten“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen setzen sich aus der Sicht ihrer Disziplin mit verbindenden und trennenden Strukturen in unserer Welt auseinander. Sie stellen Strukturen in Mathematik und Physik, in menschlichen Gemeinschaften und im Körper des Menschen selber, aber auch in Literatur und Musik dar und einander gegenüber.

Die Präsenzveranstaltungen werden auf der Basis der aktuellen Corona-Verordnungen nach der 2G-Regel mit Maskenpflicht durchgeführt.