Gina Fuhrich

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Kontakt

Dr. Gina Fuhrich
Historisches Seminar der Universität Heidelberg                       
Grabengasse 3-5
69117 Heidelberg

Tel: 06221/543934

gina.fuhrich@zegk.uni-heidelberg.de

 

 

 

 


Post-Doc-Projekt

"Zeit mit (Groß-)Vätern. Zeitbudgets und Formen männlicher (Groß-)Elternschaft im Strukturwandel der 1970er Jahre"


Das Forschungsprojekt untersucht, wie sich Großvaterschaft während des Strukturwandels in der Bundesrepublik veränderte. Es geht davon aus, dass die als krisenhaft erlebten sozioökonomischen Strukturänderungen der 1970er Jahren und die soziokulturelle Neubestimmung von Männlichkeit, neue Formen von Großvaterschaft erforderlich und möglich machten. Es ist zu prüfen, ob und inwiefern es im Zuge des Abbaus wohlfahrtstaatlicher Leistungen zu einer Aufwertung familialer Solidarität kam, die in einer Funktionalisierung der Großeltern-Enkelkinderbeziehungen resultierte. Zur gleichen Zeit erfolgte ein tiefergreifender Wandel in der Wahrnehmung des Alterns, bestimmt durch Faktoren wie dem bis in die jüngere Vergangenheit gesunkenen Ruhestandsalter, der länger anhaltenden und besseren Gesundheit von Männern oder der finanziellen Absicherung im Alter. Das Alter wurde zu einer Lebensphase eigener Qualität.


Konkret fragt die Arbeit danach, wie viel Zeit aus welchen Gründen für großväterliche Tätigkeiten mit und an Kindern aufgewandt wurde. Welche Faktoren ermöglichten (verhinderten), dass Großväter Zeit mit ihren Enkelkindern verbrachten? Wie bewerteten Großväter die männliche Großelternschaft und welche Bedeutung wurde ihr zugeschrieben? Das Projekt nimmt also die Veränderungen im Selbstverständnis und im Betreuungshandeln von Großvätern in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in den Blick.

 


Dissertationsprojekt (abgeschlossen)

"Humanisierung oder Rationalisierung? Arbeiter als Akteure in der betrieblichen Umsetzung des Bundesprogramms „Humanisierung des Arbeitslebens“ bei der VW AG"


Die Forschungsarbeit untersucht Erfolge und Grenzen des Reformvorhabens anhand von HdA-Projekten zur Einführung von Industrierobotern und der Gruppenarbeit beim Automobilhersteller VW. Sie zeigt, wie ein politisches Programm an konkrete Ansprüche und Erfordernisse vor Ort angepasst wird, indem Aushandlungsprozesse auf betrieblicher Ebene in den Fokus rücken. Vor allem das Handeln von Arbeiterinnen und Arbeitern in den HdA-Projekten und deren Beiträge zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens werden analysiert. Es zeigt sich: Sie gestalteten innerbetrieblichen Wandel mit und förderten Innovationen, wenn sie in Veränderungsprozesse einbezogen wurden. Die Sozialpartnerschaft, die Förderung von Partizipation und der Interessenausgleich in den Arbeitsbeziehungen waren elementar, um den Strukturwandel in den 1970ern zu bewältigen und den sozialen Frieden zu sichern. Letztlich macht die betriebliche Auseinandersetzung mit einem vergangenen Reformprogramm Potenziale und Grenzen eines solchen politischen Wirtschaftssteuerungselements sichtbar und generiert Orientierungswissen, um die Logiken der aktuellen Krise besser zu verstehen. Damit können Lösungsstrategien entwickelt und die Fehler der Vergangenheit vermieden werden.

 


Zur Person


seit Nov. 2020
Post-Doc-Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung im Projekt „Zeit mit (Groß-)Vätern. Zeitbudgets und Formen männlicher (Groß-)Elternschaft im Strukturwandel der 1970er Jahre“


seit Februar 2014
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität Heidelberg, Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern)


2011 - 2013
Master-Studium der Neueren und Neuesten Geschichte an der Universität Heidelberg,
Master-Arbeit zum Thema: "Der Umgang mit kolonialer Vergangenheit in der BRD. Politische Debatten um den Völkermord und die Schädelrückführungen der Nama und Herero"


2008 - 2011
Bachelor-Studium der Geschichte und Ethnologie an der Universität Heidelberg,
Bachelor-Arbeit zum Thema: "Die Rolle der Religion in der amerikanischen Abtreibungsdebatte. Propaganda der New Christian Right"

 


Publikationen

2021
Hörbare Quellen – Tonbandaufnahmen und ihre Transkription, in: Textbuch Humanisierung des Arbeitslebens. Quellen einer Neuen Geschichte der Arbeit, hrsg. v. Katja Patzel-Mattern, Düsseldorf Hans-Böckler-Stiftung, 2021.

Fuhrich, Gina/Schott, Arne: Das Programm „Humanisierung des Arbeitslebens“ und seine Bedeutung für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der 1970er Jahre, in: Textbuch Humanisierung des Arbeitslebens. Quellen einer Neuen Geschichte der Arbeit, hrsg. v. Katja Patzel-Mattern, Düsseldorf Hans-Böckler-Stiftung, 2021.

Das staatliche Forschungsprogramm „Humanisierung des Arbeitslebens“ als Quelle, in: Textbuch Humanisierung des Arbeitslebens. Quellen einer Neuen Geschichte der Arbeit, hrsg. v. Katja Patzel-Mattern, Düsseldorf Hans-Böckler-Stiftung, 2021.

Humanisierung der Frauenarbeit?– Arbeitsbedingungen von Arbeiterinnen im HdA-Programm während der Wirtschaftskrise, in: Ökonomische Krisen als Chance? Kooperation und Regulation in historischer Perspektive. Perspektiven der Wirtschaftsgeschichte, hrsg. v. Katja Patzel-Mattern, Stuttgart Franz Steiner Verlag 2021.


2020
Fuhrich, Gina: Humanisierung oder Rationalisierung? Arbeiter als Akteure im Bundesprogramm „Humanisierung des Arbeitslebens“ bei der VW AG, Stuttgart 2020.

Dr. Gina Fuhrich, Sebastian Knoll-Jung, Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern, Arne Schott, Interview „Aushandlung und Teilhabe im Programm ‚Humanisierung des Arbeitslebens‘ – Abschlussdiskussion mit der Heidelberger Forschungsgruppe“, Heidelberg 12/08/2020, in: Ökonomische Krisen als Chance?, https://hdainhd.hypotheses.org/620, 19/11/2020,  (abgerufen am: 24.11.20).

Interview „Was war die Humanisierung der Arbeit?“, Heidelberg 13/07/2020, in: Ökonomische Krisen als Chance?, 21/08/2020, https://hdainhd.hypotheses.org/388, (abgerufen am: 24.11.20).

Fuhrich, Gina/ Patzel-Mattern, Katja: Modern Times. Im Takt der Maschine, in: Maschine & Mensch, in: Ruperto Carola Forschungsmagazin 16 (2020), S. 116-125.


2019
Rationalisierung von unten – Arbeiter als Gestalter betrieblicher Rationalisierung bei VW, in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien 1 (2019), S. 111–126.

Lernen als Hürde und Überforderung? Qualifikation und Qualifizierung von Arbeitern in den HdA-Projekten bei VW, in: „Humanisierung der Arbeit“. Aufbrüche und Konflikte in der rationalisierten Arbeitswelt, hrsg. v. Nina Kleinöder/Stefan Müller/ Karsten Uhl, Bielefeld 2019, S. 233-255.#


2015 und früher
Rezension zu: Johannes Bähr: Thyssen in der Adenauerzeit. Konzernbildung und Familienkapitalismus, Paderborn 2015, in: Oxford Journals -German History, Jg. 34 (2016), Nr. 3.

Buchveröffentlichung eines Zeitzeugen-Porträts in "Zukunft mit Heimweh. Integration und Aufbauleistung der  Heimatvertriebenen und Flüchtlinge im Neckar-Odenwald-Kreis zur Würdigung der Aufbauarbeit von Vertriebenen im Neckar-Odenwald-Kreis" im Verlag Regionalkultur.

Schatten auf dem Mythos Heidelberg - Auf den Spuren der Nationalsozialisten. Online VerfügbarExterner Inhalt.

 


Lehrtätigkeit

Sommersemester 2020
Proseminar: Von Taylor zu Ford. Industriearbeit im Wandel.

Wintersemester 2017/18
Proseminar: "Rule Britannia!" – Industrialisierung in Großbritannien

Wintersemester 2016/17
Proseminar: "Die neue Frau?“ – Frauenleben in der Weimarer Republik 

Wintersemester 2015/16
Proseminar: Schneller, besser, billiger? Industriearbeit im 20. Jahrhundert

Wintersemester 2014/15
Proseminar "Die Verwandlung der Welt" - Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert

 

 

Seitenbearbeiter: Anna Frahm
Letzte Änderung: 24.11.2020
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