Förderung„Romani Rose-Fellowship“ ausgeschrieben

23. Mai 2019

Doktoranden und Postdoktoranden können sich um Förderung bewerben

Ein neu eingerichtetes Stipendium im Bereich der Antiziganismus­forschung wird erstmals zum Wintersemester 2019/2020 am Historischen Seminar der Universität Heidelberg ausgeschrieben. Das „Romani Rose-Fellowship“ ist mit einer Fördersumme von 20.000 Euro ausgestattet und wendet sich an Doktoranden sowie Postdoktoranden aus den Ländern der Europäischen Union. Mit dem Forschungsstipendium, das künftig jährlich vergeben werden soll, ist ein Aufenthalt an der Forschungsstelle Antiziganismus der Ruperto Carola verbunden. Es wird von der Manfred Lautenschläger-Stiftung gefördert und ist nach dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, benannt. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2019.

Das „Romani Rose-Fellowship“ kann in zwei Varianten vergeben werden. Doktoranden erhalten zur Vorbereitung, Erstellung oder zum Abschluss ihrer Promotion eine auf zwölf Monate angelegte Förderung von 1.666 Euro monatlich. Postdoktoranden, die ihr wissenschaftliches Profil nach der Promotion schärfen möchten, bewerben sich auf ein acht Monate umfassendes Stipendium in Höhe von 2.500 Euro pro Monat. Gefördert werden Projekte und Forschungsvorhaben mit Bezug zur Antiziganismusforschung oder einem verwandten Feld wie der Rassismusforschung. Eine Kommission der Forschungsstelle wählt die Stipendiaten aus. Das Fellowship würdigt Romani Roses jahrzehntelanges Engagement für Menschen- und Bürgerrechte.

Die Forschungsstelle Antiziganismus ist am Historischen Seminar der Universität Heidelberg angesiedelt. Sie beschäftigt sich mit Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Untersucht werden allen voran Mechanismen der Vorurteilsbildung und Praktiken der Diskriminierung. Die Einrichtung der Forschungsstelle geht auf einen Staatsvertrag zurück, den der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg, und das Land Baden-Württemberg im November 2013 geschlossen haben und der im November 2018 erneuert wurde.