Field of Focus III - Geförderte ProjekteVermessene Figuren

Quantitäten und Qualitäten dramatischer Charaktere – Poetologien und Texte zwischen 1740 und 1920

Projektleitung

Dr. Marcus Willand

 

Seit der Antike spielt die poetologische Reflexion dramatischen Schaffens eine eminent wichtige Rolle im Diskurs um die Deutungshoheit von Tragödien und Komödien, weshalb sich Autoren hinsichtlich ihres dramatischen Werks deutlich stärker als bei anderen Gattungen der Verpflichtung ausgesetzt sehen, ihre Texte zu reflektieren.

Dabei explizieren sie Figurenkonstitutionen und -konstellationen, Wirkungsabsichten, Konfliktdarstellungen u.v.m. Da der historische Abriss einer „Poetologiegeschichte der dramatischen Figur“ bisher Desiderat ist, widmet sich meine Habilitation, nebst interpretierenden case studies, dieser Leerstelle. Hierbei verbinde ich traditionell literaturwissenschaftliche Perspektiven mit meiner interdisziplinären Forschung im Bereich der Digital Humanities. Die digitalen Textanalysen auf einem bereits annotierten Korpus von 400 Dramen werden meine kerngermanistische Habilitation durch Fragestellungen zu erweitern, die nur korpusbasiert zu beantworten sind. Die Förderung des FoF3-Research Council erlaubt es mir, qualitative und quantitative Methoden zu verbinden und deutsche Poetologiegeschichte durch eine „Vogelperspektive“ auf dramatischer Texte zwischen 1740 und 1920 neu zu perspektivieren.

 

Kontakt:

marcus.willand@gs.uni-heidelberg.de

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