Skelette wurden vor rund 220 Jahren in der Heidelberger Anatomie vertauscht Historischer Räuber „Schinderhannes“ eindeutig identifiziert

Ein internationales Forschungsteam hat das Skelett des legendären Räubers Johannes Bückler („Schinderhannes“) eindeutig identifiziert. Zwei Skelette, die seit rund 200 Jahren in der Anatomischen Sammlung Heidelberg aufbewahrt wurden und mit den Namen „Schinderhannes“ und „Schwarzer Jonas“ beschriftet waren, hatten sich als vertauscht herausgestellt.

Johannes Bückler und Christian Reinhard („Schwarzer Jonas“) wurden 1803 in Mainz hingerichtet. Ihre Skelette gelangten 1805 in die Heidelberger Sammlung. Vermutlich kam es bereits im frühen 19. Jahrhundert unter dem Anatomen Friedrich Tiedemann zu einer Verwechslung der Beschriftung. Das Team nutzte moderne isotopische, anthropologische und genetische Analysen, um die Identität der Skelette zu klären. Entscheidend war ein DNA-Abgleich mit einem heutigen Nachkommen des Schinderhannes, der eine eindeutige Verwandtschaft belegte.

Das bislang als „Schwarzer Jonas“ geführte Skelett gehört tatsächlich dem Schinderhannes. Das andere Skelett konnte keiner bekannten Person zugeordnet werden. Die Untersuchung verdeutlicht, wie historische Irrtümer mithilfe moderner Wissenschaft korrigiert werden können.
Aus konservatorischen Gründen wurde das echte Skelett inzwischen durch eine künstlerische Replik ersetzt – als Beispiel für verantwortungsvollen Umgang mit menschlichen Überresten in musealen Sammlungen.

Foto des Skeletts von Schinderhannes