ÜberlebensstrategienSignalproteine und Musterbildung

Pressemitteilung Nr. 16/2020
10. Februar 2020

Aktuelle Fragen der Lebenswissenschaften sind Thema der nächsten Veranstaltung der Reihe „Überlebensstrategien“

Sie steuern wichtige Prozesse in der Embryonalentwicklung, um biologische Strukturen in vielzelligen Organismen auszubilden: Mit den sogenannten Wnt-Proteinen befasst sich die nächste Veranstaltung in der Reihe „Überlebensstrategien“. Der Entwicklungs- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Thomas Holstein vom Centre for Organismal Studies der Universität Heidelberg wird gemeinsam mit Kollegen ihre Bedeutung und Funktionsweise anhand von Beispielen und filmischen Darstellungen erläutern. Getragen wird die Reihe von den Sonderforschungsbereichen der Ruperto Carola, in denen zentrale Fragen der molekularen Lebenswissenschaften bearbeitet werden; sie ist ein gemeinsames Projekt mit der Rhein-Neckar-Zeitung. Die Veranstaltung „Musterbildung“ findet am 13. Februar 2020 im Karlstorbahnhof statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Überlebensstrategien Runde 8

Wie überleben Lebewesen – vom Einzeller über Pflanzen und Tiere bis zum Menschen – unter widrigen Umständen und schwierigen Bedingungen? Mit der Reihe „Überlebensstrategien“ suchen die lebenswissenschaftlichen Forscher der Universität Heidelberg das Gespräch mit der breiten Öffentlichkeit und haben dazu ein besonderes Format gewählt: Im Karlstorbahnhof in entspannter Lounge-Atmosphäre führen sie in ausgewählte Fragestellungen, Methoden und langfristige Ziele der molekularen Lebenswissenschaften ein. Redakteure der RNZ-Stadtredaktion gestalten die Gesprächsführung. Ihre Fragen und Perspektiven bilden die Brücke zum Publikum, das in den Dialog einbezogen wird. Weitere Veranstaltungen der Reihe mit musikalischer Begleitung durch Mitglieder des Collegium Musicum finden im Mai und im Juli 2020 statt.

Prof. Holstein ist Sprecher des Sonderforschungsbereiches 1324 „Mechanismen und Funktionen des Wnt-Signalwegs“, in dem Wissenschaftler verschiedener Disziplinen die Signalproteine und ihre Rolle bei der Bildung biologischer Muster erforschen. Die Musterbildung gewährleistet, dass sich eine vermeintlich chaotische Ansammlung von Zellen zu einem koordinierten Verbund wie Gewebe und Organe entwickelt. Dabei führen Störungen dieser Prozesse nicht nur zu Entwicklungsdefekten und Fehlbildungen während der Embryonalentwicklung, sondern tragen – so Prof. Holstein – auch erheblich zur Entstehung von Krebserkrankungen bei. Über die Forschungen zu den Wnt-Proteinen berichtet der Wissenschaftler gemeinsam mit der Mathematikerin Prof. Dr. Anna Marciniak-Czochra und dem Entwicklungsbiologen Prof. Dr. Joachim Wittbrodt sowie Prof. Dr. Michael Boutros, der am Deutschen Krebsforschungszentrum und an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg forscht. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Dr. Micha Hörnle von der RNZ-Stadtredaktion.

SFBs sind Forschungsverbünde, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden und sich aus 15 bis 20 Arbeitsgruppen zusammensetzen. Während Sonderforschungsbereiche in der Regel an einer Universität angesiedelt sind, verteilen sich die SFB/Transregio-Verbünde auf zwei oder drei Standorte. Projekte, die innerhalb eines SFB gefördert werden, behandeln eine übergreifende Fragestellung der Grundlagenforschung aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Techniken über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren. An der Universität Heidelberg sind aktuell 13 Sonderforschungsbereiche und SFB/Transregios mit lebenswissenschaftlichen Fragestellungen angesiedelt.

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