Studium Generale – DigitalMax und Marianne

Ingrid Gilcher-Holtey, Universität Bielefeld, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie

27. Juli 2020

Was kennzeichnet das Leben von Max und Marianne Weber? Welchen Plan vom Leben als Paar hatten sie? Stellt ihre „Gefährtenehe“, wie Marianne Weber es nannte, ein Modell intellektueller Paarbeziehung dar? Die „Intellektualisierung“ der Ehe wird als ein künstlerisches, lebenspraktisches Projekt der Moderne angesehen. Am Rande der Gesellschaft begonnen, wird es im Zeitraum von 1880 bis 1920/40 von einer immer größer werdenden Zahl von Paaren in ganz Europa erprobt und fortentwickelt. Es sind Visionen vom Leben zu zweit, die die intellektuelle Paarbeziehung formen und ihr Stabilität verleihen. Welche Vision verfolgten Max und Marianne Weber? Was verband sie? Hielt das sie Verbindende über die Zeit? Der Vortrag zeigt, wie der Plan vom Leben als Paar das Engagement der Gefährten im wissenschaftlichen Bereich prägte, bevor er die Herausforderungen der „Gefährtenehe“ durch die erotische Bewegung 1907/1908 sowie Eros und Revolution 1918-1920 portraitiert.

Pressemitteilung

Ingrid Gilcher-Holtey

Ingrid Gilcher-Holtey lehrte und forschte von 1994 bis 2018 als Professorin für Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld. Die Historikerin wurde 1985 an der Universität Heidelberg promoviert, neun Jahre später folgte die Habilitation an der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Geschichte der Intellektuellen und der Geschichte der Neuen Sozialen Bewegungen. Zahlreiche Gastprofessuren führten die Wissenschaftlerin an Hochschulen in Frankreich und Großbritannien.

MAX WEBER IM SPIEGEL DER REFERENTEN

MAX UND MARIANNE