Studiengänge am IPW

Vorlesung

Politikwissenschaft ist die Bezeichnung für die wissenschaftliche Analyse des "Strebens nach Machtanteil oder nach Beeinflussung der Machtverteilung" (Max Weber) und der verbindlichen Regelung gesellschaftlicher Konflikte über begehrte Werte und Güter in der Innenpolitik, der Außenpolitik und den internationalen Beziehungen. Das Fach befasst sich insbesondere mit der Ordnung und Funktionsweise politischer Institutionen und der zwischen Staat und Gesellschaft vermittelnden Einrichtungen und Prozesse, mit der politischen Gestaltung durch Staatstätigkeit, mit dem Austrag gesellschaftlicher Konflikten sowie mit den Beziehungen im internationalen System.

Als Wissenschaftsdisziplin ist die Politikwissenschaft in Deutschland in nennenswertem Umfang erst nach dem Zweiten Weltkrieg etabliert worden. Ein Teil ihrer Traditionslinien ist jedoch viel älter. Die philosophische Beschäftigung mit der Politik hat ihren Ursprung letztlich in der Staatslehre der Philosophen der griechischen Antike. Als Sozialwissenschaft ist sie heute eine moderne erfahrungswissenschaftliche Disziplin, deren Grundlegung vor allem in den USA in Westeuropa erfolgte.

Politikwissenschaft ist heute im Wesentlichen in folgende Kernbereiche gegliedert:

 

  • Politische Philosophie und Ideengeschichte, moderne Theorien der Politik
  • Das politische System der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union
  • Vergleichende Analyse politischer Systeme
  • Staatstätigkeitsforschung, Policy-Analyse
  • Außenpolitik und internationale Beziehungen
  • Konfliktforschung
  • Empirische Methoden der Politikwissenschaft

 

Bei den Fragestellungen des Faches ergeben sich zahlreiche Berührungspunkte mit dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächerumfeld, insbesondere Geschichte, Soziologie, Philosophie, Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft und Psychologie.

 

Ein intensives Interesse an Politik ist eine gute und notwendige Voraussetzung für ein Studium der Politikwissenschaft. Eine Beschäftigung mit der Tagespolitik oder der Wunsch nach politischer Betätigung reichen jedoch für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Politik nicht aus. Politikwissenschaft in Heidelberg bedeutet vielmehr eine systematische und möglichst objektive Untersuchung gesellschaftlicher Gegebenheiten. Ein Verständnis für geschichtliche Entwicklungen, kulturelle Unterschiede und wirtschaftliche Zusammenhänge, kommunikatives Gespür, statistische Kenntnisse und Freude am genauen Beobachten und Durchdenken bieten eine gute Grundlage für ein erfolgreiches politikwissenschaftliches Studium. Angesichts der immer stärker werdenden internationalen Vernetzung im Wissenschaftssystem sind gute Lesekenntnisse im Englischen zur Lektüre der Fachliteratur unabdingbar.

 

Das Studium der Politikwissenschaft führt nicht zu einem bestimmten Beruf, sondern eröffnet den Absolventen eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsfelder. Tätigkeitsmöglichkeiten ergeben sich in Forschung und Lehre, im Wissenschaftsmanagement, in der öffentlichen Verwaltung, bei Parteien, Verbänden, internationalen und nichtstaatlichen Organisationen, in der Öffentlichkeitsarbeit sowie insbesondere auch bei Medien und Verlagen. Eine weiterführende politikwissenschaftliche Ausbildung findet im Rahmen eines Master-Studiums oder daran anschließend in einer Promotion statt.

 

Vor Ihrer Studienwahl können Sie mit dem Selbsttest zur Studienorientierung der Universitäten und Hochschulen Baden-Württembergs überprüfen, ob das Fach Politikwissenschaft und der angestrebte Studienabschluss Ihren Neigungen und Interessen entsprechen: was-studiere-ich.de Externer Inhalt

 

Bei weitergehenden Fragen zum BA Studiengang stehen Ihnen gerne unsere Fachstudienberater zur Verfügung.

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Letzte Änderung: 08.08.2017
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