Personalien November 2018

Einen Ruf nach Heidelberg haben angenommen:

Dr. Michaela Frye, University of Cambridge (Großbritannien), auf die W3-Professur „Molekulare Mechanismen der Tumorgenese“ (Fakultät für Biowissenschaften, gemeinsame Berufung mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum)

Prof. Dr. Ulrich Reininghaus, Maastricht University (Niederlande), auf die W3-Heisenberg-Professur „Psychiatrische Versorgungsforschung“ (Medizinische Fakultät Mannheim, gemeinsame Berufung mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim)

Juniorprofessorin Dr. Yana Vaynzof, Universität Heidelberg, auf die W2-Professur auf Zeit „Organische Elektronik“ (Fakultät für Physik und Astronomie)

Die Bezeichnung „Außerplanmäßiger Professor“ wurde verliehen an (für die Dauer der Lehrbefugnis):

Priv.-Doz. Dr. Julia Bohnengel (Neuphilologische Fakultät)

Priv.-Doz. Dr. Jörg Evers (Fakultät für Physik und Astronomie)

Priv.-Doz. Dr. Christian Fendt (Fakultät für Physik und Astronomie)

Priv.-Doz. Dr. Tobias Gotterbarm (Medizinische Fakultät Heidelberg)

Alexander von Humboldt-Stiftung Preisträger / Stipendiaten an der Universität Heidelberg:

Dr. Luis Castellvi Laukamp (Romanische Literaturwissenschaften), University of Cambridge (Großbritannien) ­– Humboldt-Forschungsstipendium für Postdoktoranden
Gastgeber: Prof. Dr. Robert Folger, Universität Heidelberg, Romanisches Seminar

Ehrungen – Auszeichnungen – Ernennungen

Der Heidelberger Mediziner Dr. Titus Brinker ist mit dem EU-Gesundheitspreis der Europäischen Kommission ausgezeichnet worden. Im Rahmen der Auszeichnung belegte er mit der von ihm gegründeten Initiative „Aufklärung gegen Tabak e.V.“ den zweiten Platz, der mit 15.000 Euro dotiert ist. Das Netzwerk wird von über 3.500 Medizinstudenten und Ärzten in weltweit 14 Ländern getragen. Es verfolgt das Ziel, die schulische Tabakprävention zu fördern, die medizinische Ausbildung zu verbessern und den Dialog mit der Politik zu führen. Selbstentwickelte Smartphone-Apps unterstützen zudem Raucher bei der Entwöhnung. Titus Brinker leitet die Arbeitsgruppe „App-Entwicklung“ am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg und absolviert am Universitätsklinikum Heidelberg seine Facharztausbildung im Bereich Dermatologie. Mit dem Gesundheitspreis wurden in diesem Jahr erstmalig Initiativen ausgezeichnet, die die Tabakprävention und damit die öffentliche Gesundheit fördern. Die Preisverleihung fand am 12. November 2018 im Zuge der jährlichen „EU Health Policy Platform“ in Brüssel (Belgien) statt.

Mit dem „Takeda Oncology Forschungspreis NSCLC 2018“ sind die Heidelberger Wissenschaftler Dr. Petros Christopoulos und Prof. Dr. Rocio Sotillo ausgezeichnet worden. Gewürdigt werden damit ihre Arbeiten über genetische Varianten einer bestimmten Form von bösartigen Lungentumoren. Dabei handelt es sich um den sogenannten ALK-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, abgekürzt NSCLC. Beide Preisträger erreichten im Zuge dieser Auszeichnung jeweils den ersten Platz und erhielten ein Preisgeld von 30.000 Euro. Dr. Christopoulos ist Facharzt für Onkologie an der Thoraxklinik des Universitätsklinikums Heidelberg. Prof. Sotillo leitet die Abteilung Molekulare Grundlagen thorakaler Tumoren am Deutschen Krebsforschungszentrum und ist Mitglied des Translational Lung Research Center Heidelberg, einem interdisziplinären Zentrum für translationale Lungenforschung. Mit dem Forschungspreis prämiert das Unternehmen Takeda Oncology exzellente Arbeiten aus der präklinischen und klinischen Forschung. Die Preisverleihung fand am 29. September 2018 während der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Wien statt.

Der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Dannecker, langjähriger Direktor des Instituts für deutsches, europäisches und internationales Strafrecht und Strafprozessrecht der Universität Heidelberg, ist künftig als Seniorprofessor an der Ruperto Carola tätig. Mit seiner Ernennung zum Oktober 2018 wird Prof. Dannecker Aufgaben in Forschung und Lehre, insbesondere im Bereich des Strafrechts, weiterführen. Dazu gehört unter anderem auch die Mitwirkung an Prüfungen der Juristischen Fakultät. Die Universität Heidelberg verleiht die Bezeichnung Seniorprofessor an ausgezeichnete Forscher und akademische Lehrer. Sie verfolgt damit das Ziel, den reichen Erfahrungsschatz emeritierter oder im Ruhestand befindlicher Professorinnen und Professoren weiter aktiv zu nutzen. Gerhard Dannecker ist seit 2007 an der Ruperto Carola tätig. Der Wissenschaftler wird für drei Jahre als Seniorprofessor wirken.

Mirco Friedrich, Student der Humanmedizin und Doktorand an der Universität Heidelberg, hat den mit 2.000 Euro dotierten „Young Investigator Award“ der European Association of Neuro-Oncology (EANO) erhalten. Ausgezeichnet wurde er für seine Forschungsarbeit zu niedrig-gradigen Gliomen –  einer Form von bösartigen Hirntumoren, die vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betreffen. Im Rahmen seiner Doktorarbeit erforscht Mirco Friedrich die Mechanismen, mit denen sich diese Tumoren vor dem Immunsystem verstecken, um damit neuartigen Therapien wie der Immuntherapie oder Anti-Tumor-Impfungen den Weg zu bereiten. Der „Young Investigator Award“ wird an Forscherinnen und Forscher unter 35 Jahren vergeben, die durch neuartige Erkenntnisse zur Diagnose und Behandlung von Hirntumoren auf sich aufmerksam machen. Mirco Friedrich hat im Zuge der Auszeichnung an der Jahrestagung der amerikanischen Society of Neuro-Oncology (SNO) teilgenommen, die vom 15. bis 18. November 2018 in New Orleans, Louisiana (USA) durchgeführt wurde.

Der Humangeograph Prof. Dr. Hans Gebhardt ist künftig als Seniorprofessor an der Ruperto Carola tätig. Mit seiner Ernennung zum Oktober 2018 wird Prof. Gebhardt die internationale Forschungszusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen in China ausbauen. Darüber hinaus vertritt er weiterhin die Universität in der Kommission für geschichtliche Landeskunde Baden-Württemberg, in der Akademie für Raumforschung und Landesplanung sowie in weiteren Institutionen. Die Universität Heidelberg verleiht die Bezeichnung Seniorprofessor an ausgezeichnete Forscher und akademische Lehrer. Sie verfolgt damit das Ziel, den reichen Erfahrungsschatz emeritierter oder im Ruhestand befindlicher Professorinnen und Professoren weiter aktiv zu nutzen. Hans Gebhardt ist seit 1996 am Geographischen Institut der Universität Heidelberg tätig. Der Wissenschaftler wird für zwei Jahre als Seniorprofessor wirken.

Privatdozent Dr. Mohamad Jawhar, Facharzt für Innere Medizin und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der III. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Mannheim, ist mit dem Hector-Forschungspreis Onkologie 2018 ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und gilt Dr. Jawhars Arbeiten zur fortgeschrittenen systemischen Mastozytose, einer seltenen Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark. Unter anderem konnte der Arzt und Krebsforscher mithilfe von Hochdurchsatz-Sequenzierungsanalysen zeigen, dass mit fortgeschrittener Krankheit immer wiederkehrende genetische Veränderungen einhergehen. Die H.W. & J. Hector Stiftung vergibt die Auszeichnung alle zwei Jahre für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der hämatologischen und der onkologischen Forschung. Die Preisverleihung fand am 1. Oktober 2018 während der Jahrestagung der deutschsprachigen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Wien (Österreich) statt.

Prof. Dr. Lothar Ledderose ist von Oktober 2018 an für drei weitere Jahre als Seniorprofessor an der Ruperto Carola tätig. Der Kunsthistoriker forscht in einem Langzeitprojekt an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften zu den in Stein gemeißelten buddhistischen Sutren in China. Darüber hinaus betreut Prof. Ledderose – Wissenschaftler am Institut für Kunstgeschichte Ostasiens – Studierende und Doktoranden an der Philosophischen Fakultät. Im Jahr 2010 ernannte ihn der Rektor erstmals zum Seniorprofessor. Die Universität Heidelberg verleiht die Bezeichnung Seniorprofessor an ausgezeichnete Forscher und akademische Lehrer. Mit ihrer Ernennung verfolgt sie das Ziel, den reichen Erfahrungsschatz emeritierter oder im Ruhestand befindlicher Professoren weiter aktiv zu nutzen. Lothar Ledderose lehrt und forscht seit 1976 in Heidelberg.

Die Heidelberger Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Silke Leopold erhält den Händel-Preis der Stadt Halle. Ausgezeichnet wird sie für ihre Verdienste um die Erforschung der Musik von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759). Die Preisjury würdigt damit auch ihre „bahnbrechenden Studien zur Barockmusik im europaweiten Maßstab“, in denen sich Prof. Leopold intensiv mit den Oratorien und den Opern Händels auseinandergesetzt hat. Ihre Forschungsergebnisse sind nicht nur in wichtige Aufsätze und Gesamtdarstellungen innerhalb von Handbüchern und Enzyklopädien eingeflossen, sondern haben auch zu einem bedeutenden Buch über Händels Opern geführt, das 2009 erschienen ist. Silke Leopold lehrt und forscht seit 1996 am Musikwissenschaftlichen Seminar der Ruperto Carola; im Jahr 2014 wurde sie emeritiert. Der Händel-Preis wird vergeben für besondere künstlerische, wissenschaftliche oder kulturpolitische Leistungen, die im Zusammenhang mit der internationalen Händel-Pflege in Halle stehen. Die Preisverleihung findet im Juni kommenden Jahres in Halle statt.

Prof. Dr. Laura Na Liu, Wissenschaftlerin am Kirchhoff-Institut für Physik der Universität Heidelberg, wurde von der Kavli Foundation eingeladen, die „Early Career Lectureship in Materials Science“ zu halten. Die Stiftung zur Förderung der Wissenschaften mit Sitz in den USA vergibt diese mit 1.000 US Dollar dotierte Auszeichnung an junge Forscherinnen und Forscher, die bereits in der Anfangsphase ihrer Karriere bedeutende innovative Beiträge auf dem Gebiet der Materialwissenschaften erbracht haben. Laura Na Liu hat eine Professur für Experimentalphysik an der Ruperto Carola inne. Sie forscht an der Schnittstelle von Nanoplasmologie, Biologie und Chemie. Die Vorlesung hielt Prof. Na Liu am 29. November 2018 in Boston (USA) während einer Veranstaltung der Materials Research Society.

Mit der wichtigsten Auszeichnung, die die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) auf dem Gebiet der experimentellen Physik vergibt, wird Prof. Dr. Johanna Stachel von der Universität Heidelberg ausgezeichnet. Sie erhält die Stern-Gerlach-Medaille gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Braun-Munzinger vom GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Die DPG würdigt damit die herausragenden Beiträge des Forscherehepaares zur Interpretation von Schwerionenkollisionen und zum Verständnis der Phasenstruktur von Materie unter extremen Bedingungen ebenso wie die federführenden Arbeiten in der Entwicklung und Etablierung experimenteller Techniken. Am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf ist Prof. Stachel maßgeblich an den Experimenten mit dem Teilchenbeschleuniger LHC und der ALICE-Kollaboration beteiligt. Im Mittelpunkt der Forschung steht das Quark-Gluon-Plasma – der Materiezustand unmittelbar nach dem Urknall des Kosmos, aus dem sich Grundbausteine der Materie entwickelten. Nach der Mitwirkung an Bau und Betrieb zentraler Detektoren für das Experiment ALICE haben Prof. Stachel und Prof. Braun-Munzinger in einer Serie von Veröffentlichungen zentrale Erkenntnisse aus ihren langjährigen Arbeiten zur Natur des Phasenübergangs vorgestellt. Dabei gelang auch der Nachweis eines von den beiden Forschern vorhergesagten Phänomens. Johanna Stachel lehrt und forscht als Professorin für Experimentalphysik am Physikalischen Institut der Universität Heidelberg; Peter Braun-Munzinger ist Honorarprofessor an der Ruperto Carola. Die Preisverleihung findet im März kommenden Jahres während der DPG-Jahrestagung in Rostock statt.

Die Heidelberger Wissenschaftlerin Dr. Şevin Turcan, Expertin für biomedizinische Technik, hat den mit 100.000 Euro dotierten Hella-Bühler-Preis 2018 erhalten. Die von der Ruperto Carola vergebene Auszeichnung wendet sich an junge Forscherinnen und Forscher am Wissenschaftsstandort Heidelberg, die bereits durch herausragende wissenschaftliche Qualität in der Krebsforschung auf sich aufmerksam gemacht haben. Das Preisgeld dient dazu, ihre innovativen Arbeiten weiter zu fördern. Dr. Turcan forscht am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg zur Entstehung bestimmter Hirntumoren des Zentralnervensystems, sogenannter Gliome. In der Abteilung für Neurologie des Universitätsklinikums Heidelberg leitet sie eine Max-Eder-Nachwuchsgruppe, die am NCT angesiedelt ist und von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird. Mit ihrem Team untersucht die Wissenschaftlerin die Rolle von sogenannten IDH1-Mutationen bei der Entstehung maligner Gliomen. Dabei geht es um die Frage, wie transkriptionelle Netzwerke in IDH1-mutierten Gliomen dereguliert werden. Die Feierstunde zur Verleihung des Preises fand am 29. November 2018 im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg statt.

Prof. Dr. Christof Wetterich, Wissenschaftler am Institut für Theoretische Physik der Universität Heidelberg, wird von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) ausgezeichnet. Für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Quantenfeldtheorie erhält er den Gentner-Kastler-Preis. Wie die DPG betont, gilt die Auszeichnung insbesondere der von Prof Wetterich entwickelten Methode der sogenannten funktionalen Renormierung, die Anwendungen in vielen verschiedenen Gebieten der modernen Physik findet. Der Preis wird gemeinsam mit der Société Française de Physique in Erinnerung an zwei herausragende deutsche und französische Physiker, Wolfgang Gentner und Alfred Kastler, für besonders wertvolle wissenschaftliche Beiträge vergeben. Im jährlichen Wechsel geht die Auszeichnung, die mit einem Preisgeld von 3.000 Euro dotiert ist, an einen Physiker aus einem der beiden Länder. Die Preisverleihung findet im kommenden Jahr in Frankreich statt.

 

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