Deep LearningKünstliche Intelligenz für automatisiertes Fahren

9. Januar 2020

Heidelberger Wissenschaftler entwickeln spezielle Algorithmen

Die Entwicklung robuster, sich selbst erklärender Algorithmen für das automatisierte Fahren steht im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts, das am Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) der Universität Heidelberg angesiedelt ist. Die Arbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Björn Ommer sind Teil eines großangelegten Verbundvorhabens, das die auf Künstlicher Intelligenz basierenden Wahrnehmungsfunktionen durch geeignete Methoden und Maßnahmen absichern und somit verlässlich machen will. Dies soll insbesondere am Beispiel der Fußgängererkennung untersucht werden. Die Heidelberger Wissenschaftler arbeiten an „Deep Learning“-Verfahren, die nicht nur Vorhersagen treffen, sondern auch interpretieren können, was die Grundlagen für diese Entscheidungen sind. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellt für das Großprojekt insgesamt rund 19 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind rund eine Million Euro für die Forschung am IWR vorgesehen.

Wie Prof. Ommer erläutert, gleichen Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) häufig einer „Black Box“, deren Arbeitsweise nicht oder nur eingeschränkt nachvollzogen werden kann. Die Heidelberger Wissenschaftler wollen daher Algorithmen entwickeln, die die Grundlagen für ihre eigenen Vorhersagen transparent machen und auch „reflektieren“ können. „Sie müssen nicht nur in der Lage sein, Fußgänger zu erkennen und deren Körperhaltung sowie deren Bewegungen vorherzusagen, sondern sollen auch die Fähigkeit besitzen, ihre eigenen Vorhersagen zu erklären, um so selbst abzuschätzen, wann ihre Prognosen nicht zuverlässig sind“, sagt Prof. Ommer. Der Wissenschaftler leitet am IWR die Arbeitsgruppe „Computer Vision“.

An dem Verbundprojekt „Methoden und Maßnahmen für die Absicherung KI-basierter Wahrnehmungsfunktionen für das automatisierte Fahren“ sind insgesamt 25 verschiedene Einrichtungen aus der Wissenschaft sowie der Auto- und Zuliefererindustrie beteiligt. Die Federführung liegt bei der Volkswagen AG. Das vom BMWi ausgelobte dreijährige Projekt – Projektträger ist der TÜV Rheinland – läuft noch bis Mitte 2022. Es ist Teil der KI-Strategie der Bundesregierung.