Internationaler ForschungspreisHumboldt-Professur

Pressemitteilung Nr. 61/2019
6. Juni 2019

Sprachwissenschaftler Francisco Moreno-Fernández forscht in Heidelberg

Der spanische Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Francisco Moreno-Fernández erhält eine Humboldt-Professur, um damit künftig an der Universität Heidelberg zu forschen und zu lehren. Die mit bis zu fünf Millionen Euro dotierte Professur wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Ausgezeichnet werden damit weltweit führende und im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen, um langfristig zukunftsweisende Forschung an deutschen Hochschulen durchzuführen. Prof. Moreno-Fernández wurde von der Ruperto Carola für diesen höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands vorgeschlagen und wird an der Universität Heidelberg das neue interdisziplinäre Zentrum für Iberoamerika-Studien – das Heidelberg Center for Ibero-American Studies (HCIAS) – leiten.

Porträt Francisco Moreno-Fernández

Francisco Moreno-Fernández (Jahrgang 1960) zählt zu den weltweit herausragenden Experten in der Analyse der Beziehungen zwischen Sprache und Gesellschaft. Seine Vorreiterrolle in einer Forschungsrichtung der Sprachwissenschaft, die sich für soziale Gegebenheiten und Dynamiken öffnet, verbindet sich mit seiner Kompetenz, innovative Forschung in institutionelle Strukturen umzusetzen, die einen akademischen und außerakademischen Wissenstransfer ermöglichen. An der Universität Heidelberg wird Prof. Moreno-Fernández die vorhandenen und neue Kompetenzen zu Ibero-Amerika wissenschaftlich und organisatorisch in einer zentralen Forschungseinrichtung bündeln. Die Humboldt-Professur hat zum Ziel, von einem interdisziplinären Standpunkt aus diese Expertise mit Blick auf die drei großen Handlungsfelder Forschung, Lehre sowie regionalen und überregionalen Wissenstransfer systematisch auszubauen.

Der Wissenschaftler wurde 1996 im Alter von 36 Jahren an die Universität Alcalá in Madrid (Spanien) berufen. Im Laufe seiner akademischen Tätigkeit hat er über 200 wissenschaftliche Arbeiten mit internationaler Reichweite publiziert, darunter zahlreiche Standardwerke. Darin beschäftigt sich Prof. Moreno-Fernández unter anderem mit der sozialen Geschichte des Spanischen, mit dem Spanischen als Fremdsprache sowie aus sprachsoziologischer Perspektive mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten, Dynamiken und Ursachen, die bestimmten sprachlichen Ausprägungen zugrunde liegen. Weitere Forschungsthemen sind Demographie und Geographie der Sprache, die Migrationslinguistik und die grundlegenden Probleme soziolinguistischer Variation. Gegenwärtig koordiniert Francisco Moreno-Fernández unter anderem ein internationales Forschungsprojekt, in dessen Rahmen ein für die spanischsprachige Welt in ihrer geographischen und gesellschaftlichen Vielfalt repräsentatives Korpus der gesprochenen Sprache entsteht. In diesem Projekt kooperieren mehr als 100 Wissenschaftler von 40 Universitäten aus 16 Ländern Ibero-Amerikas. 

Mit Prof. Moreno-Fernández wird eine Forscherpersönlichkeit mit großer Sichtbarkeit und Anerkennung in ganz Ibero-Amerika künftig in Heidelberg forschen. Gastprofessuren führten den Wissenschaftler unter anderem nach Brasilien, Chile und Kolumbien. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen wurde er in die Nationalen Akademien für spanische Sprache in Chile, Kuba, Mexiko und Spanien sowie Nordamerika berufen. Francisco Moreno-Fernández hat vor allem zur Erforschung der spanischen Sprache im Kontext der Globalisierung und sprachlichen Diversität bedeutsame Beiträge geleistet. Die von ihm gegründete und geleitete Forschungsstelle an der Universität Harvard zum Spanischen in den Vereinigten Staaten hat Standards im Wissenstransfer in seinem Forschungsgebiet gesetzt.

Für die Alexander von Humboldt-Professur können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland nominiert werden, die in ihrem Fachgebiet weltweit eine führende Position einnehmen. Mit Unterstützung durch den internationalen Preis sollen sie mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes Deutschland nachhaltig beitragen. Das Preisgeld ist für die Finanzierung der ersten fünf Jahre bestimmt. Die Verleihung der insgesamt drei Preise für das Jahr 2020 wird im Mai des kommenden Jahres stattfinden.

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