Universität Botanischer Garten wird umfassend saniert
Pressemitteilung Nr. 82/2026
20. Juli 2026
Feierstunde aus Anlass des Baubeginns findet am 21. Juli statt
Seit über 100 Jahren ist der Botanische Garten der Universität Heidelberg auf dem Campus Im Neuenheimer Feld als wissenschaftliche Forschungseinrichtung präsent und dient zugleich der studentischen Ausbildung. Darüber hinaus fungiert er seit den Anfängen auf dem Campus auch als öffentlicher Erholungsort. Um diesen Ansprüchen weiterhin gerecht werden zu können, werden Gebäude und Außenanlagen aufwendig in einem dreistufigen Bauvorhaben saniert. Die Gebäude sollen in diesem Zuge deutlich energieeffizienter und besser zu bewirtschaften sein und die gesamte Anlage noch barrierefreier werden. Als Vorbild für die Gebäude-Erneuerung dient der ursprüngliche Plan von 1915, als der Botanische Garten an seinen jetzigen Standort verlegt wurde. Die Sanierung der Außenanlagen hingegen orientiert sich am Schutz bestehender wertvoller Lebensräume und Baumbestände. Eine Feierstunde mit der Enthüllung des Bauschilds markiert am 21. Juli 2026 den offiziellen Start des Vorhabens.
Im ersten Bauabschnitt werden zunächst die Forschungsgewächshäuser neu errichtet. Sie sollen zu einer modernen und energetisch vorbildhaften Einheit mit einer Fläche von insgesamt rund 2.500 Quadratmetern zusammengefasst werden. Die technische Versorgung sowie die Arbeitsplätze wandern in einen vorgelagerten, 73 Meter langen Verbindungsbau, der die wissenschaftlichen von den öffentlich zugänglichen Schauhäusern trennt. An diesen Bau angeschlossen werden acht Gewächshäuser unterschiedlicher Größe und Traufhöhe, die insgesamt 27 Einheiten mit verschiedenen Kulturklimaanforderungen enthalten. Im Untergeschoss des neuen Komplexes entstehen Kühl- und Technikräume sowie zwei neue Zisternen, in denen Niederschlagswasser von den Dächern zur Bewässerung der Pflanzen gesammelt wird. Die Arbeiten in diesem Abschnitt mit einem Investitionsvolumen von etwa 26,3 Millionen Euro sollen Ende 2028 abgeschlossen sein, sodass der neue Forschungskomplex im Herbst 2029 übergeben werden kann.
Für die zweite Bauphase ab Oktober 2029 ist die Erneuerung der Schaugewächshäuser mit Tropenhaus, Pavillons und Betriebshof vorgesehen. Dazu wird der Bestand in Teilen zurückgebaut und die etwa 2.000 Quadratmeter große Anlage in Anlehnung an den historischen Bau von 1915 umgestaltet. Dabei werden unter anderem die östlichen und westlichen Pavillons mit den barrierefrei umgestalteten Schaugewächshäusern verbunden. Der zwischen Schau- und Forschungsgewächshäusern neu entstehende Innenhof, in dessen Zentrum auch das Viktoriahaus stehen wird, soll als Sommerquartier genutzt werden. Das alte Werkstattgebäude wird abgerissen und klimafreundlich als Holzbau mit Photovoltaikanlage wieder aufgebaut. Der Betriebshof mit Außen- und Substratlagern wird neu organisiert und soll während der Umbauphasen in provisorischen Foliengewächshäusern die Pflanzen beherbergen, die von den alten in die neuen Gebäude umgesiedelt werden.
Von 2031 an sollen schließlich die weitläufigen Außenanlagen saniert und dabei funktionale, bauliche und vor allem technische Mängel behoben werden, die über die Jahrzehnte durch Flächenverluste, Umbauten und strukturelle Eingriffe entstanden sind. Insgesamt wird die etwa 32.700 Quadratmeter große Fläche vorsichtig neu strukturiert: Geplant ist unter anderem, einen sichtbaren Haupteingangsbereich, eine Einfriedung sowie barrierefreie Zugänge zu schaffen, außerdem sollen die Bestandswege wiederhergestellt werden. Wieder vollständig in Betrieb genommen und der Universität übergeben werden soll der sanierte Botanische Garten nach Abschluss der dritten Bauphase im September 2033. Er bleibt während der gesamten Dauer der Sanierungsmaßnahmen mit zeitweisen Einschränkungen in einzelnen Bereichen für die wissenschaftliche Nutzung in Funktion und als grüner Erholungsort auf dem Campus Im Neuenheimer Feld geöffnet.
Die nicht öffentliche Feierstunde mit Enthüllung des Bauschilds wird Marco Grübbel, Leiter Vermögen und Bau Baden-Württemberg – Amt Mannheim und Heidelberg, eröffnen. Es folgen Grußworte von Prorektor Prof. Dr. Marc-Philippe Weller sowie von Prof. Dr. Marcus Koch, Geschäftsführender Direktor des Botanischen Gartens der Universität Heidelberg.
Hinweis an die Redaktionen
Die Feierstunde findet am 21. Juli 2026 im Botanischen Garten Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 320, statt und beginnt um 11.00 Uhr. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zur Teilnahme und Berichterstattung herzlich eingeladen.

