StudieAngehörige im eigenen Umfeld betreuen

18. August 2020

Institut für Gerontologie sucht Teilnehmer für Studie zur häuslichen Pflege

Welche Unterstützungsangebote gibt es für pflegende Angehörige und wie werden sie in Anspruch genommen? Dieser Frage gehen Alternsforscher unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Kruse am Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg in Kooperation mit der AOK Baden-Württemberg nach. Erarbeitet werden soll ein Konzept, um bestehende Angebote weiterzuentwickeln und diese an aktuelle Bedürfnisse anzupassen. Für ihre Studie „Hilfen für Pflegende“ suchen die Wissenschaftler Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mitwirken können Erwachsene, die im häuslichen Umfeld einen pflegebedürftigen Menschen hauptverantwortlich betreuen und pflegen.

Nach Angaben der Alternsforscher werden in Deutschland etwa drei Viertel der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, etwas mehr als die Hälfte davon durch Angehörige. Zu den dabei auftretenden Belastungen der pflegenden Angehörigen gehören physische Defizite wie Skelett- und Muskelbeschwerden sowie psychische Leiden wie Schlafstörungen und Depressionen. Zudem ergeben sich häufig auch existentielle Fragen. Mit der Heidelberger Studie erfolgt eine Bestandsaufnahme des bisherigen Angebots der AOK Baden-Württemberg zur Unterstützung und Entlastung der Angehörigen. In einem zweiten Schritt sollen präventive und rehabilitative Maßnahmen zum Ausbau und zur Verbesserung dieses Angebots entwickelt werden. „Pflegende Angehörige haben somit die Möglichkeit, mit ihrer Stimme einen wichtigen Beitrag zur Förderung der häuslichen Pflege zu leisten und zusätzliche Unterstützungsbedarfe aufzudecken“, betont Prof. Kruse.

Die Befragung im Rahmen der Studie zielt auf aktuelle Erfahrungen in der häuslichen Pflege. Sie dauert rund 60 Minuten und erfolgt in Form eines Interviews entweder während eines persönlichen Besuchs oder per Telefon. Alle Angaben werden nach den Vorgaben des Datenschutzes bearbeitet und anonymisiert, sodass keine Rückschlüsse auf die Person möglich sind. Interessenten für eine Studienteilnahme können sich mit dem Institut für Gerontologie in Verbindung setzen.

Als direkte Ansprechpartner stehen zur Verfügung:

Dr. Gabriele Becker
Telefon: 06221/ 54-8183

gabriele.becker@gero.uni-heidelberg.de

Dr. Andrea Wetzel
Telefon: 06221/548191

andrea.wetzel@gero.uni-heidelberg.de