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Promotionsbetreuung Prof. Haus (Erstbegutachtung)

Laufende Promotionsprojekte (alphabetisch)


 

  • Aristotelis Agridopoulos
    Dissens – Herrschaftskritik – Emanzipation. Zu Leerstellen und Potentialen radikaldemokratischer (politischer) Bildung (Arbeitstitel)

Betreuer: Michael Haus (Universität Heidelberg) und Martin Nonhoff (Universität Bremen)

Das heterogene Feld der radikalen Demokratietheorie scheint – abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen – kein Interesse an konzeptuellen Entwürfen einer Bildungstheorie zu haben, die mögliche Verwirklichungshorizonte für emanzipatorische Subjektivierungsweisen ausloten könnte. Im Projekt sollen diese Leerstellen, ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung mit drei politischen Theorien postmarxistischer Provenienz und im Dialog mit der kritischen politischen Bildung, den materialistischen und poststrukturalistischen orientierten Erziehungswissenschaften, gefüllt werden: Cornelius Castoriadis’ Theorie des Imaginären, Gesellschaftlich-Geschichtlichen und Autonomieentwurfs, Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes diskursontologische Hegemonie- und Artikulationstheorie und Jacques Rancières an-archischer Demokratie- und Unrechtsbegriff, als auch seine Überlegungen zum universellen Unterricht sollen in einen kontrastiven und zugleich fruchtbaren Erkenntnisaustausch gebracht und nach ihren bildungsphilosophischen und praxisorientierten Potentialen befragt werden.

 

  • Ricardo Martinez Arias
    City networks and the global agendas: The UCLG localization frame (Working title)

Ricardo is an urban planner with over 10 years of experience in international development and urban governance. His PhD focuses on cities and their networking structures - city networks - as rising actors of global governance. Through a case study on the policy organization United Cities and Local Governments (UCLG), his research studies the linkage between city networks and the United Nations (UN) global agendas, connecting with the theoretical debates on legitimacy and empowerment.

 

  • Anja Folberth
    Autonomie in der individualisierten Medizin.Vom Umgang mit genetischen Daten und genetischem Wissen

Seit dem Ende des Humangenomprojektes wächst die Menge genetischer Daten aus denen genetisches Wissen in verschiedenen Formen generiert wird. Humangenetisches Wissen über die Entschlüsselung der DNA bis hin zu den Möglichkeiten prädiktiver genetischer Diagnostik produziert neue Formen gesellschaftlicher Verantwortung sowie das Risiko genetischer Diskriminierung. Vor allem durch das breite Angebot kommerzieller genetischer Untersuchungen steigt die Ungewissheit, was mit diesen hochsensiblen Gesundheitsdaten passiert und es stellt sich die Frage, wie sie geschützt werden können und sollen. Die Arbeit wirft einen wissenstheoretischen Blick auf die Thematik und betrachtet den Schutz genetischer Daten als mögliche besondere Form des Nicht-Wissens. Darüber hinaus wird Michel Foucaults Theorie der Biomacht einen theoretischen Rahmen bieten.

 

  • Marc Frick
    Sozialtheoretische Erkenntnisse im Anschluss an Marcel Mauss und „Die Gabe“

Marcel Mauss artikuliert in seinem 1924 erschienenen Essay „Die Gabe“ ein Unbehagen gegenüber einer expansiven Marktlogik und stellt diesem das Phänomen des Gabentausches in vormodernen Gesellschafen gegenüber, der mit Großzügigkeit, Solidarität und Altruismus verbunden wird. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern die von Mauss untersuchten „archaischen“ Gesellschaften mit ihrer Gabenmoral ein Vorbild sein können, „auf das wir unsere eigenen Gesellschaften – nach ihren eigenen Verhältnissen – gerne würden zusteuern sehen“ (Mauss 1990, 164).

 

  • Marilena Geugjes
    Collective Identity and Cultural Heterogeneity: The Construction of the Self and the Other in Denmark and Sweden

Integration inevitably brings different societies together and confronts them with each other and their differences. On the one hand, in order to be able to estimate and classify the Other, one has to develop a certain idea of the Self. And on the other hand, otherness questions what is the own, and societies, when faced with otherness, often feel the urge to define who they are as compared to ‘the Other’. 

This thesis thus wants to reconstruct and compare the Swedish and the Danish collective identity. Collective identity is understood as the moving product of discursive practices of societal self-observation; the self-image and knowledge that a society has of and about itself. These images will be analysed as to how they are structured, and how they (inevitably) bring into existence common ideas of cultural heterogeneity caused by immigration into the respective country. In a last step, I will try to find traces of these images of the Self and the Other in Danish and Swedish integration policy, respectively.

 

  • Luis Alfonso Gómez Arciniega
    Der „omnipotente Staat“ des 20. Jahrhunderts in Mexiko. Aufstieg, Blütezeit und Niedergang eines politischen Mythos

Ziel der Dissertation ist es, zu ergründen, wie das postrevolutionäre Regime in Mexiko ein mythisches Narrativ des „omnipotenten Staates“ gestalten konnte, das es ihr erlaubt hat, ihre Herrschaftspraxis außerhalb von Kooptation oder Repression zu legitimieren, alternative Diskurse an den Rand zu schieben, Widerstandsbewegungen zu entschärfen und ein diskursives Bild in das Zentrum der öffentlichen Diskussion zu stellen. Die permanente Inszenierung durch Rituale, baukulturelle Ensembles sowie Denkmäler und Mahnmale verlieh dem Staat fiktive Züge. Anhand seiner mythischen Konturen hat der mexikanische Staat der Revolution allerdings eine symbolische Welt konstituiert, die dem Leben vieler Mexikaner eine soziale Ordnung verlieh.

 

  • Matthias Heil
    Schule und Revolution

Die Arbeit soll an der Schnittstelle von Politischer Theorie und Pädagogik untersuchen, wie revolutionäre Theorien Schule und Bildung konzipieren, um dann in einem zweiten Schritt zu zeigen, welche Implikationen sich daraus für pädagogische Theorie und Praxis ableiten lassen. Die Arbeit soll somit das Verständnis von Revolution innerhalb der Politischen Theorie und ein politisches Verständnis der Schule fördern.

 

  • Julian Tobias Klar
    Geschwister im Geiste? – Die Demokratietheorien Hannah Arendts und John Deweys im Vergleich

Mittels autorenspezifischer Forschung zum demokratietheoretischen Werk Hannah Arendts und John Deweys, einer begriffsgeschichtlichen Untersuchung der politiktheoretischen Konzepte beider und durch die systematische Gewinnung einer partizipativ-demokratischen und symbolisch-interaktionistischen Theorie des Politischen anhand der Werke Deweys und Arendts und im Anschluss an diese, soll durch diese Dissertation ein Beitrag zur zeitgenössischen Demokratietheorie geleistet und mehrere Forschungsdesiderata angegangen werden.

Es soll dabei erstens erforscht und eine Antwort auf die Frage gefunden werden, welcher gemeinsame demokratietheoretische Kern aus den Schriften Arendts und Deweys rekonstruiert werden kann und zweitens, inwiefern es möglich ist, Deweys und Arendts Prämissen und Argumente in eine integrierte symbolisch-interaktionistische Handlungstheorie des Politischen zu synthetisieren.

Das durch diesen zweiten Analyseschritt verfolgte Anliegen besteht darin, gleichsam mit Arendt und Dewey im Kontext aktueller demokratietheoretischer Debatten über sie selbst hinaus zu denken.

 

  • Daeyoun Lee
    Can neo-republicanism be an alternative to the liberalism?

My dissertation aims to address the question whether the recently merging neo-republicanism can be an alternative to the liberalism. Focusing on the four fields: conception of person and its relation with society, conception of virtues and freedom, debate on justice and finally argument about democracy, this paper traces to make clear about how the communitarians and the neo-republicans criticize the liberalism and then make their own arguments, respectively, in the four fields.This paper is expected to suggest a way that conciliates two contemporary rival concepts of common good and individual right.

 

  • Hüsnü Yilmaz
    A new Turkish Diaspora Community in Germany? (Working Title)
This research seeks to understand the implications of a domestic political conflict in transnational context. It aims at studying the formation of a new diasporic community within a larger context and longer history of Turkish immigration in Germany. The study takes the Gülen Movement - a Turkey-oriented social movement - as a diaspora in the making, and explores how the movement makes sense of its change from a transnational social movement to a more politically mobilized diaspora community. In this regard, it aims to come up with new insights that would contribute to discussions on Turkish diaspora phenomenon in Germany.
 
 
 

Abgeschlossene Promotionen (Jahr des Abschlusses)


 

  • Reza Ghaboli-Rashti (2019): "Informationstechnologien als Teil einer (neuen) ‚Ordnung der Dinge‘?" (Universität Kassel)
  • Muhammad Ali Nasir (2018): "Human Rights as Governmentality"
  • Maria-Artemis Kolliniati (2018): "Positive obligations, Joseph Raz’s Philosophy of Rights and the European Court of Human Rights Health-related Case Law. Toward a more systematic approach"
  • Ance Kaleja (2016): "Economic and Social Rights in Authoritarian Regimes: Rights, Well-being and Strategies for Authoritarian Rule in Singapore, Jordan and Belarus"
  • Arturo Alejandro Moreno Fuica (2016): "Die politische Theorie Hannah Arendts. Methode, Politik, Leben"
  • Dannica Fleuß (2016): "Verfahrenslegitimation: Verfahren, Rechte, Demokratie. Das legitimatorische Potential von Verfahren für politische Systeme"
  • Marlon Barbehön (2015): "Die Europäisierung von Städten als diskursiver Prozess - Kollektive Europavorstellungen und die Möglichkeitsräume lokaler Feinstaubpolitik in Frankfurt/Main und Dortmund"
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Letzte Änderung: 23.07.2020
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