Ringvorlesung "50 Jahre UNESCO-Welterbekonvention: Bilanz und Perspektiven"

Lecture Series
"50 years of the UNESCO World Heritage Convention: assessment and perspectives"

 

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Sommersemester 2022, Mittwoch, 18.00 Uhr s. t.
Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung an unterschiedlichen Orten stattfindet, die jeweils angegeben sind.
 

1972 wurde die UNESCO-Welterbekonvention verabschiedet, welche dem Schutz von global bedeutsamen Stätten des Kultur- und Naturerbes dienen soll. Zugleich ordnet sie sich in die Intention der UNESCO zur Förderung der Völkerverständigung und des Weltfriedens mit den Mitteln kultureller Zusammenarbeit ein. In Tourismus-Märkten fungiert die Welterbeauszeichnung als eine Art Gütesiegel; Politik und öffentliche Verwaltung wollen mit ihrer Hilfe Städte und Regionen entwickeln. Jenseits des quantitativen Anwachsens der Welterbeliste und einigen Erfolgsgeschichten haben sich in den letzten Jahrzehnten die Bedingungen für einen globalen Kultur- und Naturerbeschutz keineswegs nur verbessert: Kriege und gewaltsame Konflikte, der beschleunigte Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Ressourcendruck auf Ökosysteme, aber auch Gentrifizierung und overtourism werden als Problembereiche adressiert. Die Kulturwissenschaften fragen zum Beispiel nach Voraussetzungen und Folgen einer Kanonisierung des global Bedeutsamen, wie es sich in der Welterbeliste manifestiert. Wie kann das Welterbe sinnvoll in die Zukunft geführt werden? Die Ringvorlesung möchte übergreifende Fragestellungen zur UNESCO-Welterbeliste aus wissenschaftlichen Perspektiven diskutieren, aber auch Erbe-Qualitäten, Problembereiche und Konfliktfelder an konkreten Welterbestätten beleuchten. Hierfür konnten renommierte Referentinnen und Referenten gewonnen werden, die teils seit Jahrzehnten zum UNESCO-Welterbe forschen oder in verantwortlicher Position an der Umsetzung der Welterbekonvention beteiligt waren und sind.

Veranstalter: Heidelberg Center for Cultural Heritage (HCCH) und Musikwissenschaftliches Seminar.

Konzeption und Organisation: Thomas Schmitt u. Christiane Wiesenfeldt
Mitarbeit: Michaela Böttner, Felix Brönner, Anna Goßlar-Weiß sowie studentische Mitarbeiter/innen

Die Ringvorlesung wird durch die Flagship-Initiative Transforming Cultural Heritage und das Field of Focus 3 der Universität Heidelberg gefördert.

Bitte achten Sie auf mögliche Aktualisierungen auf dieser Webseite. Um aktuelle Informationen, auch zu möglichen Programmänderungen zur Ringvorlesung zu erhalten, schreiben Sie bitte eine kurze E-Mail an sekretariat@hcch.uni-heidelberg.de, gerne mit dem Betreff „Registrierung Ringvorlesung“.

Für die Ringvorlesung gilt im Hörsaal eine Maskenpflicht, auch am Sitzplatz.

 

Nächste Veranstaltung

Mittwoch, 25. Mai 2022, 18.00 Uhr s.t.
Ort: Hörsaal 4, Neue Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 3 – 5, 69117 Heidelberg
 

The Hagia Sophia. A World Heritage Site between Cultural Significance and Religious-Political Controversy
- Ein Dialog zweier Vorträge -
Die Hagia Sophia. Kunst- und Kulturgeschichte eines Baudenkmals


Stephan Westphalen (Universität Heidelberg) und Pınar Aykaç (Middle East Technical University, Ankara)

Die Hagia Sophia. Kunst- und Kulturgeschichte eines Baudenkmals

Die justinianische Hagia Sophia ist wegen der Kühnheit ihres Entwurfs ein Wunderwerk der Baugeschichte, das dank der ungewöhnlich guten Erhaltung Besucher bis heute in Erstaunen setzt. In dem Vortrag soll auf die wesentlichen Merkmale der Architektur eingegangen werden, zu der vor allem die hochriskante Kuppelkonstruktion gehört. Es werden aber auch die Größe des Bauwerks, die unvorstellbar kurze Bauzeit (532-537 n. Chr.) und die wertvolle Ausstattung behandelt. Welche Bewunderung die neue Kirche bei den Zeitgenossen hervorgerufen hatte, ist aus den Schriftquellen zu erschließen.

The Hagia Sophia: Religious and political controversies around a World Heritage monument

On July 10, 2020, Turkey’s Council of State overruled the cabinet decree of 1934, which declared the conversion of Istanbul’s Hagia Sophia from a mosque into a museum. In its ruling, the Council of State narrowed down the discussion to the ownership status of the monument and property rights and claimed that Hagia Sophia cannot be used for any purpose other than a mosque in accordance with its foundation deed. The ruling of the court, however, raises broader questions regarding who owns heritage and who has the right to access to it and enjoyment of it, which has been recognised as a human right under international law. This presentation discusses how the conversion of Hagia Sophia into a mosque is a manifestation of dominance of one group over another from a human rights perspective and points out the conceptualisation of heritage as commons as a useful theoretical framework to accomplish reconciliation for politically loaded World Heritage Sites like Istanbul’s Hagia Sophia.

Pinar Aykac

Pınar Aykaç is an assistant professor at the Middle East Technical University’s Department of Architecture in Ankara, Turkey. She received a MSc in the Conservation of Cultural Heritage from the Middle East Technical University, and a PhD from UCL, the Bartlett School of Architecture. She is the author of Sultanahmet, Istanbul’s Historic Peninsula: Musealization and Urban Conservation (Lexington Books, 2022)

Portrat Westphalen

Stephan Westphalen (*1961 in Flensburg) ist seit 2009 W3-Professor für Byzantinische Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der byzantinischen Architektur und Monumentalmalerei. Er war an zahlreichen Grabungen und Untersuchungen in Griechenland, Türkei und Syrien beteiligt und lebte für mehrere Jahre in Damaskus und mit Unterbrechungen in Istanbul.

Programm:

Mittwoch, 27.4.2022, 18.00 Uhr s.t.
Ort: Hörsaal 4, Neue Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 3 – 5, 69117 Heidelberg
 

50 Jahre UNESCO-Welterbekonvention. Eine Einführung aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive.


Thomas Schmitt (Universität Heidelberg)

Die UNESCO-Welterbeliste ist einer breiten globalen Öffentlichkeit bekannt. Zugleich wird sie nicht selten unterschiedlich gedeutet: als wichtiges Schutzinstrument, als globaler Kanon des Kultur- und Naturerbes, als touristisches Gütesiegel oder Mittel der Regionalentwicklung. Die Sozial-, Kultur- und Politikwissenschaften kennen zudem differente theoretische Zugriffe auf das Phänomen Welterbe. Der Vortrag zeichnet zunächst die historische Entwicklung der Welterbeidee und ihrer Implementierung nach und führt in sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das UNESCO-Welterbe ein. Er diskutiert die Kontroversen um Schlüsselbegriffe des Welterbekonzepts und analysiert zentrale Problembereiche in der Aushandlungsprozessen des Welterbesystems.

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Thomas Schmitt ist Sozial- und Kulturgeograph und hat unter anderem zur Governance, also zu politischen Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen des UNESCO-Welterbesystems geforscht. Seit Herbst 2020 hat er die Professur für Cultural Heritage und Kulturgüterschutz an der Universität Heidelberg inne.

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Mittwoch, 11. Mai 2022, 18.00 Uhr s.t.
Ort: Neue Aula, Neue Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 3 – 5, 69117 Heidelberg
 

50 Jahre Welterbekonvention – 30 Jahre Arbeit für die UNESCO. Ein Interview mit Mechtild Rössler


Mechtild Rössler, ehemalige Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums (Paris), im Gespräch mit Thomas Schmitt und Christiane Wiesenfeldt

Die UNESCO-Welterbekonvention wurde vor fünfzig Jahren verabschiedet. Die promovierte Geographin Mechtild Rössler war als Mitarbeiterin der UNESCO-Verwaltung dreißig Jahre lang mit der Umsetzung und Weiterentwicklung der Konvention in verantwortlicher Position befasst, zuletzt als Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums (2015 – 2021). In dem Interview-Gespräch schaut Mechtild Rössler auf diese Arbeit zurück, auf Konflikte, auf wechselnde Herausforderungen und auf neue Ansätze zum Schutz von Welterbestätten, sowie auf die Anforderungen internationaler Diplomatie im Bereich des Kulturerbe- und Naturschutzes.

Rössler Klein

Mechtild Rössler ist studierte Kulturgeographin und Germanistin. 1991 begann sie ihre Tätigkeit bei der UNESCO (Paris) in der Abteilung für ökologische Wissenschaften und wechselte 1992 zum neu geschaffenen UNESCO-Welterbezentrum. Nach ihrer Pensionierung von der UNESCO am 1. Oktober 2021 kehrte sie in die Wissenschaft zurück und trat dem französischen CNRS als chercheur associé (CNRS-UMR Géographie-Cités) bei. Sie lebt sowohl in Frankreich als auch in Deutschland.

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Mittwoch, 18. Mai 2022, 18.00 Uhr s.t.
Ort: Alte Aula, in der Alten Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 1, 69117 Heidelberg
 

50 years of World Heritage Convention – a preliminary assessment for cultural heritage


Susan Denyer (ICOMOS, London)

Discussants: Stephan Dömpke (World Heritage Watch), Christina Cameron (Prof. em., Chair in Built Heritage, Université de Montréal)

The World Heritage Convention is dedicated to the protection of both Cultural and Natural Heritage of “outstanding universal value” as part of the world heritage of mankind as a whole. The UNESCO media like to point to success stories of the Convention in terms of numbers of properties inscribed as well as best-practice examples. And indeed the Convention has also been successful at expanding its remit to reflect shifting ideas of cultural heritage.

Nevertheless, there have always been inherent tensions in the implementation of this visionary Convention, particularly in term of reconciling global and local responsibilities, and ensuring that the world’s cultural heritage is recognized fairly on the World Heritage List. And, although the Convention was conceived to address threats not only from traditional causes, combating the negative impacts of over-tourism, decling traditional practices, urban growth and climate change are proving taxing and at times contentious. Even more so are the mounting challenges to expert opinion and what some see as the politicization of the World Heritage Committee.

The event is dedicated to a reflection on how the Convention has evolved, what it has achieved, where it is now, and which directions it might take in the future. We were able to win over renowned personalities to discuss these topics: After a lecture by Susan Denyer (long-time World Heritage advisor of ICOMOS), she will discuss the topics together with Christina Cameron (Prof. em. for built heritage, Montréal) and Stephan Doempke (World Heritage Watch, Berlin).

Susan Denyer

Susan Denyer has been World Heritage Adviser of ICOMOS (International Council of Monuments and Sites) since 2003, and since then has represented ICOMOS at sessions of the World Heritage Committee. She is involved in the evaluation and state of conservation of World Heritage sites outside the UK and has undertaken missions for ICOMOS and UNESCO in Europe, Africa, Asia and the Middle East. She is also Secretary of ICOMOS-UK

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Mittwoch, 25. Mai 2022, 18.00 Uhr s.t.
Ort: Hörsaal 4, Neue Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 3 – 5, 69117 Heidelberg
 

The Hagia Sophia. A World Heritage Site between Cultural Significance and Religious-Political Controversy
- Ein Dialog zweier Vorträge -
Die Hagia Sophia. Kunst- und Kulturgeschichte eines Baudenkmals


Stephan Westphalen (Universität Heidelberg) und Pınar Aykaç (Middle East Technical University, Ankara)

Die Hagia Sophia. Kunst- und Kulturgeschichte eines Baudenkmals

Die justinianische Hagia Sophia ist wegen der Kühnheit ihres Entwurfs ein Wunderwerk der Baugeschichte, das dank der ungewöhnlich guten Erhaltung Besucher bis heute in Erstaunen setzt. In dem Vortrag soll auf die wesentlichen Merkmale der Architektur eingegangen werden, zu der vor allem die hochriskante Kuppelkonstruktion gehört. Es werden aber auch die Größe des Bauwerks, die unvorstellbar kurze Bauzeit (532-537 n. Chr.) und die wertvolle Ausstattung behandelt. Welche Bewunderung die neue Kirche bei den Zeitgenossen hervorgerufen hatte, ist aus den Schriftquellen zu erschließen.

The Hagia Sophia: Religious and political controversies around a World Heritage monument

On July 10, 2020, Turkey’s Council of State overruled the cabinet decree of 1934, which declared the conversion of Istanbul’s Hagia Sophia from a mosque into a museum. In its ruling, the Council of State narrowed down the discussion to the ownership status of the monument and property rights and claimed that Hagia Sophia cannot be used for any purpose other than a mosque in accordance with its foundation deed. The ruling of the court, however, raises broader questions regarding who owns heritage and who has the right to access to it and enjoyment of it, which has been recognised as a human right under international law. This presentation discusses how the conversion of Hagia Sophia into a mosque is a manifestation of dominance of one group over another from a human rights perspective and points out the conceptualisation of heritage as commons as a useful theoretical framework to accomplish reconciliation for politically loaded World Heritage Sites like Istanbul’s Hagia Sophia.

Pinar Aykac

Pınar Aykaç is an assistant professor at the Middle East Technical University’s Department of Architecture in Ankara, Turkey. She received a MSc in the Conservation of Cultural Heritage from the Middle East Technical University, and a PhD from UCL, the Bartlett School of Architecture. She is the author of Sultanahmet, Istanbul’s Historic Peninsula: Musealization and Urban Conservation (Lexington Books, 2022)

Portrat Westphalen

Stephan Westphalen (*1961 in Flensburg) ist seit 2009 W3-Professor für Byzantinische Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der byzantinischen Architektur und Monumentalmalerei. Er war an zahlreichen Grabungen und Untersuchungen in Griechenland, Türkei und Syrien beteiligt und lebte für mehrere Jahre in Damaskus und mit Unterbrechungen in Istanbul.

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Mittwoch, 1. Juni 2022, 18.00 Uhr s.t.
Ort: Alte Aula, Alte Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 1, 69117 Heidelberg
 

The contribution of World Heritage to nature conservation …
situation analysis and prospects beyond the 50th anniversary of the Convention


Tim Badman (IUCN World Heritage Programme, Gland/Schweiz)

Discussants: Alexander Siegmund (UNESCO Chair on Observation and Education of World Heritage and Biosphere Reserve, Pädagogische Hochschule Heidelberg & Universität Heidelberg); N.N. (Friends of the earth, invited)
 

The World Heritage Convention is dedicated to the protection of Natural and Cultural Heritage of “outstanding universal value”. As the highest profile and most selective form of international recognition for heritage sites, UNESCO media like to point to success stories of the Convention as well as best-practice examples. Nevertheless, there have always been, and are growing criticisms of the implementation of the Convention.

The Convention’s 50th anniversary in 2022 provides an opportunity to review the performance of the Convention, in the context of a widespread and growing concern about the increasingly regular departure of decisions taken from the Convention’s Operational Guidelines and rejection of scientific and technical advice, which risk undermining the reputation of the Convention in setting leading standards relevant to 21st century conservation norms and expectations. The implementation of the Convention remains highly imbalanced, both in terms of the distribution of World Heritage sites globally, and the scope for participation of civil society, including Indigenous Peoples and local communities.

Beyond these immediate concerns, the challenges facing nature conservation are greatly different to those of the 1960s and 1970s, notably in terms of the scale of the acknowledged global environmental crisis, with climate change and biodiversity loss accelerating so rapidly. The centrality of rights-based approaches to conservation is a further challenge, that requires World Heritage to demonstrate global leadership and respect for established norms.

The event is dedicated to reflect on how the Convention has evolved, what it has been achieved in the realm of nature conservation, where it is now, and the prospects for its future contribution Renowned personalities will discuss these topics in the event, introduced with a lecture by Tim Badman, chair of the World Heritage Panel of the International Union for Conservation of Nature (IUCN). IUCN is the statutory advisory body to the World Heritage Committee on nature conservation.

Tim Badman Feb2022 Tim Badman is Head of the Heritage, Culture and Youth Team in IUCN, having served as Director of the IUCN World Heritage Programme since 2009 and Director of the IUCN Nature-Culture Initiative in 2019-2020. He is chair of the IUCN World Heritage Panel and heads IUCN’s delegation at World Heritage Committee meetings. Tim joined IUCN having worked as team leader of the Dorset and East Devon Coast World Heritage Site, UK. This role culminated in inscription of the site on the World Heritage List in 2001, and the subsequent development of the World Heritage programme on-site. He has been involved in many World Heritage site evaluation and monitoring issues globally.

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Mittwoch, 8. Juni 2022, 18.00 Uhr s.t.
Ort: Alte Aula in der Alten Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 1, 69117 Heidelberg
 

Climate Change and World Heritage: Impacts and Challenges


Claire Cave (University College Dublin)

The changing climate, together with biodiversity loss, now pose significant threats to people and their heritage. This presentation will provide an overview of the impacts that climate change is having on World Heritage and how those impacts are being addressed. It considers the conflict that can be created between interventions to protect against climate change and the conservation of heritage values as well as the challenges caused by the interrelationships between climate change and heritage tourism. Effective, on-site, management is an important tool in addressing climate change impacts and should be supported by states parties together with local engagement and national and international collaboration. World Heritage sites should not be viewed in isolation from their surrounding environment, and a strong World Heritage Climate Change policy is required to guide future management and implementation of the World Heritage Convention.

Cave Photo Claire Cave holds a Ph.D. in Zoology and is director of the World Heritage postgraduate programme in the School of Archaeology at University College Dublin. Dr Cave regularly attends the UNESCO World Heritage Committee Meetings, is a member of the advisory panel to the Irish government on Ireland’s Tentative World Heritage List and is co-editor of the upcoming book 50 Years World Heritage Convention: Shared Responsibility, Conflict & Reconciliation.

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Mittwoch, 15. Juni 2022, 18 Uhr s.t.
Ort: Hörsaal 4, Neue Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 3 – 5, 69117 Heidelberg
 

Zu den kulturellen Ursprüngen der Menschheit: Prähistorisches Welterbe


Nicholas J. Conard (Universität Tübingen)

Die Welterbeliste schützt auch Grabungsstätten, an denen bedeutende Funde zur Vorgeschichte des Menschen getätigt wurden. Dazu gehören neben der Höhle von Lascaux/Frankreich mit ihren berühmten Höhlenmalereien auch die Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb. Die dort gefundenen Skulpturen wie die sogenannte Venus vom Hohle Fels als älteste Darstellung eines Menschen und der sogenannte Löwenmensch führen uns in die Begegnung mit den Anfängen menschlicher Kunst und Religion. Nicholas J. Conard war maßgeblich an den Ausgrabungen zu diesen Funden beteiligt. Er erklärt die kulturanthropologische Bedeutung der Funde und erläutert die Herausforderungen prähistorischer Archäologie.

Csm Conard Tü 7.2013 Friedhelm Albrecht Ut _f08b7932bb Nicholas J. Conard ist prähistorischer Archäologe. Nach Studien u.a. in New York, Freiburg und Köln und einer Assistenzprofessur in Connecticut trat er 1995 eine Professur an der Universität Tübingen an. Neben Arbeiten zur Archäologie der Levante leitete er Ausgrabungen in der Schwäbischen Alb, welche zu spektakulären Funden zur Vorgeschichte des Menschen führten.

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Mittwoch, 22. Juni 2022, 18 Uhr s.t.
Ort: Hörsaal 4, Neue Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 3 – 5, 69117 Heidelberg
 

Das Welterbe des Nahen Ostens zwischen kulturhistorischer Bedeutung und Zerstörung


Margarete van Ess (Deutsches Archäologisches Institut Berlin)

Der Nahe Osten zeichnet sich durch ein immens reiches Kulturerbe aus. Viele archäologische und historische Stätten sind sehr gut erhalten, dadurch bis heute sichtbare Zeugen der historischen Vielfalt und Innovationskraft der Region und damit Botschafter der über zehntausendjährigen kulturellen Bedeutung der Region. Die bedeutendsten Stätten sind als Weltkulturerbe der UNESCO ausgewiesen. Sie erhalten dadurch über die lokale, regionale und nationale Bedeutung hinaus auch politische Strahlkraft und stehen damit kulturhistorisch, aber auch ökonomisch und gesellschaftlich in besonderer Erwartungshaltung vieler Interessengruppen. Sie werden dadurch zu geeigneten Projektionsflächen für eine ambivalente Inwertsetzung. Der Umgang mit Weltkulturerbestätten in Zeiten der Konflikte und Kriege zeigt dies fokussiert auf. Beobachtungen zur Dynamik dieser Prozesse und Handlungsmöglichkeiten sind Thema dieses Vortrags.

Margarete Van Ess Margarete van Ess ist Erste Direktorin der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. Ihr eigener Forschungsschwerpunkt liegt im Irak und Libanon, archäologisch ist sie an den Weltkulturerbestätten Baalbek (Libanon) und Uruk (Irak) tätig. Seit 2003 engagiert sie sich für den Erhalt archäologischer Stätten in Krisenzeiten und war in diesbezüglichen Gremien der UNESCO tätig. Gemeinsam mit den Gastländern führt sie Projekte zum Erhalt des reichen Kulturerbes des Nahen Ostens durch

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Mittwoch, 29. Juni 2022, 18.00 Uhr s.t.
Ort: Hörsaal 4, Neue Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 3 – 5, 69117 Heidelberg
 

Zur Weltkonstruktion des Bauhauserbes: eine internationale Angelegenheit


Regina Bittner (Bauhaus Akademie Dessau)

1996 wurden die Bauhausstätten Dessau und Weimar in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. In der Begründung für das »outstanding universal value« des Bauhauses wird neben dem historischen Wert des Gebäudes vor allem seine programmatische Rolle als »bedeutendes Monument für die Ideengeschichte dieses Jahrhunderts« (des 20. Jahrhunderts) herausgestellt. Der Vortrag diskutiert zum einen diese im OUV manifestierten Bedeutungszuschreibungen und Bewertungen des Bauhauses in Dessau und stellt sie in den Kontext seiner kontroversen Rezeptionsgeschichte.

Zum zweiten geht der Vortrag der Frage nach, welchen Bedeutungswandel lokale bzw. nationale Erinnerungsorte wie das Bauhaus im Kontext der Zuordnung als Welterbe erfahren. Beispielhaft werden Facetten des Manövrierens zwischen diversen lokalen Erinnerungskulturen, gelebtem Alltag und globalen mit dem UNESCO Status verbundenen Anforderungen und Ansprüchen in der Denkmalpflege sowie der Forschungs- und kulturellen Vermittlungspraxis der Institution Stiftung Bauhaus Dessau reflektiert. Im Fokus stehen die vielstimmigen kontroversen Interpretationen des transkulturellen Erbes Bauhaus und der Relevanz solcher „commons“ wie einem Welterbe der Menschheit in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Polarisierungen.

Bild Bittner2 Regina Bittner studierte Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig und promovierte am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Leiterin der Akademie der Stiftung Bauhaus Dessau und zuständig für die Konzeption und Lehre der postgradualen Programme für Design-, Bauhaus- und Architekturforschung. Zudem kuratierte sie zahlreiche Ausstellungen zum Bauhaus und zur Kulturgeschichte der Moderne. Seit 2019 ist sie Honorarprofessorin am Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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Mittwoch, 13. Juli 2022, 18.00 Uhr s.t.
Ort: Hörsaal 4, Neue Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 3 – 5, 69117 Heidelberg
 

Das Berliner Phonogramm-Archiv im Weltdokumentenerbe


Sebastian Klotz (Humboldt-Universität Berlin)

Seit der Aufnahme der historischen Walzenbestände des Berliner Phonogramm-Archivs in das Register Memory of the World im Jahr 1999 haben sich die Perspektiven auf phonographische Aufnahmen sehr stark verschoben. War die damalige Würdigung durch die UNESCO in erster Linie der Sicherung und Wahrung verlorener bzw. gefährdeter Traditionen verpflichtet, thematisieren wir aktuell die kulturelle Situiertheit der Aufnahmen. Das Konzept der sensiblen Sammlungen rückt die eingeschränkten Rechte und Handlungsräume der unter kolonialen bzw. Kriegsumständen (siehe die Aufnahmen der geheimen Königlichen Preußischen Phonographischen Kommission im 1. Weltkrieg) aufgezeichneten Akteure ins Blickfeld. Post-koloniale Zugänge weisen auf die extraktive Praxis hin, die indigenen Gruppen ihre Stimmen und kulturellen Traditionen mittels ihnen nicht zugänglicher Technologien entzieht und ohne weitere Einflussnahme auswertet und kulturell interpretiert. Die historischen Aufnahmen erweisen sich als transformative Objekte, deren kulturelle Bedeutung nicht fixierbar ist. Sie ist vielmehr multi-dimensional und unterliegt fortgesetzten Aushandlungsprozessen in Wechselwirkung mit den Herkunftskulturen.

Klotz Bild Sebastian Klotz ist Professor für Transkulturelle Musikwissenschaft und Historische Anthropologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er fungierte als Ko-Kurator der Ausstellung [laut ] Die Welt hören (Humboldt-Box am Humboldt Forum, Berlin 2018). Darüber hinaus ist er der Begründer des Erich von Hornbostel Audio Emergence Lab (HAEL), Projektleiter eines Langfrist-Online-Editionsprojekts der DFG (Korrespondenz von Felix Mendelssohn Bartholdy) sowie wissenschaftlicher Koordinator des Lautarchivs, einer Sammlung historischer Sprach- und Musikaufnahmen.

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Mittwoch, 20. Juli 2022, 18 Uhr s.t.
Ort: Alte Aula in der Alten Universität, Universitätsplatz/ Grabengasse 1, 69117 Heidelberg
 

Nach dem Beben: Wiederaufbau und Transformation von kulturellem Erbe im Kathmandutal (Nepal)


Christiane Brosius (Universität Heidelberg) 

 

 

 

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Letzte Änderung: 19.05.2022
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