Tagungen

"Waltharius" 7./8.VII.2022

Walthariustagung
„Das einzige ‚germanische‘ Epos in lateinischer Form“ (Berschin) erfreute sich im Mittelalter großer Beliebtheit, die ihren Niederschlag auch in den Volkssprachen fand. Trotz intensiver Forschung geben die 1456 Hexameter ihren Rezipienten bis heute zahlreiche Rätsel auf. Noch immer besteht kein Konsens über Autor, Entstehungszeit und -ort dieses europäischen Klassikers. 
Der Waltharius soll im Rahmen eines zweitägigen Symposiums neu bewertet werden: Kodikologische und paläographische Erkenntnisse gepaart mit sprachhistorischer und literaturwissenschaftlicher Expertise aus den verschiedenen Disziplinen versprechen tiefergehende Erschließungsmöglichkeiten des vorliegenden Heldenepos und die Beantwortung der folgenden Fragen: Wie wurde der Text tradiert, auf welche Weise das Epos gelesen, kopiert, glossiert, ergänzt und somit für den Schulbetrieb oder die volkssprachlichen Literaturen adaptiert? Welche Rückschlüsse erlauben die erläuternden und interpretierenden Glossen, die sich in einigen Handschriften finden? Welche Erkenntnisse lassen sich über den „Sitz im Leben“ des Waltharius in den mittelalterlichen Skriptorien, Klosterschulen und Bibliotheken gewinnen? Antworten auf diese Fragen werden im interdisziplinären Dialog mit Fachvertreterinnen und Fachvertretern aus verschiedenen Philologien, den Geschichtswissenschaften (Mittelalterliche Geschichte und Historische Grundwissenschaften) und den Buchwissenschaften zu beantworten sein.

Hier finden Sie das Tagungsprogramm im PDF.

Wir würden uns freuen, wenn Sie über einen Aushang auf die Tagung aufmerksam machen könnten.
Dazu gibt es die Möglichkeit, eine Vorlage zum Ausdruck im A3-Format herunterzuladen.

 

Donnerstag, 7. Juli 2022

Victor Millet (Santiago de Compostela): Der Waltharius zwischen literarischer und 'imperialer' Parodie (09:30-10:30)
Michael W. Herren (Toronto): Die Walthariuslegende im lateinischen Epos und der altenglischen Dichtung (11:00-12:00)
Kurt Smolak (Wien): Zweifache Christianisierung? Zum Umgang des Walthariusdichters mit der Tradition lateinischer Epik (12:00-13:00)

Ernst Hellgardt (München): Spiegelungen. Die Walthersage, der Dichter des Waltharius und die Walthariusforschung. Ein Experiment (14:30-15:30)
Ludger Lieb (Heidelberg): Heimatkonstruktion aus dem Exil: Walther, Hildegunt, Hagen und andere Heimkehrer des Mittelalters (15:30-16:30)
Hermann Wiegand (Heidelberg): Die Walthariusbearbeitung Joseph Viktor von Scheffels im Horizont der Walthariusrezeption des XIX. Jahrhunderts  (17:00-18:00)

Freitag, 8. Juli 2022

Carla Falluomini (Perugia): Was sagen uns die Personennamen des Waltharius? (09:00-10:00)
Armando Bisanti (Palermo): I duelli del Waltharius fra tradizione epica classica e suggestioni germaniche (10:00-11:00)
Robert G. Babcock (Chapel Hill, NC): The Gembloux Manuscript of the Waltharius (11:30-12:30)

Jean Meyers (Montpellier): Imitations virgiliennes et parodie dans le Waltharius (14:00-15:00)
Gerlinde Huber-Rebenich (Bern): Der Waltharius in der editio princeps (Leipzig 1780) (15:00-16:00)
Jan M. Ziolkowski (Cambridge, MA): The Women of the Waltharius (16:30-17:30)


Kontakt:
Prof. Tino Licht/Dr. Kirsten Wallenwein
Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit
am Historischen Seminar
Grabengasse 3-5
69117 Heidelberg
Telefon: +49 (0)6221-54 27 37

E-Mail: mittellatein@uni-heidelberg.de

 

 

 

 

Tagung: "Walahfrid Strabo und die politische Literatur des IX. Jahrhunderts" 27/28.IX.2018 (abgeschlossen)

Walahfridtagung

Walahfrid Strabo gilt als einer der bedeutendsten lateinischen Autoren des IX. Jahrhunderts. Sein außerordentliches Talent begründet nicht nur den Rang unter den Literaturwissenschaftlern, es hat ihm, der aus einfacheren Verhältnissen stammte, eine Karriere als Hofdichter und Abt ermöglicht. Am Hof Ludwig des Frommen, im ‚Speyerer Exil‘ und als Abt der Reichenau war er in die politischen Auseinandersetzungen seiner Zeit unmittelbar involviert und hat sie in seiner Literatur verdeckt oder offen gespiegelt.
Ziel der Tagung wird es sein, sich über diese politische Dimension der Literatur Walahfrids und seiner Zeitgenossen auszutauschen. Fragen nach den Ausdrucksformen und Gefahren der Parteinahme, nach Möglichkeiten und Genera der Literaturproduktion, nach Nähe und Distanz von Herrschaft und Literatur, nach Überlieferung, Rezeptionswegen und Wirkungsmöglichkeiten der Autoren sollen diskutiert und beantwortet werden.

Walahfrid Strabon était un des plus grands auteurs latins du IXe siècle. Son talent extraordinaire ne justifie pas seulement le rang que lui est attribué par les philologues, il avait également permis à ce jeune homme d'origine modeste une carrière comme poète à la cour et abbé. À la cour de Louis le Pieux, à ‘l’exile de Spire’ et comme abbé de la Reichenau il faisait partie des conflits politiques ce qu’il reflétait par ses écrits parfois d’une manière masquée, parfois d’une manière ouverte.
Le but de la conférence sera l’échange sur cette dimension politique de la littérature de Walahfrid et ses contemporains. Des questions de l’expression ou des dangers et difficultés d'une prise de parti, des possibilités ou des genres de la production littéraire, de la proximité et de la distance en ce qui concerne le pouvoir et la littérature, de la tradition et réceptions de textes ainsi que les possibilités d'engagement et d'action seront à discuter et à répondre.


Die Tagung wird am 27./28. September 2018 im "Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg" stattfinden.

Wenn Sie teilnehmen möchten, genügt eine formlose Email an mittellatein@uni-heidelberg.de
Bitte geben Sie an, ob Sie eine einfache Teilnahme wünschen (Grundgebühr von 10 EUR für Mappe, Namensschild und Kaffe), oder ob Sie auch an den Mahlzeiten teilnehmen wollen (zusätzlich 36 EUR). Die Tagungsgebühr wird am Empfang bar beglichen. Studenten und Doktoranden bezahlen keine Grundgebühr.

Wir würden uns freuen, wenn Sie auf die Tagung mit einem Plakat aufmerksam machen könnten.

Das Tagungsprogramm kann als Flyer abgerufen werden.


Gefördert von der         Grh-logo Ok


 

 

Tagung: "Reliquienauthentiken. Kulturdenkmäler des Frühmittelalters"
5-7.IV.2017 (abgeschlossen)



Reliquienauthentiken zählen zu den kleinen, unscheinbaren, aber ungemein aussagekräftigen Schriftzeugnissen des Frühmittelalters. Die Beschriftung von Reliquien führt bis in die älteste Schriftlichkeit der Konvente und illustriert die Austauschphänomene des ‚Heiligen‘ seit der Spätantike. Der SFB 933 «Materiale Textkulturen» an der Universität Heidelberg erforscht seit 2015 diese Reliquienauthentiken in einem eigenen Teilprojekt, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Beschaffenheit, der Schrift, dem Arrangement und der sich daraus ergebenden kulturhistorischen Aussagekraft liegt. Diese Forschung soll durch eine internationale Tagung befördert werden, die in Kooperation mit der Akademie des Bistums Mainz stattfindet.

Die Tagung findet vom 5. - 7. April 2017 im Tagungszentrum "Erbacher Hof" in Mainz statt.


Das Tagungsprogramm kann als Flyer abgerufen werden.






 
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Letzte Änderung: 30.05.2022
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