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Besuchen Sie den Blog des Arbeitsbereichs Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa mit studentischen Beiträgen zur Minderheitengeschichte, Veranstaltungs- und Publikationshinweisen.
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Daniela Gress, M.A.

 

 

Lehrstuhl für Zeitgeschichte 
 

Am Lehrstuhl seit

WiSe 2011/2012
 

Funktion/Position

Lautenschläger-Stipendiatin, Doktorandin, Mitarbeit am Arbeitsbereich Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa
 

Kontakt

Büro:
Hauptstraße 113, 2. OG., Raum 206

Postanschrift:
Historisches Seminar der Universität Heidelberg
Postfach 10 57 60
D-69047 Heidelberg

Tel:        +49 (0) 6221 / 54 - 3717
E-Mail:   Daniela.Gress@zegk.uni-heidelberg.de
 

Zur Person 

  • 2013 Master-Abschluss im Fach Geschichte an der Universität Heidelberg, Thema der Masterarbeit: "Lasst uns unser Recht fordern" - Die Anfänge der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland.
  • 2010 Bakkalaureat in den Fächern Neuere und Neueste Geschichte/Technikgeschichte und Kulturwissenschaften/Kulturarbeit  am Karlsruher Institut für Technologie (KIT, ehemalige Universität Karlsruhe).
  • 2006 Abitur am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium Rastatt.
  • 1986 geboren in Karlsruhe.

Stipendien und Auszeichnungen

Praktika und Beschäftigungen

  • Juni 2015 Organisation des Nachwuchssymposiums "An die Arbeit! Minderheiten und Erwerbserfahrungen im 19. und 20. Jahrhundert" in Heidelberg.
  • Seit 2013 Lautenschläger-Stipendiatin und Doktorandin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte am Historischen Seminar der Universität Heidelberg.
  • 2012-2013 Beschäftigung als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Zeitgeschichte am Historischen Seminar der Universität Heidelberg, u.a. Mitarbeit am Forschungsprojekt "Rot-Grün an der Macht - Geschichte einer Zeitenwende".
  • 2012 Praktikum beim Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg.
  • 2009-2010 Beschäftigung als Tutorin und wissenschaftliche Hilfskraft am KIT-Institut für Geschichte.
  • 2010 Praktikum bei der Personal- und Prozessberatung/Training im Mercedes-Benz Werk, Rastatt.
  • 2009 Praktikum in der Bundesarchiv-Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, Rastatt.
  • 2004 Sozialpraktikum im Förder- und Betreuungsbereich der Murgtalwerkstätten, Gaggenau.

Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre

  • Minderheitengeschichte
  • Bürgerrechts- und Protestgeschichte, Neue Soziale Bewegungen
  • Historische Antiziganismusforschung
  • Historische Migrations- und Integrationsforschung
  • Erinnerungskultur und Geschichtspolitik
  • Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
  • Opfergruppen des Nationalsozialismus

Dissertationsprojekt: „Protest und Selbstbestimmung. Bürger- und Menschenrechtsbewegungen der Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland“ (Arbeitstitel)

Das Dissertationsvorhaben untersucht die Entwicklung von Bürger- und Menschenrechtsgruppen der Sinti und Roma, die seit Ende der 1970er Jahre durch politische und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten für die Belange von Minderheitsangehörigen eintraten. Fast vier Jahrzehnte lang wurde der NS-Völkermord, dem etwa bis zu 500.000 europäische Sinti und Roma zum Opfer fielen, von Staat, Behörden und Bevölkerung, aber auch von der Wissenschaft sowie den Medien verdrängt. Sinti und Roma besaßen bis Ende der 1970er Jahre keine Lobby, die ihre politischen Belange vertrat.

Im Kontext des politisch-kulturellen Wandels in der Bundesrepublik seit Ende der 1960er Jahre setzten sich Verbände deutscher Sinti und Roma mit aufsehenerregenden Protestveranstaltungen für die Anerkennung des NS-Völkermordes an der Minderheit, den Abbau von Diskriminierungen und die gleichberechtigte Teilhabe von Minderheitsangehörigen ein. Um die einzelnen Bürgerrechtsaktivitäten in einer nationalen Dachorganisation bündeln zu können, gründete sich 1982 der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma. Dieser konnte die offizielle politische Anerkennung des Völkermordes durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt erreichen konnte und vertritt deutsche Minderheitsangehörige bis heute auf politischer Ebene. Daher werden die politischen Aktivitäten des Zentralrats in den Bereichen Anerkennung, Entschädigung, Antidiskriminierungsarbeit, Mobilisierung, Erinnerung und Aufarbeitung seit 1982 im Rahmen der Dissertation in den Blick genommen.

Mit den politischen Umbrüchen in Osteuropa und den jugoslawischen Kriegen veränderte sich die Zusammensetzung und politische Situation der Minderheit der Sinti und Roma in der Bundesrepublik grundlegend. Bedingt durch die Migration ausländischer Roma aus Ost- und Südosteuropa in die Bundesrepublik verstärkten sich seit Mitte der 1980er Jahre Menschenrechtsinitiativen, die sich für ein Bleiberecht nichtdeutscher Minderheitsangehöriger engagierten. Im zweiten Teil des Promotionsprojekts sollen deshalb die Initiativen und Protestaktionen ausländischer Roma-Menschenrechtsgruppen untersucht werden. Beide Bewegungen markieren einen Umbruch in den Selbstvertretungsansprüchen und ein neues Angebot für eine selbstbestimmte Identität von Angehörigen der Sinti und Roma.

Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und erinnerungskulturellen Entwicklung der Bundesrepublik werden die Entwicklung, Ziele, Proteste und Erfolge der Minderheiteninitiativen analysiert, die als soziale Bewegungen und erinnerungspolitische Akteure begriffen werden. Ebenso finden transnationale Netzwerke und die Lobbyarbeit der Minderheitenverbände auf der internationalen Ebene Berücksichtigung. Als theoretischer Hintergrund dafür fungieren sozial- und politikwissenschaftliche Erklärungsansätze zur Entstehung und Institutionalisierung sozialer Bewegungen. Dabei stützt sich das Projekt auf unterschiedliche, größtenteils unerschlossene Quellen aus staatlichen, Partei- und Verbandsarchiven sowie Selbstpublikationen. Innerhalb des bislang weitgehend vernachlässigten Forschungsfeldes „Minderheitengeschichte“, das Austauschprozesse zwischen Mehrheitsgesellschaft und Minderheiten fokussiert, soll die Arbeit dazu beitragen, Minderheiten als eigenständige historische Akteure sowie als Bestandteil der Gesamtgesellschaftsgeschichte zu begreifen. Anhand dieser Perspektive kann der Anteil von Minderheiten am gesamtgesellschaftlichen Demokratisierungsprozess herausgearbeitet werden.

Lehrveranstaltungen

SoSe 2015

Übung: Die Deportationen der Heidelberger Juden in das französische Lager Gurs – Ausstellungskonzeption und -umsetzung [Link zum Projekt]

 

WiSe 2014/15

Übung: Gekommen und geblieben. "Gastarbeit" in Heidelberg (zusammen mit Martin Stallmann, M.A., Irene Wachtel, M.A.).

Exkursion: Die Deportationen der Heidelberger Juden in das französische Lager Gurs - Archivbesuch und Gedenktaggestaltung (zusammen mit Irene Wachtel, M.A., Dr. Rubina Zern). [RNZ-Artikel]

 

SoSe 2014

Übung: Alles Opfer? Anerkennung, Selbstorganisation und Erinnerung von NS-Opfern in der Bundesrepublik (EPG 2, zusammen mit Irene Wachtel, M.A.).

Veröffentlichungen

  • Der Verein „Alt-Heidelberg e.V.“ und die Vertreibung der Heidelberger Sinti. Bürgerlicher Antiziganismus und lokale Handlungsspielräume unter dem NS-Regime, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt 21/2017, erscheint Ende 2016.
  • "Hungern, Marschieren und Blockieren – Der Kampf ums Bleiberecht", in: Migazin, 08.04.2016. [Link]
  • Gutachten zur Rolle des Vereins „Alt-Heidelberg e.V.“ im Kontext der Vertreibung, Verschleppung und Deportation der Heidelberger Sinti während der NS-Zeit (mit Irene Wachtel und Rubina Zern). [Link]
  • "Wissenschaftlicher Perspektivwechsel mit Mehrwert: Der Arbeitsbereich 'Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa' am Lehrstuhl für Zeitgeschichte", in: Freundeskreis des Historischen Seminars e.v. (Hg.): Mitteilungen aus dem Historischen Seminar, 4/2015, S. 34-37 (mit Birgit Hofmann).
  • "Gedenken gestalten: ein studentisches Projekt zum Gedenkjahr der Deportation der Heidelberger Juden nach Gurs", in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt 20/2016, S. 267-270 (mit Irene Wachtel und Rubina Zern).
  • "8. April, Internationaler Roma-Tag. Bürgerrechte stärken – Antiziganismus abbauen", in: Migazin, 08.04.2015. [Link]
  • "35 Jahre Hungerstreik der Sinti und Roma", in: Mediendienst Integration, 02.04.2015. [Link]
  • "The beginnings of the Sinti and Roma Civil Rights Movement in the Federal Republic of Germany", in: Jan Selling, Markus End, Hristo Kyuchukov, Pia Laskar, Bill Templer (Hg.): Antiziganism - What´s in a Word?, Newcastle upon Tyne 2015, S. 48-60. [Link zum Verlag]
  • "Die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland", Examensfeier des Historischen Seminars an der Universität Heidelberg: Rede aus dem Kreis der Examinierten, in: Freundeskreis des Historischen Seminars e.V. (Hg.): Mitteilungen aus dem Historischen Seminar, 2/2013, S. 54-58.

Vorträge

  • August 2016 "Zwischen Protest und Dialog - Die Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma auf dem Weg zur Anerkennung in der Bundesrepublik", Sozialfabrik e.V. / Amaro Foro e.V., Landeszentrale für politische Bildung Berlin.
  • Juli 2016 "Antiziganismus in der frühen BRD & Auswirkungen", festival contre le racisme, Universität Mainz.
  • Juni 2016 "Protest und Selbstbestimmung. Bürger- und Menschenrechtsbewegungen der Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland", Workshop "Nationen, Minoritäten und Menschenrechte im 20. Jahrhundert" am Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, Universität Jena. [Link]
  • April 2016 "The origins of the civil rights movement of Sinti and Roma in Germany", Konferenz "Roma Youth Participation and Civil Rights Activism. A Youth Conference on Civil Rights and Romani Social Movement in the framework of the European Civil Rights Prize of Sinti and Roma", Heidelberg.
  • Februar 2016 "Die Rolle des Vereins 'Alt-Heidelberg e.V.' im Kontext der Vertreibung und Deportation der Heidelberger Sinti während der NS-Zeit", organisiert vom Verein "Alt-Heidelberg e.V.", Heidelberg. [RNZ-Artikel1] [RNZ-Artikel2]
  • Dezember 2015 "Vom Fremd- zum Selbstbild. Die Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma", Workshop auf der Dritten Darmstädter Tagung gegen Antiziganismus.
  • November 2015 Moderation der Tagung "Politischer Antiziganismus", organisiert von der Gesellschaft für Antiziganismusforschung, Berlin.
  • Juni 2015 "Minderheiten und Arbeit - eine historische Einführung", Begrüßung und inhaltliche Einführung in das Nachwuchssymposium "An die Arbeit! Minderheiten und Erwerbserfahrungen im 19. und 20. Jahrhundert", Heidelberg.
  • Januar 2015 "Armutseinwanderung"? Antiziganismus in deutschen Migrations- und Asyldebatten, Vortrag anlässlich der Mitgliederversammlung der Jusos Rhein-Neckar.
  • Januar 2014 "Ungewollte MigrantInnen - (Rechts-)Populistische Debatten über die Flucht und Zuwanderung von Roma aus Osteuropa", Vortrag anlässlich der Mitgliederversammlung der Heidelberger Jusos.
  • Oktober 2013 "The beginnings of the Sinti and Roma Civil Rights Movement in the Federal Republic of Germany", Konferenz "Antiziganism - What's in a word", Universität Uppsala, Schweden.
  • Juni 2013 "Die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland", Examensfeier des Historischen Seminars an der Universität Heidelberg: Rede aus dem Kreis der Examinierten.

Ausstellungsprojekte

  • 2015 „Herausgerissen - Deportation von Heidelbergern 1940“ im Heidelberger Rathaus.
  • 2012 „Von Heidelberg zum Zion. Hermann Zwi Schapira: Rabbiner, Mathematiker, Vordenker des politischen Zionismus“ im Heidelberger Rathaus und der Hochschule für Jüdische Studien.
  • 2011 Ausstellung „Ausgezeichnet! Heidelberg und seine Nobelpreisträger“ im Unimuseum Heidelberg.
  • 2011 Plakatausstellung „Die Mauer. Eine Grenze durch Deutschland“ im Marstallcafé und der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg.

Mitgliedschaften

  • Gesellschaft für Antiziganismusforschung.
Seitenbearbeiter: Gress
Letzte Änderung: 01.09.2016
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