Universitätsarchiv
Seit 1388: Arche der Universität
Was der erste Rektor Marsilius von Inghen am 8. Februar 1388 – kaum zwei Jahre nach Gründung der Universität Heidelberg – mit einer kleinen Kiste (parva archella) innerhalb der Universitätstruhe (archa universitatis) hinter dem Hauptaltar der Heiliggeist-Kapelle begann, hat bis heute nichts von seiner Relevanz verloren. Es geht um die sichere Aufbewahrung jener Dokumente, die wesentliche Aspekte der Universitätsgeschichte dokumentieren und Rechtssicherheit herstellen – aktuell umfasst der Archivbestand etwa 6.000 Regalmeter.
Als Stabsstelle des Rektorats verwahrt das heutige Archiv nicht nur die bis in das 13. Jahrhundert zurückreichenden Altbestände. Es übernimmt zudem laufend ausgewählte Unterlagen, die von den universitären Dienststellen und Instituten nicht mehr für aktuelle Aufgaben in Verwaltung, Forschung und Lehre benötigt werden und zugleich bleibenden Wert für das „Gedächtnis der Universität“ haben. Diese vom Archiv als Archivgut eingestuften und auf Dauer aufbewahrten Unterlagen werden nach Ablauf der Sperrfristen für die wissenschaftliche Forschung und die interessierte Öffentlichkeit nutzbar gemacht. Hierzu verfügt das Archiv auch über eine öffentliche Präsenzbibliothek mit dem Schwerpunkt Universitätsgeschichte. Insbesondere wirkt es durch die Erschließung und Aufbereitung seiner Quellen, durch Vorträge und Publikationen, Tagungen und Ausstellungen, Seminarveranstaltungen und Aktionstage an der Erforschung und Vermittlung der Geschichte der Universität mit.
Bei der Auswahl von Unterlagen hat das Archiv nicht nur „klassische“ Archivalien wie Urkunden, Amtsbücher, Studenten- und Prüfungsakten sowie sonstiges Dokumentationsgut im Blick, sondern auch Nachlässe, Fotos, Drucksachen, Flugblätter, Pläne oder museale Gegenstände, soweit sie Bezug zur Geschichte der Ruperto Carola haben.
Eine besondere Herausforderung stellt die Langzeitarchivierung digitaler Unterlagen dar. In archivischen Arbeitskreisen und in Zusammenarbeit mit dem Universitätsrechenzentrum arbeiten wir an Lösungen, auch diese Dokumente der Universität auf Dauer fälschungssicher lesbar zu erhalten. Das „digitale Zeitalter“ soll in Zukunft nicht lückenhafter überliefert sein als die Jahrhunderte zuvor.
Zur Geschichte des Universitätsarchivs Heidelberg:
Das Universitätsarchiv Heidelberg. Von der parva archella zum modernen Archivbetrieb
Ausstellungskatalog mit Archivexponaten:
Heidelberg und der Heilige Stuhl. Von den Reformkonzilien des Mittelalters zur Reformation
Der Jahresbericht 2024 ist online: PDF
Seminarveranstaltung im Sommersemester 2026
Ingo Runde, Deutsche Schriftkunde III: Quellen zur Geschichte der Universität Heidelberg im 19. Jahrhundert (Seminar)
https://heico.uni-heidelberg.de/heiCO/ee/ui/ca2/app/desktop/#/slc.tm.cp/student/courses/410831
Manfred Komorowski, Heidelberger Studenten des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Rekonstruktionsversuch der verlorenen Matrikel (1663-1693), Heidelberg 2026.
Beiträge zur Geschichte der Kurpfalz und der Universität Heidelberg 3
Andreas Cser / Ingo Runde (Hgg.), Max Webers Rezeption in Heidelberg (in Druckvorbereitung). Beiträge zur Tagung im Universitätsarchiv Heidelberg am 13. und 14. Oktober 2022
Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte 14
Folker Reichert (Hg.), Kuno Fischer (1824–1907), Mein Lebenslauf, Heidelberg 2025
Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte 13
Klaus-Peter Schroeder, Ehre, wem Ehre gebührt! Ehrenpromotionen an der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg, Heidelberg 2025
Heidelberger Schriften zur Universitätsgeschichte 12
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