Hengstberger-Preisträger/-innen 2021

Dr. phil. Elena Puris
Dr. phil. Nora Schmidt, Dr. theol. Patrick Ebert

2021, 2020, 2019, 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004

Hirnbarrieren bei ZNS-Erkrankungen: Neue therapeutische Strategien und Ansätze zur Wirkstoffabgabe

Veranstaltungstermin: 02. - 03. April 2022

Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) wie neurologische Erkrankungen und Hirntumore zählen weltweit zu den bedeutendsten Gründen für Behinderungen und Tod. Die Blut-Hirn-Schranke (BHS) und die Blut-Zerebrospinal-Flüssigkeit-Schranke schützen das Gehirn, indem sie den Durchgang von gelösten Stoffen und Zellen durch diese Barrieren regulieren und dadurch die Homöostase der ZNS-Mikroumgebung aufrechterhalten. Eine Störung der funktionellen Integrität der Hirnbarriere wurde als kritische Komponente bei mehreren neuropathologischen Erkrankungen identifiziert. Darüber hinaus kann die veränderte Funktion der BHS, eines der größten Hindernisse für eine erfolgreiche ZNS-Wirkstoffabgabe, den Eintritt der Medikamente in das Gehirn im Krankheitszustand beeinträchtigen. Daher ist das Verständnis der Veränderungen der funktionellen Integrität der Hirnbarrieren bei ZNS-Erkrankungen wichtig für die Entwicklung wirksamer therapeutischer Strategien, die Erforschung neuer Verabreichungssysteme  und die Vorhersage klinischer Ergebnisse bei den Patienten.

Im IWH-Symposium „Hirnbarrieren bei ZNS-Erkrankungen: Neue therapeutische Strategien und Ansätze zur Wirkstoffabgabe” stellen führende Wissenschaftler im Bereich der ZNS-Barrieren und angrenzender Disziplinen ihre neuesten Erkenntnisse und neuartige Methoden zur Diskussion um Expertise und Meinungen auszutauschen. Das Hauptziel des Symposiums ist es, Wissen über die Rolle der Hirnbarrieren bei ZNS-Erkrankungen zu bündeln , und Wissenschaftler mit einem besonderen Interesse an Gefäßbiologie, Pharmazie, Pharmakologie und Neurowissenschaften zusammenzuführen.

 

Dr. phil. Elena Puris
Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie, Abt. Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie
Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 329, 69120 Heidelberg   
Email:  elena.puris@uni-heidelberg.de

 

Religiöse Traditionen, Traditionalismus und Moderne

Veranstaltungstermin: 13. - 15. Oktober 2022

Seit der Aufklärung werden religiöse Traditionen und durch Tradition vermittelte Geltungsansprüche, etwa der Kirchen, in Europa in einem Widerspruch zu durch Vernunft und Beobachtung gewonnenem Wissen in den Naturwissenschaften und zur modernen Philosophie gesehen. Gleichzeitig entwickelt sich insbesondere mit der beginnenden Erforschung des Islam, aber auch mit Blick auf die Traditionen der Bibel, ein akademischer Traditionalismus, der in den religiösen Traditionen des Islam, des Judentums und Christentums einen notwendigen Gegenpol zur Vernunfterkenntnis und rationalen Weltsicht „des Westens“ erachtet und die religiösen Traditionen der Antike und Spätantike als nahezu verlorenen Schatz positiv aufwertet. Beide geistesgeschichtlichen Richtungen – die durch die Aufklärung vermittelte Kritik an religiösem Traditionswissen und der akademische Traditionalismus – haben zu der Wahrnehmung der Moderne als einer historiographischen Zäsur zu einer noch an Traditionswissen festhaltenden Vormoderne beigetragen. Seit einigen Jahrzehnten hat sich diese Sicht auf religiöse Traditionen verändert. Im Kontext von postkolonialer Theoriebildung, mikro- und globalhistorischen Perspektiven in den Kultur- und Geisteswissenschaften und Diskursen des cultural heritage sind religiöse Traditionen der Geschichte und Gegenwart als ein positives und schützenswertes Merkmal regionalspezifischer Lebensweisen und kollektiver Identitätsbehauptungen wiederentdeckt worden.

Die Hengstberger-Konferenz soll die Zusammenhänge von religiösen Traditionen und akademischem Traditionalismus einer Revision unterziehen und das prominente historiographische Paradigma der Moderne als Zäsur hinterfragen. Einerseits sollen schlaglichtartig Beispiele des Fortbestehens und Wandels einzelner religiöser Traditionsbestände und deren institutioneller und ritueller Formen in vormodernen und modernen Kontexten beleuchtet werden. Andererseits soll dem ambivalenten Erbe akademischer Erforschung von religiösen Traditionen Rechnung getragen werden. Die Konferenz soll so dazu beitragen, eine interreligiöse und der Vielfalt der historischen Zeugnisse angemessene Perspektive auf die Geltungsansprüche, sozialen Praktiken und wechselseitige Beeinflussung religiöser Traditionen in Geschichte und Gegenwart zu entwickeln.

 

Dr. phil. Nora Schmidt
Theologisches Seminar
Universität Heidelberg
Kisselgasse 1, 69117 Heidelberg
E-Mail: Nora.Schmidt@ts.uni-heidelberg.de

Dr. theol. Patrick Ebert
Theologisches Seminar
Universität Heidelberg
Kisselgasse 1, 69117 Heidelberg
E-Mail: patrick.ebert@wts.uni-heidelberg.de

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Letzte Änderung: 24.09.2021
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