Hengstberger-Preisträger/-innen 2019


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Wiederentdeckt und Nacherzählt – Die Rezeption des Alten Orients in der deutschsprachigen Literatur um Neunzehnhundert
Veranstaltungstermin: 19. - 21. Juni 2020

Die Wiederentdeckung des Alten Orients ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ist eine einmalige wissensgeschichtliche Konstellation: Bis zu den Ausgrabungen der großen altorientalischen Städte und der Entzifferung der Keilschrift stammte das, was man über die mesopotamische Antike wusste, aus dem biblischen Schrifttum und den Darstellungen antiker Autoren. Die gedächtnisgeschichtlichen Voraussetzungen der Rezeption des Alten Orients unterschieden sich somit ganz grundsätzlich von denen, die für die klassische Antike und ähnlich auch für das Alte Ägypten galten. Das Hengstberger-Symposium „Wiederentdeckt und Nacherzählt – Die Rezeption des Alten Orients in der deutschsprachigen Literatur des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts“, das vom 18.6.–20.6. 2020 in Heidelberg im Internationalen Wissenschaftsforum stattfinden wird, widmet sich der Rezeption des Alten Orients in der deutschsprachigen Literatur in der Zeit nach seiner Wiederentdeckung. Über eine grundlegende literaturgeschichtliche Beschäftigung mit der Rezeption des Alten Orients in der deutschsprachigen Literatur hinaus geht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Symposiums auch darum, zu ergründen, was sich grundsätzlich über das Verhältnis aussagen lässt, in dem Wissenschaft, Literatur und die Transformation von Wissensordnungen stehen.

Joana van de Löcht   Adrian Heinrich

Dr. phil. Joana van de Löcht und Dr. phil. Adrian C. Heinrich
Germanistisches Seminar/ Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients - Institut für Assyriologie
Universität Heidelberg
Hauptstraße 107/Hauptstraße 126 69117 Heidelberg  
Email:   joana.van-de-loecht@gs.uni-heidelberg.de/adrian.heinrich@ori.uni-heidelberg.de
 

 


Damaskios: Philosophie, Religion und Politik zwischen Ost und West
Veranstaltungstermin: 05. - 08. Oktober 2020

Damaskios (ca 458-538) war der letzte Leiter der Platonischen Akademie von Athen. Sein romanhafter Lebensweg führte ihn von Damaskus nach Alexandrien, wo er Rhetorik und Philosophie studierte, und sodann nach Athen, wo er sich der von Platon gegründeten Schule anschloss. Ein Edikt des römischen Kaisers Justinian, das den Nicht-Christen die Lehrtätigkeit untersagte, nötigte Damaskios nach Persien auszuwandern. Syrien – Ägypten – Griechenland – Persien sind also die Hauptstationen seines Lebensweges, der sich über die Grenzen verschiedenster Kulturen hinwegsetzt und noch im 5./6. Jahrhundert die Möglichkeiten moderner Globalisierung auszuloten scheint. Damaskios’ Hauptwerk Aporien und Lösungen bezüglich der ersten Prinzipien ist das letzte systematische Werk der antiken Philosophie und in einem gewissen Sinne ihre Kulmination. Es systematisiert das gesamte philosophische Wissen der alten Welt. Der spannendste Aspekt dieser Schrift besteht darin, dass sie mit einem Überblick der antiken Religionen endet, mit dem Zweck, ihre Gemeinsamkeiten und letztendlich ihre fundamentale Einheit aufzudecken. Philosophische wie religiöse Gedanken werden in einer Theorie des „ersten Ursprungs“ synthetisiert, der als ein „Unsagbares“ alle Zielsetzungen des spekulativen und des praktischen Denkens umspannt. Damaskios, der Zeit seines Lebens an den Folgen religiöser Intoleranz zu leiden hatte, konzipiert sein Werk als ein großangelegtes Plädoyer für ein interreligiöses Gespräch. In diesem Sinne sollen auf der weltweit ersten internationalen Tagung zu Damaskios Vertreter verschiedenster Geisteswissenschaften zusammenkommen, um über Damaskios den Denker und den Weltbürger ein Gespräch zu führen, das sich gewiss kosmopolitisch gestalten wird.

Pascalau

Dr. phil. Gheorghe Paşcalău
Philosophisches Seminar
Universität Heidelberg
Schulgasse 6
69117 Heidelberg
Email:   pascalau@uni-heidelberg.de

 

The great Palaeoclimate Ping Pong: Improving estimates of climate variability by consistent data-model comparison
Veranstaltungstermin: 02. - 06. Juni 2020

Zukünftige Klimaprojektionen, die in der Analyse des Weltklimarates herangezogen werden, stützen sich auf komplexe Klimamodelle. Ihre Zuverlässigkeit festzustellen ist von großer Bedeutung. Die Zeit der systematischen Wetteraufzeichnungen ist jedoch zu kurz und zu nahe am heutigen Erdsystemzustand um festzustellen, ob die Variabilität in Modellen über die dekadische Zeitskala hinaus akkurat wiedergegeben wird. Der Vergleich mit Paläoklimadaten, also indirekten Informationen zum Paläoklima aus natürlichen Klimaarchiven wie Gletschereis, Speläothemen oder fossil erhaltenen Pollenkörnern in Seesedimenten, ist hierfür derzeit die einzige Lösung. Grundfragen des interdisziplinären Hengstberger-Symposiums sind wie systematische und zufällige Unsicherheiten berücksichtigt werden können, wie räumliche und zeitliche Auflösungsdifferenzen überwunden werden, und welche dynamischen Zusammenhänge quantifiziert werden können, um eine Abschätzung der Modellqualität zu erlauben.

Kira Rehfeld

Dr. rer. nat. Kira Rehfeld
Institut für Umweltphysik
Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 229
69120 Heidelberg
Email:   kira.rehfeld@iup.uni-heidelberg.de

 

 

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Letzte Änderung: 02.09.2019
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