Wolf Zöller, M.A.

Anschrift:

Wolf Zöller, M.A.

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften (ZEGK)

Historisches Seminar

SFB 933 „Materiale Textkulturen“

Grabengasse 3-5

69117 Heidelberg

 

Kontakt:

Telefon: +49 (0)622154-3742

E-Mail: wolf.zoeller@zegk.uni-heidelberg.de

Büro: Haptstr. 113, Raum 209

 

Sprechstunde:

Dienstag, 10 - 11 Uhr und n. V.

 

Interessen- und Forschungsschwerpunkte:

  • Geschichte der Kreuzzüge und der Kreuzfahrerherrschaften
  • Geschichte der vita religiosa im Mittelalter
  • Kirchengeschichte des Mittelalters
  • Mediterrane Geschichte des Mittelalters
  • Geschichte des östlichen Mittelmeerraums und des Heiligen Landes in Spätantike und Mittelalter

 

Lebenslauf:

Geboren 1983 in Essen. Studium der Anglistik, Amerikanistik, Geschichtswissenschaft und der Mittelalter- und Renaissancestudien an der Ruhr-Universität Bochum. Master der Mittelalter- und Renaissancestudien 2010 an der Ruhr-Universität Bochum. Ab Mai 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Mittelmeerstudien an der Ruhr-Universität Bochum. Ab Januar 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter des deutsch-israelischen Forschungsprojektes: „Regular Canons within Crusader Society: Clerical Power, Spatial Influence and Transmediterranean Connectivity“. Ab Oktober 2013 wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter im SFB 933 „Materiale Textkulturen“ im Teilprojekt A01UP3 „Rezeption und kommunale Neuschöpfung: Die Antike in der städtischen Epigraphik des lateinischen Mittelmeerraums (11.-13. Jahrhundert)“.

 

Publikationen:

  • Das Krisenjahr 1111 und dessen Folgen: Überlegungen zu den Exkommunikationen Heinrichs V., in: Lubich, Gerhard (Hg.): Heinrich V. in seiner Zeit. Herrschen in einem europäischen Reich des Hochmittelalters (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters 34), Wien 2013, S. 151-168
  • Rezension von: Helen J. Nicholson (Hg.): On the Margins of Crusading. The Military Orders, the Papacy and the Christian World (Crusades Subsidia 4), Ashgate 2011, in: sehepunkte 13 (2013), Nr. 7/8 [15.07.2013], URL: http://www.sehepunkte.de/2013/07/21306.html
  • Rezension von: Haas, Thomas: Geistliche als Kreuzfahrer: der Klerus im Konflikt zwischen Orient und Okzident 1095-1221 (Heidelberg Transcultural Studies 3), Heidelberg 2012, in: WerkstattGeschichte 64 (2013), S. 135-136, URL: http://www.werkstattgeschichte.de/werkstatt_site/archiv/WG64_135-136_ZOELLER_GEISTLICHE.pdf

 

Dissertation:

Regularkanonikergemeinschaften im lateinischen Königreich Jerusalem. Studien zur Kirchen-, Ordens- und Frömmigkeitsgeschichte des lateinischen Ostens, 1099-1291 (im Druck)

 

Forschungsprojekt (German-Israeli Foundation) – abgeschlossen:

english version below


“Regular Canons within Crusader Society: Clerical Power, Spatial Influence and Transmediterranean Connectivity” (in Kooperation mit der German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development)


Das von der German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development über drei Jahre (2011-2013) geförderte deutsch-israelische Forschungsprojekt “Regular Canons within Crusader Society: Clerical Power, Spatial Influence and Transmediterranean Connectivity“ widmet sich einer möglichst umfassenden historisch-archäologischen Untersuchung der Regularkanonikergemeinschaften der Kreuzfahrerherrschaften.

Den Augustinerchorherrengemeinschaften des Heiligen Landes kamen weitreichende und vielfältige Aufgaben innerhalb der Gesellschaft der Kreuzfahrerherrschaften zu: sie wachten und vollzogen den Gottesdienst an den heiligsten Stätten der Christenheit, führten die Liturgie und Seelsorge für tausende von Pilgern aus, übernahmen als Bischöfe und Patriarchen die höchsten kirchlichen Ämter des lateinischen Ostens und dienten in der Verwaltung der Diözesen oder gar des Königreiches. Auf Grund dieser bedeutenden Stellung wurden den Gemeinschaften reiche Schenkungen und Zuwendungen in Form von Privilegien, monetären Einkünften und Grundbesitz zuteil, nicht nur im lateinischen Osten, sondern auch im lateinischen Europa , von Polen bis auf die Iberische Halbinsel und von den Britischen Inseln bis nach Sizilien.

Mittels ihrer ausgedehnten Ländereien und ihres wirtschaftlichen Potenzials spielten die Kanoniker in den Kreuzfahrerherrschaften zudem eine wichtige Rolle in Prozessen des Landes- und Stadtausbaus, weshalb sie bleibende topographische und architektonische Spuren in den urbanen Zentren und dem ruralen Hinterland Syrien-Palästinas hinterließen.

Trotz dieser kaum zu überschätzenden Bedeutung für die lateinischen Herrschaftsgebiete der hochmittelalterlichen Levante fehlt bislang eine gründliche wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte dieser Regularkanonikergemeinschaften.

Das an der Hebrew University Jerusalem (Projektleiter Ronnie Ellenblum, Projektbearbeiterin Anna Gutgarts-Weinberger) und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Projektleiter Nikolas Jaspert, Projektbearbeiter Wolf Zöller) angesiedelte Forschungsprojekt zielt darauf ab, in enger Kooperation und mittels eines transdisziplinären archäologisch-geographisch-(kunst)historischen Zugriffs diese Forschungslücke zu füllen. Dabei verspricht die komplementäre Analyse sowohl der schriftlichen, als auch der materiellen Zeugnisse zur Geschichte der Chorherren umfangreiche Ergebnisse, die ein facettenreiches Bild der Kanonikergemeinschaften des lateinischen Ostens vermitteln können.

 

The above-mentioned PhD thesis analyzes the ecclesiastical, spiritual and institutional history of the communities of regular canons of the Latin Kingdom of Jerusalem. Regular canons held an important role and performed manifold functions within the society of the Crusader States, serving at the holiest sites of Christendom, performing the liturgy and pastoral care for thousands of pilgrims, maintaining some of the highest offices of the kingdom by becoming bishops and patriarchs all while carrying out different political functions as diocesan and royal administrators, chancellors and counsellors. As such, they were accorded rich endowments from both laity and clergy in the form of privileges, rents, tithes and landed property, both in the Latin East and the Latin West, their daughter houses stretching from Poland to the Iberian Peninsula and from the British Isles to Sicily. In view of the wide-ranging activities the Jerusalemite regular canons deployed on both sides of the Mediterranean their history constitutes a theme of prime interest for the field of Crusader Studies, yet they lack the scholarly attention they deserve – a research gap that this PhD project intends to fill on the basis of traditional text-based historical enquiry as well as archaeological and art historical findings. As such the thesis promises to yield comprehensive results that will shed new light upon the history of ecclesiastical powers in the Crusader States as well as enhance our knowledge of the latter’s ties to the European West.

Seitenbearbeiter: Kelzenberg
Letzte Änderung: 25.10.2016
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