Internationale Double-Degree-Variante

M.A. Iberoamerikanische Studien: Heidelberg – Santiago de Chile

Der Double Degree verbindet den Masterstudiengang Estudios iberoamericanos. Teoría y metodología del contacto / Iberoamerikanische Studien. Kontakt – Theorien und Methoden der Universität Heidelberg mit einem Magíster-Programm der Universidad de Chile. Das erste Studienjahr führt in Heidelberg interdisziplinär in Theorien und Methoden des Sprach-, Literatur- und Kulturkontakts ein; das zweite Studienjahr dient der fachlichen Spezialisierung in Santiago de Chile.

Santiago de Chile und Heidelberg
Studieren in Santiago de Chile und Heidelberg. (Bild: Michel Hühn)

Fakten und Formalia

AbschlussMaster of Arts + Magísterzwei Abschlüsse der Partneruniversitäten
Regelstudienzeit4 Semester120 Leistungspunkte / Credit Points
StudienorteHeidelberg und Santiago de Chile1. Jahr Heidelberg, 2. Jahr Santiago de Chile
StudienbeginnWintersemesterjeweils im Oktober
LehrsprachenSpanisch, teilweise Englischdeutscher Studienkontext in Heidelberg
ProfilforschungsorientiertSprach-, Literatur-, Kulturwissenschaft und Transcultural Studies
Spezialisierung3 OptionenLiteratur, Linguistik, Estudios Latinoamericanos
BewerbungheiCO / FachberatungFristen und Nachweise aktuell prüfen

Profil

Sprach-, Literatur- und Kulturkontakt im iberoamerikanischen Raum

Das Studienprogramm basiert auf einer integralen Konzeption des iberischen und lateinamerikanischen Kulturraums, die Spanien, Portugal, Hispanoamerika und Brasilien zusammendenkt. Gegenstand sind die Verflechtungen iberoamerikanischer Sprach- und Kulturräume sowie die literarischen Traditionen, die in diesen Kontaktzonen entstehen, zirkulieren und transformiert werden.

Im Zentrum stehen Kontaktphänomene, die über territoriale, ethnische, politische, religiöse oder mediale Grenzen hinweg innerhalb und zwischen Sprach- und Kulturräumen entstehen. Die internationale Double-Degree-Variante verbindet hierfür iberoromanische Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft mit Perspektiven der Transcultural Studies.

Die Besonderheit des Programms liegt in der Kombination zweier Wissenschaftskulturen: In Heidelberg steht die interdisziplinäre theoretisch-methodische Grundlegung im Vordergrund; an der Universidad de Chile erfolgt die Spezialisierung in einem der drei Magíster-Programme.

Studienverlauf

Erst interdisziplinär, dann spezialisiert

Der Studienverlauf ist binational angelegt: Die ersten beiden Semester werden an der Universität Heidelberg absolviert, die letzten beiden Semester an der Universidad de Chile.

Grafische Übersicht des Studienverlaufs zwischen Heidelberg und Santiago de Chile
Studienverlauf des Double-Degree-Programms.
1

1. Semester · Heidelberg

Einführung in Transcultural Studies, Masterseminar, Portugiesisch 1 und Beginn der fachwissenschaftlichen und sprachpraktischen Module.

2

2. Semester · Heidelberg

Basismodule Literatur- und Sprachwissenschaft, Portugiesisch 2, Forum und Abschluss des interdisziplinären Heidelberger Studienjahres.

3

3. Semester · Santiago de Chile

Spezialisierung in Literaturwissenschaft, Linguistik oder Estudios Latinoamericanos; Forschungskolloquium bzw. Tutoría/Taller de tesis.

4

4. Semester · Santiago de Chile

Masterarbeit/Magísterarbeit im gewählten Schwerpunkt und mündliche Abschlussprüfung unter Beteiligung beider Universitäten.

Drei Varianten

Spezialisierung an der Universidad de Chile

Literatur

Magíster en Literatura

Die literaturwissenschaftliche Variante vertieft Fragen der Theorie, Ästhetik, Literaturgeschichte und vergleichenden Analyse. Sie eignet sich besonders für Forschungsinteressen an hispanischer und lateinamerikanischer Literatur, kolonialem Schrifttum, Literaturtheorie, Subjektivität, Ideologie und Dekolonisierung.

Linguistik

Magíster en Lingüística

Die sprachwissenschaftliche Variante fokussiert unter anderem Sprachgeschichte, Sprachwandel, Sprachkontakt, Variation, historische Soziolinguistik, Pragmatik, Syntax, Semantik, Morphologie und Diskurs. Sie schärft die methodische Arbeit an synchronen und diachronen Sprachdaten.

Kultur

Magíster en Estudios Latinoamericanos

Die kulturwissenschaftliche Variante bündelt Perspektiven auf Lateinamerika als historisch, politisch, kulturell und medial verflochtenen Raum. Sie eignet sich für Projekte zu Transkulturalität, Alterität, Nation Building, Kulturphilosophie und Theorien des Subalternen.

Inhalte und Forschung

Forschungsnah und theoretisch fundiert

Der Studiengang versteht Hispanistik und Iberoamerikanistik nicht als isolierte philologische Disziplinen, sondern als Analysefelder einer heterogenen, dezentralisierten und diversifizierten Romania. Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft werden mit Blick auf Kontaktzonen, Übersetzungsprozesse, Migrationen, Wissenszirkulation, koloniale und postkoloniale Ordnungen sowie transkulturelle Aushandlungen zusammengedacht.

In Kooperation mit dem M.A. Transcultural Studies werden theoretische Konzepte vermittelt, die sprach- und literaturwissenschaftliche Zugriffe produktiv ergänzen. Im Zentrum stehen unter anderem Identität, Subjektkonstitution und Alterität, Transkulturalität, Nation Building sowie Terminologien, Typologien und Modelle zur Beschreibung komplexer Sprachkontaktphänomene.

Zweite romanische Sprache

Portugiesisch im iberoamerikanischen Profil

Der Erwerb bzw. die Vertiefung des Portugiesischen ist ein integraler Bestandteil des Heidelberger Studienjahres. Die portugiesische Komponente erweitert die iberoamerikanische Perspektive, weil sie die Beziehungen zwischen hispanophonen und lusophonen Sprach-, Literatur- und Kulturräumen systematisch einbezieht.

Studierende erwerben die Grundlage, anspruchsvolle Gegenstände mündlich und schriftlich in einer weiteren romanischen Sprache zu diskutieren und transareale Verflechtungen zwischen Hispanoamerika, Brasilien, Portugal, Spanien und Europa differenziert zu analysieren.

Perspektiven

Wissenschaftlicher Nachwuchs und außeruniversitäre Berufsfelder

Der Masterstudiengang zielt primär auf die Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses. Lehrformate wie das Forum geben Studierenden authentische Einblicke in die Praxis des Wissenschaftsbetriebs: Sie konzipieren, organisieren und realisieren eine eigene wissenschaftliche, thematisch fokussierte Tagung.

Der Doppelabschluss ermöglicht das Kennenlernen zweier Universitäts- und Wissenschaftskontexte. Dadurch werden theoretisch erworbene transkulturelle Kompetenzen in einer konkreten internationalen Studiensituation vertieft. Ergänzend zur Forschungsorientierung eröffnet die stark interdisziplinäre Ausbildung in literatur-, sprach- und kulturtheoretischen Fragestellungen auch anspruchsvolle außeruniversitäre Perspektiven.

Bewerbung

Zulassung und Immatrikulation

Zugangsvoraussetzungen

  • einschlägiger erster Hochschulabschluss, zum Beispiel Bachelor oder Licenciatura, mit mindestens sechs Semestern Regelstudienzeit bzw. 180 Leistungspunkten
  • Spanischkenntnisse auf Niveau C1 des GER
  • Englischkenntnisse auf Niveau B1 des GER
  • erfolgreiches Auswahlgespräch an der Heimatuniversität; dieses kann gegebenenfalls digital stattfinden
  • Motivation und Eignung für ein forschungsorientiertes Studium in einem internationalen universitären Umfeld

Hinweis: Die rechtlich verbindlichen Informationen ergeben sich aus den jeweils geltenden Zulassungs- und Prüfungsordnungen. Der folgende Abschnitt ist als unverbindliche Übersicht für Studieninteressierte angelegt.

Bewerbung in Schritten

  1. Unterlagen prüfen
    Informieren Sie sich über Zulassungssatzung, Prüfungsordnung, Modulübersicht und Leitfaden.
  2. Beratung nutzen
    Klären Sie offene Fragen frühzeitig mit der Fachstudienkoordination, besonders zu Fristen, Sprachnachweisen und Studienplanung.
  3. Online-Bewerbung einreichen
    Die Bewerbung erfolgt über das jeweils vorgesehene Bewerbungsportal der Heimatuniversität.
  4. Auswahlgespräch absolvieren
    Die Auswahl berücksichtigt Studienleistungen, Motivation und Potenzial für das internationale Studienumfeld.

FAQ

Häufige Fragen

Diese FAQ ersetzt keine rechtlich verbindlichen Ordnungen.

Welche Abschlüsse erhalte ich?
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Studierende den Master of Arts der Universität Heidelberg im Studiengang Iberoamerikanische Studien. Kontakt – Theorien und Methoden sowie den jeweiligen Magíster-Abschluss der Universidad de Chile: Magíster en Literatura, Magíster en Lingüística oder Magíster en Estudios Latinoamericanos.
Wo schreibe ich die Abschlussarbeit?
Die Abschlussarbeit wird im vierten Semester im gewählten Schwerpunkt verfasst. Das Verfahren richtet sich nach den Regelungen der Universidad de Chile; zusätzlich wird die Arbeit an der Universität Heidelberg angemeldet und eingereicht. Die Betreuung erfolgt durch je eine prüfungsberechtigte Person aus Santiago de Chile und Heidelberg.
In welcher Sprache wird die Abschlussarbeit geschrieben?
Die Arbeit wird in der Regel auf Spanisch geschrieben und durch eine kurze deutsche Zusammenfassung ergänzt. In Absprache mit beiden Betreuer:innen und mit Zustimmung der zuständigen Kommission kann die Arbeit auch auf Englisch oder Portugiesisch verfasst werden; dann sind Zusammenfassungen auf Spanisch und Deutsch vorzusehen.
Ist das Programm eher literatur-, sprach- oder kulturwissenschaftlich?
Das erste Studienjahr ist bewusst interdisziplinär angelegt und verbindet Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Kulturwissenschaft, Portugiesisch und Transcultural Studies. Die fachliche Spezialisierung erfolgt im zweiten Studienjahr in Santiago de Chile.
Kann ich später promovieren?
Das Programm ist forschungsorientiert und richtet sich auch an Studierende, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben. Eine spätere Promotion, gegebenenfalls auch in einem binationalen Cotutelle-Verfahren, ist fachlich anschlussfähig.

Kontakt

Beratung und wissenschaftliche Koordination

Fachstudienkoordination

Ricardo Coseano

Universität Heidelberg · Romanisches Seminar

ricardo.coseano@rose.uni-heidelberg.de

Dr. Lena Sowada

Universität Heidelberg · Romanisches Seminar

lena.sowada@rose.uni-heidelberg.de

Dra. Alejandra Bottinelli

Universidad de Chile · Facultad de Filosofía y Humanidades

alejandra.bottinelli@u.uchile.cl

Wissenschaftliche Koordination

Jun.-Prof. Dr. Sarah Burnautzki

Literatur- und Kulturwissenschaft · Heidelberg

sarah.burnautzki@rose.uni-heidelberg.de

Prof. Dr. Robert Folger

Literatur- und Kulturwissenschaft · Heidelberg

robert.folger@rose.uni-heidelberg.de

Prof. Dr. Sybille Große

Sprachwissenschaft · Heidelberg

sybille.grosse@rose.uni-heidelberg.de

Dra. Silvana Guerrero · Dra. Jessica Castro · Dra. Azun Candina

Magíster en Lingüística, Magíster en Literatura, Magíster en Estudios Latinoamericanos · Universidad de Chile

Kontakt über die Universidad de Chile bzw. die Fachstudienkoordination.

Hinweis: Für Studieninteressierte empfiehlt sich zuerst die Fachstudienkoordination zu kontaktieren. Fachliche Fragen zur Spezialisierung können an die jeweilige wissenschaftliche Koordination gerichtet werden.

Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 12.06.2026
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