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Forschungsprojekt

Reintegration, Schuldzuweisung und Entschädigung – Bewältigung und Nicht-Bewältigung der NS-Vergangenheit in den drei Vorgängerländern Baden-Württembergs 1945-1952
(Zur Projektseite)
 

Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung

 
Neuerscheinung

Die NSDAP in Heidelberg. Organisation und Personal im "Dritten Reich"

Beiträge zur Heidelberger Stadtgeschichte, Bd. 2

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Monografie

Zwangsarbeit im Landkreis Wasserburg a. Inn 1939—1945

Veröffentlichungen des Stadtarchivs, Bd. 9

Buchcover Wasserburg

 

Joey Rauschenberger, M.A.

 

Forschungsstelle Antiziganismus
 

Funktion/Position

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Verbundprojekt "Reintegration, Schuldzuweisung und Entschädigung": Teilprojekt "Kontinuitäten des Antiziganismus in Baden-Württemberg nach 1945“, gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung

Kontakt

Büro:
Forschungsstelle Antiziganismus
Hauptstraße 216
69117 Heidelberg

 

Postanschrift:
Historisches Seminar der Universität Heidelberg
Postfach 10 57 60
D-69047 Heidelberg

 

Tel:        +49 (0) 6221 / 54 - 37701
E-Mail:  Joey.Rauschenberger@zegk.uni-heidelberg.de

Zur Person

  • geboren 1993 in Wiesbaden

  • verheiratet, drei Kinder

Beschäftigungen und Studium

  • Seit 2020: Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand an der Forschungsstelle Antiziganismus am Historischen Seminar, Universität Heidelberg

  • 2020: Wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt "Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien. Rekrutierung – Karrieren – Nachkriegswege"

  • 2020: Master of Arts im Fach Global History (mit Auszeichnung) an der Universität Heidelberg

  • 2018–2020: Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Zeitgeschichte des Historischen Seminars, Universität Heidelberg

  • 2018–2020: Wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt "Vor- und Stiftungsgeschichte des Hans Thoma Preises"

  • 2017–2020: Wissenschaftliche Hilfskraft und Tutor bei Prof. Dr. Frank Engehausen, Historisches Seminar, Universität Heidelberg
  • 2017–2018: Gutachtertätigkeit für die Kommission für Straßenbenennungen der Stadt Heidelberg

  • 2016: Bachelor of Arts in den Fächern Geschichte und Deutsche Philologie an der Universität Heidelberg

  • 2012: Abitur am Rabanus-Maurus-Gymnasium Mainz

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

  •     Geschichte des Nationalsozialismus
  •     Rezeption und Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik
  •     Wiedergutmachung von NS-Unrecht nach 1945
  •     Geschichte der Sinti-und-Roma Minderheit in Europa und historische Antiziganismusforschung
  •     Südwestdeutsche Landesgeschichte
  •     Regionalgeschichte als Methode

Stipendien und Auszeichnungen

  •     2021: Druckkostenzuschuss der Stadt-Heidelberg-Stiftung
  •     2017–2020: Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung

Dissertationsprojekt: Wiedergutmachung für Sinti und Roma. Entschädigung von NS-Unrecht in Baden-Württemberg 1945–1975 als Verwaltungspraxis

Im Zweiten Weltkrieg sollte die Minderheit der Sinti und Roma in Europa ausgelöscht werden. Das Dissertationsprojekt richtet den Blick auf die Zeit nach dem Genozid durch den nationalsozialistischen deutschen Staat und erforscht, inwiefern die Überlebenden durch die Bundesrepublik und ihre Länder - hier exemplarisch Baden-Württemberg und seine drei Vorgängerländer - entschädigt wurden. Damit soll am Beispiel eines zentralen vergangenheitspolitischen Handlungsfeldes ein Beitrag zum besseren Verständnis vom Umgang der deutschen, ehemaligen Tätergesellschaft mit der Minderheit der Sinti und Roma nach der Zäsur von 1945 geleistet werden. Der Untersuchungszeitraum reicht von den ersten Wiedergutmachungsmaßnahmen bis in die frühen 1970er Jahre, sodass auch der Niederschlag des politisch-sozialen Wandels rund um "1968" auf die Praxis der Entschädigung für Sinti und Roma in den Blick gerät. Obwohl es in der Forschung üblich ist, unter Rückgriff auf die ideengeschichtliche Erklärung antiziganitischer Kontinuitäten von einer überaus negativen Bilanz der Wiedergutmachung für Sinti und Roma auszugehen, fehlt es bisher an einem empirischen, mit quantifizierenden Methoden operierenden Nachweis dieser These. Die Auswertung von knapp 400 Einzelfallakten der Landesämter für die Wiedergutmachung in Freiburg, Tübingen, Stuttgart und Karlsruhe, deren Analyse die Verschiedenheit der Verfolgungsschicksale sowie die sich aus dem komplexen Entschädigungsrecht ergebenden Schadenskategorien differenzieren muss, soll hierbei Abhilfe leisten und zu ersten statistisch belastbaren Ergebnissen führen.

Gleichzeitig soll die Studie neue Erkenntnisse zur Entschädigung von NS-Unrecht zutage bringen, die zwar in ihren politik- und rechtsgeschichtlichen Aspekten als erforscht gelten kann, hier aber in praxistheoretischer Perspektive auf die administrativen Arbeitsabläufe und Alltagsroutinen der Wiedergutmachungsämter sowie den konkreten Vollzug des Entschädigungspersonals untersucht werden soll, um zu einer Kulturgeschichte von Verwaltungshandeln zu gelangen, die zur Einordnung und für das Verständnis der in ihrer quantitativen Dimension erfassten Verfahrensausgänge ebenso notwendig ist wie die Kenntnis des sozialen Profils der auf Seiten der Behörden handelnden Akteure. Deshalb soll schließlich an erstmals untersuchten Personalakten eine Gruppenbiographie der Beamten und Angestellten der baden-württembergischen Wiedergutmachungsverwaltung entstehen. 

Veröffentlichungen

Monografien

  • Die NSDAP in Heidelberg. Organisation und Personal im "Dritten Reich" (Beiträge zur Heidelberger Stadtgeschichte, Bd. 2), Heidelberg 2021. [Rezension]

  • Zwangsarbeit im Landkreis Wasserburg a. Inn 1939–1945. Eine Geschichte des "Ausländereinsatzes" in Oberbayern (Veröffentlichungen des Stadtarchivs, Bd. 9), Wasserburg 2019 (gem. mit Philipp T. Haase). [Volltext] [Rezension]

Aufsätze

  • "Nur sagen kann man es nicht" - Kontinuität und restaurative Transformation des Antiziganismus im Parlamentarischen Rat, in: Deutschland Archiv, 17.10.2022. [Zum Aufsatz]
  • Die Schleifung des Wrededenkmals 1940 als Akt nationalsozialistischer Erinnerungspolitik, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt 27 (2023), S. 111–126.

  • Reformkonservatismus im Kaiserreich? Die sächsischen Konservativen in den Wahlrechtsdebatten 1895/96 bis 1909 als Beispiel, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 91 (2020), S. 225–255.

  • Hydra als Totalitarismus, in: thersites. Journal for Transcultural Presences and Diachronic Identities from Antiquity to Date 6 (2017), S. 424–429.

  • Herbert Kraft: "Mitarbeit am Werk unseres Führers", in: Wolfgang Proske (Hrsg.): Täter–Helfer–Trittbrettfahrer, Bd. 7: NS-Belastete aus Nordbaden und Nordschwarzwald, Gerstetten 2017, S. 170–197.

Lexikonartikel

  • Zwangsarbeit, 3.3.2021, in: Historisches Lexikon Wasserburg. [Link]

Blogbeiträge

  • Behördliche Handlungsräume im demokratischen Rechtsstaat oder: Warum zwangssterilisierte Sinti trotz ähnlicher Verfolgungsschicksale nach 1945 unterschiedlich entschädigt wurden, 26.4.2022, in: Online-Portal "Reintegration, Schuldzuweisung und Entschädigung". [Link]

  • Saboteure der Wiedergutmachung eigener Verbrechen oder geläuterte Diener der Wahrheitsfindung? Fragmente zur Rolle der Polizei in den Entschädigungsverfahren von Sinti und Roma, 29.10.2021, in: Online-Portal "Reintegration, Schuldzuweisung und Entschädigung". [Link]

  • „Heil Hitler“ als „Zigeunergruss“: Zur Analyse der befremdlichen Analogie eines Sozialdemokraten, 6.7.2021, in: Online-Portal „Reintegration, Schuldzuweisung und Entschädigung“. [Link]

  • Der Verbindungsmann des Ostministeriums im „Führerhauptquartier“. Aus dem politischen Lebensweg Werner Koeppens (1910–1994), Teil II: Die Rehabilitierung von Rosenbergs Adjutanten, der „mit diesem Ministerium nichts zu tun“ gehabt haben soll. Fragmente aus der Zeit der Entnazifizierung, 27.11.2020, in: Online-Portal „Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien". [Link]

  • Der Verbindungsmann des Ostministeriums im „Führerhauptquartier“. Aus dem politischen Lebensweg Werner Koeppens (1910–1994), Teil I: Rosenbergs Draht zu Hitler. Vom Aufstieg eines SA-Führers ins Zentrum der Macht des „Dritten Reichs“, 24.11.2020, in: Online-Portal „Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien“. [Link]

  • Der Ministerialrat Herbert Kraft und das französische Auto. Verwaltungspraxis in Karlsruhe und Straßburg zwischen „totalem Krieg“ und profaner Klüngelei, 2.8.2017, in: Online-Portal Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus. [Link]

Sonstige kleinere Texte und Arbeiten

  • Was ist Antiziganismus? Definition des Begriffs und Funktion des Phänomens, in: Einsichten 2 (2022): Kontur, Kontext und Kontinuität: von Antiziganismus im Südwesten, S. 11–19.
  • Die NSDAP in Heidelberg. Eine Masterarbeit zur Stadtgeschichte liegt nun als Monografie vor, in: Mitteilungen aus dem Historischen Seminar 10 (2022), S. 22–26.
  • Ausgelost. Wie man die Demokratie vitalisieren könnte, in: Neue Gesellschaft/ Frankfurter Hefte 66 (2019) Nr. 12, S. 33–37 (gem. mit Licia Bobzien, Hannah Maul und Michael Swoboda).

Tagungsorganisation

  • 03/2023: Organisation des Symposiums "Status quo and quo vadis? New Research on the Recognition and Compensation of Nazi Injustice in Comparative Perspective" der Forschungsstelle Antiziganismus und der Hochschule für jüdische Studien vom 30. – 31.3.2023 in Heidelberg (mit Verena Meier und Philipp Zschommler). [Veranstaltungsposter]
  • 07/2019: Organisation und Leitung des stipendiatischen Seminars "'Er ist immer da' - populärkulturelle Hitlerdarstellungen und ihre Auswirkungen auf Geschichtsverständnis und Gesellschaft" der Friedrich-Ebert-Stiftung vom 26. – 28.7.2019 in Köln (mit Lenard Kramp und Sebastian Stachorra).

Vorträge (Auswahl)

  • 02/2023: Wiedergutmachung für Sinti und Roma. Entschädigung von NS-Unrecht in Baden-Württemberg als Verwaltungspraxis - ein Projektbericht. Vortrag im Rahmen des "Forum Landesgeschichte" der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein im Generallandesarchiv Karlsruhe am 24.2.2023.

  • 02/2023: Wie soll Gedenken an NS-Unrecht in Heidelberg aussehen? Podiumsdiskussion in der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte am 15.02.2023.

  • 01/2023: Von Roma, Sinti und Antiziganismus. Die Geschichte der Minderheit in Deutschland. Vortrag auf dem Kulturabend des St. Raphael-Gamnasiums Heidelberg am 12.01.2023.

  • 12/2022: Vortrag über Käthe Leichter anlässlich der Einweihung des Käthe Leichter Forums: Zentrum für Doktorand:innen an der Universität Heidelberg am 13.12.2022.

  • 07/2022: Entnazifizierung ohne personelle Säuberung? Die Reintegration der Täter des Genozids an den Sinti und Roma, Vortrag beim Workshop "Entnazifizierung erzählen. Reeducation und Entnazifizierung in Literatur, Geschichte und Wissenschaftsgeschichte am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg vom 8. – 9.7.2022.

  • 07/2022: Nationalsozialismus in Heidelberg. Wege und Perspektiven der regionalen NS-Forschung. Podiumsdiskussion des Heidelberger Geschichtsvereins und des Historischen Seminars der Universität Heidelberg in Heidelberg am 6.7.2022 (gem. mit Frank Engehausen, Christiane Fritsche und Maike Rotzoll).

  • 06/2022: Niches of Agency: Unsolicited Romani Voices in the Rigid Bureaucratism of Compensation Procedures after 1945, Vortrag beim Workshop "Recording Romani Voices, Documenting Romani Lives" des Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies (Yale University), des Romani Studies Programm und des Nationalism Studies Program der Central European University (CEU) und des Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust-Studies (VWI) vom 13. – 14.6.2022 in Wien.

  • 05/2022: Antiziganismus nach 1945 und Antiziganismusforschung heute. Vortrag beim Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung "Antiziganismus in Deutschland. Sinti und Roma begegnen" vom 27. – 29.5.2022 in Heidelberg.

  • 04/2022: Rassismus trotz "Auschwitz"? Zu den Kontinuitäten im Umgang mit Sinti und Roma in der deutschen Geschichte. Abendvortrag der VHS Ludwigsburg in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Ludwigsburg, dem Förderverein Zentrale Stelle und der Stolpersteininitiative Ludwigsburg am 12.4.2022 im Staatsarchiv Ludwigsburg.

  • 03/2022: "Als sehr gut brauchbar für unser Volkstum" oder "als ungenügend zu gelten" - Der Lebensborn e.V. der SS und sein Beitrag zur Selektion und "Eindeutschung" von Kindern aus dem Banat 1941 im Schloss Langenzell, Online-Fachvortrag im Rahmen der Heidelberger Internationalen Wochen gegen Rassismus am 31.3.2022 (mit Verena Meier). [Aufzeichnung]

  • 02/2022: Die NSDAP in Heidelberg, Vortrag und Buchvorstellung mit der Heidelberger Lupe e.V., dem Heidelberger Geschichtsverein und artes liberales universitas am 5.2.2022 in Heidelberg. [Aufzeichnung]

  • 01/2022: "Als sehr gut brauchbar für unser Volkstum" oder "als ungenügend zu gelten" - Der Lebensborn e.V. der SS und sein Beitrag zur Selektion und "Eindeutschung" von Kindern aus dem Banat 1941. Vortrag beim Online-Workshop: "´Lebensborn´. Nationalsozialistische Geburtenpolitik, Entbindungsheime und die ´Eindeutschung´ von Kindern aus den besetzten Gebieten" des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung am 19.1.2022 (mit Verena Meier).

  • 11/2021: Panelmoderation im Online-Workshop "Artistic Alternatives to the Antigypsy Gaze/ Künstlerische Alternativen zum antiziganistischen Blick" der Forschungsstelle Antiziganismus vom 1. – 2.11.2021.

  • 5/2021: Die NSDAP an der Macht. Zur Rolle der Partei im "Dritten Reich" und zum Potential lokaler NS-Forschung, 57. Ausgabe der Gesprächsreihe „Heidelberg Talks Online“ vom DAAD-Freundeskreis am 21.5.2021.

  • 10/2019: Zwangsarbeit im Landkreis Wasserburg a. Inn, Vortrag und Buchvorstellung am 28.10.2019 in Wasserburg a. Inn (mit Philipp T. Haase). [Ankündigung in der SZ]

Lehrveranstaltungen

SS 2023

Übung: "´Zeitzeugenschaft im Generationswechsel´ - Theorie und Praxis der Oral History" (mit Verena Meier)

 

WS 2022/23

Exkursion: "Der Völkermord an den Sinti und Roma in der offiziellen Gedenk- und Erinnerungskultur der Bundesrepublik: Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg von den 1990er-Jahren bis heute"

Übung: "Die Aufarbeitung des Völkermords an den Sinti und Roma in der Bundesrepublik

Mitgliedschaften

  • Gesellschaft für Antiziganismusforschung
  • Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein
  • Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands
  • Heidelberger Lupe e.V. – Verein für historische Forschung und Geschichtsvermittlung

 

Seitenbearbeiter: Hankeln
Letzte Änderung: 29.05.2023
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