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Besuchen Sie den Wissenschaftsblog des Forschungsprojekts "Verfassungsfeinde im Land?" mit Beiträgen zu inhaltlichen Aspekten und weiterführenden Informationen zum Thema "Radikalenerlass".
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Neue Publikation
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Yvonne Hilges

Lehrstuhl für Zeitgeschichte 
 

Am Lehrstuhl seit

WiSe 2015/16

Funktion/Position

Doktorandin; Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Verfassungsfeinde im Land? Baden-Württemberg, ‘68 und der ‚Radikalenerlass‘ (1968-2018)“

Kontakt

Büro:
Hauptstraße 113, 2. OG, Raum 201

Postanschrift:
Historisches Seminar der Universität Heidelberg
Grabengasse 3-5
D-69117 Heidelberg

Tel.: +49 (0) 6221 / 54 - 2469
E-Mail:  yvonne.hilges@zegk.uni-heidelberg.de

Sprechstunde: n. V.

Zur Person

  • seit 2019: Doktorandin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Historisches Seminar der Universität Heidelberg
  • 2015 – 2018: Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Geschichte und Anglistik an der Universität Heidelberg (mit Auszeichnung); Titel der Abschlussarbeit: „Angst vor einem German Europe? Das britische Deutschlandbild seit der Wiedervereinigung zwischen deutscher Vergangenheit und europäischer Gegenwart“
  • 2013/14: Auslandssemester an der Universität Durham, Großbritannien
  • 2011 – 2015: Bachelor of Arts in Geschichte und Anglistik an der Universität Heidelberg (mit Auszeichnung); Titel der Abschlussarbeit: „1989/90 als nationale Erfolgsgeschichte? Die Wiedervereinigung in den geschichtspolitischen Erinnerungsdiskursen der Bundesrepublik“
  • 2011: Abitur am St.-Josef-Gymnasium Biesdorf/Eifel

Beschäftigungen

Stipendien und Auszeichnungen

  • 2016 – 2018: Deutschlandstipendium
  • 2013/14: ERASMUS-Stipendium

Forschungsinteressen

  • Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
  • Politik-, Rechts- und Verwaltungsgeschichte
  • Protestforschung und Neue Soziale Bewegungen
  • Geschichtspolitik und Erinnerungskultur
  • Deutsch-britische Beziehungen

Dissertationsprojekt

„Das Berufsverbot muss fallen!“ Mobilisierung und Protest gegen den „Radikalenerlass“, 1968 bis 1991 (Arbeitstitel)

Am 28. Januar 1972 verabschiedeten Bundeskanzler Willy Brandt und die Ministerpräsidenten die sog. „Grundsätze zur Frage der verfassungsfeindlichen Kräfte im öffentlichen Dienst“. Zwar wurde durch den auf die bestehenden Beamtengesetze verweisenden Beschluss kein neues Recht gesetzt, infolge der auf seiner Grundlage eingeführten Regelanfrage bei den Verfassungsschutzämtern jedoch sollten bis 1990/91 zwischen 1,5 und 3,5 Millionen (angehende) Staatsbedienstete überprüft und schätzungsweise zweitausend – zumeist Linke – abgelehnt oder entlassen werden.

Das Dissertationsprojekt sucht dem umfänglichen Protest gegen den von den Kritiker:innen als solchen bezeichneten „Radikalenerlass“ nachzugehen: Weshalb wurde dieser zu einem der zentralen bundesdeutschen Streitthemen der 1970er und frühen 1980er Jahre? Wer waren die maßgeblichen Protestakteur:innen und was ihre jeweiligen Argumentationsmuster? Wie sahen die bevorzugten Aktionsformen und Strategien aus? Inwieweit beeinflusste die organisierte Gegenwehr die öffentlichen, medialen und politischen Diskurse um die „Radikalen-Abwehr“? Welchen Anteil hatte die Mobilisierung gegen die „Berufsverbote“ an der Liberalisierung der Überprüfungspraxis?

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt dabei auf Baden-Württemberg, dessen Vorgehen gegen vermeintliche „Verfassungsfeinde“ zeitgenössisch als besonders rigide galt. Ergänzend werden daneben ebenso Anti-„Berufsverbote“-Kampagnen auf Bundesebene und ihre transnationalen Verflechtungen miteinbezogen. Anwendung finden vorrangig Methoden der Protest- und Bewegungsforschung, aber auch der Politik-, Rechts- und Verwaltungsgeschichte. Der Quellenkorpus reicht entsprechend von unterschiedlichsten Publikationen der Protestinitiativen und Betroffenen über Presseberichterstattung bis hin zu Aktenbeständen der Regierungs- und Justizbehörden.

Publikationen

Aufsätze
  • „Weg mit dem Schiess-Erlass!“ – Widerspruch und Protest gegen die „Radikalen-Abwehr“ im Südwesten, in: Verfassungsfeinde im Land? Baden-Württemberg, ‘68 und der „Radikalenerlass“ (1968-2018). Ein Forschungsbericht, bearb. von Yvonne Hilges und Mirjam Schnorr, Heidelberg 2020, S. 61-80.

Blogartikel

Wissenschaftsblog „Der ‚Radikalenerlass‘ in Baden-Württemberg“:

  • Der „Radikalenerlass“ als Menschenrechtsverletzung? Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte im Fall Dorothea Vogt von 1995, 25.11.2019. [Link]
  • Angst vor dem Überwachungsstaat – Zum Verfassungsschutz und seiner Rolle bei der „Radikalen-Abwehr“, 22.07.2019. [Link]
  • „Gefahr der Aushöhlung demokratischer Grundrechte“: Konstanzer Professoren fordern die Abschaffung des „Radikalenerlasses“, 04.05.2019. [Link]
  • Neuer Diskussionsbedarf statt Rechtssicherheit – Das „Radikalen-Urteil“ des Bundesverfassungsgerichts von 1975 und seine Wirkung, 25.02.2019. [Link]. Abgedruckt in: Verfassungsfeinde im Land? Baden-Württemberg, ‘68 und der „Radikalenerlass“ (1968-2018). Ein Forschungsbericht, bearb. von Yvonne Hilges und Mirjam Schnorr, Heidelberg 2020, S. 101-107.
Sonstiges
  • Doppeltes „Berufsverbot“ mit zeitweiliger Bezüge-Rückforderung über 71.627,80 Mark: Der Fall des Lehrer-Ehepaars Renate und Horst Groos, in: Verfassungsfeinde im Land? Baden-Württemberg, ‘68 und der „Radikalenerlass“ (1968-2018). Ein Forschungsbericht, bearb. von Yvonne Hilges und Mirjam Schnorr, Heidelberg 2020, S. 81-90.

Vorträge

  • Der „Radikalenerlass“ im Kontext des deutsch-deutschen Systemkonflikts – Diskurse um „Berufsverbote“ in Ost und West, Tagung „Das Eigene und das Fremde: Wahrnehmungen des anderen deutschen Staates in der DDR und in der Bundesrepublik“, Freie Universität Berlin, 16.-17.09.2021.
  • „Das Berufsverbot muss fallen!“ Mobilisierung und Protest gegen den „Radikalenerlass“, 1968 bis 1991, Digitales Doktorand:innen-Kolloquium des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, 21.01.2021.
  • „Berufsverbote“, „Gesinnungsschnüffelei“, „Duckmäusertum“ – Mobilisierung und Protest gegen den „Radikalenerlass“, Digitales Forschungskolloquium für Zeitgeschichte der Universität Mannheim, 07.10.2020.
  • „Kampf dem Berufsverbot!“ – Zur Entwicklung des Protests gegen die „Radikalen-Abwehr“, IWH-Symposium „Innere Sicherheit, Kulturkampf, Demokratisierung? Der ‚Radikalenerlass‘ von 1972 und seine Folgen bis in die Gegenwart“, Internationales Wissenschaftsforum Heidelberg, 28.-29.09.2020.
  • „Das Berufsverbot muss fallen!“ Eine Konfliktgeschichte des „Radikalenerlasses“, Digitales Forschungskolloquium für Zeitgeschichte der Ruhr-Universität Bochum, 01.07.2020.
  • Contesting the Berufsverbote – The 1972 “Radicals Decree” and the Protest Against It (Poster-Präsentation), Winter School „Politics and Law – An Interdisciplinary Dialogue between Social and Legal Sciences“, Centre Marc Bloch, Integrated Research Institute Law & Society, beide Humboldt-Universität zu Berlin, und Centre for Socio-Legal Studies der Universität Oxford, Centre Marc Bloch Berlin, 28.-30.11.2019.
  • Angst vor einem German Europe? Das britische Deutschlandbild seit der Wiedervereinigung, Examensfeier des Historischen Seminars, Vortrag aus dem Kreis der Examinierten, Universität Heidelberg, 22.06.2018.

Lehrveranstaltungen

SoSe 2020

Tagungsorganisation

  • IWH-Symposium „Innere Sicherheit, Kulturkampf, Demokratisierung? Der ‚Radikalenerlass‘ von 1972 und seine Folgen bis in die Gegenwart“, Internationales Wissenschaftsforum Heidelberg, 28.-29.09.2020. (gemeinsam mit Mirjam Schnorr)
Seitenbearbeiter: Hilges
Letzte Änderung: 10.11.2021
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