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Laura Hankeln, geb. Notheisen

Forschungsstelle Antiziganismus
 

 

Funktion/Position

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Verbundsprojekt "Reintegration, Schuldzuweisung und Entschädigung": Teilprojekt „Kontinuitäten des Antiziganismus in Baden-Württemberg nach 1945“, gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung.

Kontakt

Büro:

Hauptstraße 216

 

Postanschrift:

Historisches Seminar der Universität Heidelberg
Postfach 10 57 60
D-69047 Heidelberg

 

Tel.: 06221/54-30043

E-Mail:  Laura.Hankeln@zegk.uni-heidelberg.de

 

Zur Person

  • 2018: Masterabschluss im Fach Global History an der Universität Heidelberg, Titel der Masterarbeit: „Interniert in Kislau. Ausgrenzung und Verfolgung von Bettlern und Landstreichern im nordbadischen Arbeitshaus (1930-1938)“
  • 2015: Bachelorabschluss in den Fächern Geschichte und Historische Grundwissenschaften an der Universität Heidelberg, Titel der Bachelorarbeit: „Der Holocaust in den besetzten sowjetischen Gebieten: Babyn Jar und die Aktion 1005 im Spiegel von Vernehmungsberichten“
  • 2010: Abitur am Justus-Knecht-Gymnasium in Bruchsal
  • 1991: in Speyer geboren

Stipendien und Auszeichnungen

  • 2014: DAAD Kurzzeitstipendium für ein Praktikum am Deutschen Historischen Institut in London
  • 2010: Franz-Schnabel-Gedächtnismedaille

Beschäftigungen und Praktika

  • Seit 2018: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle Antiziganismus am Historischen Seminar, Universität Heidelberg
  • 2017/2018: Wissenschaftliche Hilfskraft an der Forschungsstelle Antiziganismus am Historischen Seminar, Universität Heidelberg
  • 2016/2017: Wissenschaftliche Hilfskraft am Arbeitsbereich für Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa am Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Universität Heidelberg
  • 2015: Praktikantin an der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • 2014: Praktikantin am Institut für Zeitgeschichte München im Projekt „Mein Kampf – Eine Edition“
  • 2014: Praktikantin am Deutschen Historischen Institut London
  • 2012/2013: Praktikantin beim Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg

 

Dissertationsprojekt: Antiziganistische Kontinuitäten in der baden-württembergischen Kriminalpolizei (1945-1970) (Arbeitstitel)

Im Fokus der Studie stehen antiziganistische Denkmuster innerhalb der polizeilichen Exekutive in Baden-Württemberg, die auch nach dem Ende der NS-Diktatur und dem demokratischen Neubeginn handlungsleitend waren. Zahlreiche frühere Täter aus dem Bereich der Kriminalpolizei stritten ihre Verantwortung für die Verfolgung von Sinti und Roma ab, nur die wenigsten wurden für ihre Beteiligung am Völkermord strafrechtlich belangt. In Spruchkammerverfahren lediglich als „Mitläufer“ eingestuft, konnten sie nach einer kürzeren Zwangspause wieder in den öffentlichen Dienst zurückkehren. Auf eben diese von der nordbadischen und nordwürttembergischen Regionalforschung bislang kaum beachtete Beamtengruppe richtet das Dissertationsprojekt sein Augenmerk. Die Studie konzentriert sich auf das Verwaltungspersonal der baden-württembergischen Kriminalpolizei, das bereits zu Zeiten der nationalsozialistischen Diktatur auf dem Feld der „Zigeunerbekämpfung“ tätig war. Die Untersuchung setzt ein mit der Kapitulation des Deutschen Reiches und der Auflösung der deutschen Polizei durch die Besatzungsmächte. Sie endet um 1970, da circa 25 Jahre nach Kriegsende der Einfluss dieser Generation auf behördliche Praktiken schwand. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen verschiedene Ebenen des Polizeiapparates: das Landespolizeipräsidium, das Landeskriminalamt und die Kriminalpolizeiabteilungen der Polizeipräsidien Stuttgart sowie Karlsruhe.

Folgende Fragen sind erkenntnisleitend: Wurden die polizeilichen Strukturen nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur komplett erneuert oder lassen sich Gemeinsamkeiten feststellen? Und vor allem: Was lässt sich zur personellen und damit einhergehend zur ideologischen Kontinuität im Kripoapparat aussagen? Durch die Verankerung der Kriminalpolizei im Verwaltungsapparat sind nicht nur die Zusammenarbeit und die Korrespondenz mit anderen Behörden sowie Ministerien, sondern auch das Wechselspiel zwischen regionalen und überregionalen oder nationalen Maßnahmen von Interesse. Welchen Einfluss hatten beispielsweise das baden-württembergische Innenministerium, das Justizministerium oder das Bundeskriminalamt auf die Arbeit der Kriminalpolizei und die Behandlung der Minderheit? Gab es einen bundesweiten Austausch hinsichtlich der angewandten Politik? Gleichermaßen sollen die Weltanschauung und die Mentalität der mit Sinti und Roma befassten Beamten näher untersucht werden. Welches „Zigeuner“-Bild lag ihren Entscheidungen zugrunde? Prägten die nationalsozialistische Ideologie und die kriminalbiologischen Paradigmen und antiziganistische Grundhaltungen die Handlungen des nach 1945 eingesetzten Personals? Setzte die Kriminalpolizei die Ausgrenzung und Diskriminierung von Sinti und Roma nach Kriegsende fort oder lassen sich in den polizeilichen Praktiken auch Brüche beziehungsweise Zäsuren erkennen? Welchen Einfluss besaß die Kriminalpolizei bei der „Wiedergutmachung“ und wie nutzten die Beamten ihre Machtposition in diesem Bereich?

Veröffentlichungen

  • Blogbeitrag: "Adolf Scheufele: ein Beispiel für die Kontinuität antiziganistischer Denkmuster im Kriminalpolizeiapparat", online: „Reintegration, Schuldzuweisung und Entschädigung", 20.4.2019. [Link]
  • Tagungsbericht: "Visuelle Dimensionen des Antiziganismus", H-Soz-Kult, 15.4.2019. [Link]
  • Aufsatz: "Interniert in Kislau. Ausgrenzung und Verfolgung von Bettlern und Landstreichern im nordbadischen Arbeitshaus (1930-1938)", in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 167 (2019), (in Vorbereitung).
  • Aufsatz: „Sintize/Sinti und Romnja/Roma“, in: Verein Heidelberger Lupe – Verein für historische Forschung und Geschichtsvermittlung (Hg.), Spurensuche: Heidelberg im Nationalsozialismus. Materialheft mit lokalhistorischen Quellen, Heidelberg 2018 (mit Nadine Povoden), S. 111-125.
  • Tagungsbericht: „So war der deutsche Landser. Die populäre und populärwissenschaftliche Darstellung der Wehrmacht“, H-Soz-Kult, 31.1.2017. [Link]
  • Monografie: „Der Holocaust in den besetzten sowjetischen Gebieten. Babyn Jar und die Aktion 1005 im Spiegel von Vernehmungsberichten“, Konstanz 2015.
  • Artikel: Was tun? – Möglichkeiten des Handelns in der Ohnmacht, in: Schalom-Шалом, Heidelberg. Magazin der JKGH (2015), Nr. 6, S. 8-9 (mit Ronja Hochstrat, Juliane Hoheisel, Verena Meier, Anna Parrisius und Felix Pawlowski).
  • Artikel: 75 Jahre danach – Ein Blick zurück auf die Deportation der Heidelberger Juden, in: Schalom-Шалом, Heidelberg. Magazin der JKGH (2015), Nr. 4, S. 10-11 (mit Jessica Krozoska, Verena Meier Felix Pawlowski, Angelika Rüger und Anna Valeska Strugalla).

Vorträge

  • 11/2018: Panelmoderation "Frühe Massenmedien und Populärkultur ", Symposium "Visuelle Dimensionen des Antiziganismus, Heidelberg.
  • 05/2018: "Virtueller Stadtrundgang zur Geschichte der Sinti und Roma in Heidelberg", Seminarsitzung an der PH Heidelberg.
  • 03/2016: „Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus – Fremdenfeindlichkeit, damals und heute sowie die Herausforderungen der Bildungsarbeit in Heidelberg“, Internationale Wochen gegen Rassismus, Heidelberg.
  • 02/2016: „Vorstellung des regionalen Bildungsprojektes Heidelberger Lupe“, International Research Conference on Education about the Holocaust (IHRA), PH Luzern.
  • 01/2015: Gestaltung der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar im Rathaus der Stadt Heidelberg (im Rahmen eines Seminars von u.a. Daniela Gress, M.A.).

Mitgliedschaften

 


 

Seitenbearbeiter: Hankeln
Letzte Änderung: 26.04.2019
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