Zertifikat DaF/DaZ

Download Flyer SoSe 2017

Dieser Kurs wird leider nicht mehr angeboten.

Das Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie der Universität Heidelberg bietet zum Sommersemester 2017 den Zertifikatskurs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) an.

Ziel des Zertifikatskurses ist es, methodisch-didaktische Kenntnisse für den Fremdsprachenunterricht zu vermitteln. Die TeilnehmerInnen erhalten grundlegendes Wissen darüber, wie DaF/DaZ-Lerner gezielt beim Spracherwerb unterstützt werden können.

Das Qualifikationsangebot erfolgt über Präsenzveranstaltungen an der Universität Heidelberg im Umfang von 14 Semesterwochenstunden. Es erstreckt sich über die Vorlesungszeit des Sommersemesters, April – Juli 2017. Der zeitliche Aufwand entspricht mit Vor- und Nachbereitung dem eines einsemestrigen Vollzeit-Studiums.

 

Informationsveranstaltungen

Das Institut bietet InteressentInnen zwei Termine an, bei denen Ziele und Inhalte des Kurses erläutert sowie organisatorische Fragen besprochen werden:

  • Mo, 20.03.2017, 17:00 Uhr oder
  • Mi, 05.04.2017, 11:30 Uhr

Beide Veranstaltungen finden im Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie, Plöck 55, 69117 Heidelberg, Raum 012 statt.

 

Inhalte

Die Auswahl der im Rahmen der Zusatzqualifikation behandelten Themen orientiert sich an den Vorgaben des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge. Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die Inhalte der sieben Seminarveranstaltungen.

 

1 Phonologie und Morphologie des Deutschen und
2 Deutsche Grammatik (Syntax) (je 2 SWS)

Die TeilnehmerInnen gewinnen einen analytischen Zugang zu den Lauteigenschaften deutscher Wörter und Sätze, zu Wortstrukturen, Wortbildung und zur deutschen Syntax. Vor typologischem Hintergrund können Sie die je nach Ausgangssprachen der Lerner zu erwartenden Lernprobleme identifizieren. Sie erhalten einen Überblick über Vermittlungsmöglichkeiten in den Bereichen Aussprache, Flexion, Genus, Wortbildung und Satzbau. Sie werden befähigt, unter Berücksichtigung individueller Lernervariablen (Alter, Lernerfahrung, Lerntyp, Einstellungen und Motivationen) und der jeweiligen Ausgangsprachen geeignete Methoden auszuwählen.

 

3 Deutsche Schrift, Alphabetisierung (2 SWS)

Die Förderung des Schrifterwerbs setzt solide Kenntnisse über den Aufbau des deutschen Schriftsystems, Prinzipien der deutschen Orthographie und den Schrifterwerb mit seinen kognitiven und motorischen Aspekten voraus. Die KursteilnehmerInnen lernen die Prinzipien der deutschen Schreibung kennen und können auf die besonderen didaktischen Herausforderungen reagieren, die sich ergeben, wenn jugendliche oder erwachsene Lerner ohne Erstschrifterwerb oder mit einem anderen Schriftsystem in der Zweitsprache Deutsch alphabetisiert oder umalphabetisiert werden. Sie lernen verschiedene Alphabetisierungsmethoden und -materialien kennen und können diese zielgruppengerecht einsetzen.

 

4 Spracherwerb und Sprachvergleich (2 SWS)

Die bereits vermittelten Grundlagen zum Aufbau der deutschen Sprache (Lautsystem, Morphologie, Satzbau, Lexik) werden vor dem Hintergrund relevanter Kontrastsprachen reflektiert (u.a. Arabisch, Türkisch, Persisch). Da eine flexible didaktische Kompetenz, die sich dem Wissensstand des Sprachlerners anpasst und individuelle Lernvoraussetzungen (wie etwa das erstsprachliche Wissen) berücksichtigt, Kenntnisse zum natürlichen Spracherwerb voraussetzt, wird zudem auf zentrale Fragen des Spracherwerbs eingegangen: Wie verarbeitet das Gehirn sprachliches Wissen, wie baut es Regelsysteme auf, welche Bedingungen erleichtern diesen Wissensaufbau? Die TeilnehmerInnen gewinnen somit einen systematischen Überblick über sprachtypologische Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Deutschen und verschiedenen Kontrastsprachen. Sie kennen die Gesetzmäßigkeiten, nach denen jugendliche und erwachsene Lerner grammatische und lexikalische Kompetenzen in der Zweitsprache entwickeln, sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme auf die Sprachverarbeitung.

 

5 Didaktik des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache (2 SWS)

Sie lernen Verfahren der Einführung und Erklärung von Wortschatz kennen, Verfahren seiner Festigung sowie Möglichkeiten, Lerner durch Techniken wie Wortfeldaufbau, Benutzung von (elektronischen) Wörterbüchern, Vokabellernprogrammen, Erschließung aus dem Kontext bei der autonomen Arbeit mit Wortschatz zu unterstützen. Sie erfahren, wie sie elementares und fortgeschrittenes Hör- und Leseverständnis ermöglichen und ausbauen und wie sie Sprech- und Schreibfähigkeiten in für die Lerner relevanten Alltagssituationen, offiziellen (Arbeit, Behörden) und öffentlichen Kontexten schrittweise entwickeln können. Sie lernen Verfahren der impliziten und expliziten Korrektur kennenund können diese situations- und adressatengerecht sowie kultursensibel einsetzen.

 

6 Praxisbegleitung (mit Lehrwerkanalyse, 2 SWS)

Sie gewinnen einen Überblick über einschlägige, auf dem Markt vorhandene Lehrwerke und -materialien sowie über relevante Prüfungsformate. Sie können sie auf die Eignung für die Bedürfnisse der Zielgruppe einschätzen und abhängig vom Kompetenzbereich, dem Sprachstand und den Zielen der Lerner einsetzen. Es wird zudem das Geschehen in Integrationskursen ausgehend von Videoaufnahmen beziehungsweise Unterrichtshospitationen reflektiert. Im Fokus der Reflexion steht die Umsetzung der eingeführten didaktischen und methodischen Prinzipien der Sprachvermittlung. In der Unterrichtspraxis können Sie grundlegende Prinzipien der Sprachvermittlung erkennen und den Kompetenzgrad Ihrer Lerner durch den Einsatz geeigneter Prüfungsformate evaluieren.

 

7 Leben und Werte in Deutschland (landeskundliche Orientierung) (2 SWS)

Im Fokus stehen ausgewählte Aspekte deutscher Rechtsordnung, ein Abriss der Geschichte Deutschlands sowie ausgewählte geographische, politische, bildungs-, berufs- und alltagsbezogene Themen (Staatsorganisation, Regierungsform, Bildungssystems, Arbeitswelt, Gesundheitssystem/Kinderversorgung/Altersversorgung). Weiterhin werden in Deutschland wichtige kulturelle und demokratische Werte wie Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Toleranz und Gleichberechtigung thematisiert. Darüber hinaus werden Faktoren der Bildungs-, der Berufs- und der gesellschaftlichen Integration vorgestellt. Sie gewinnen so einen systematischen Überblick über Bereiche, die für die berufliche, gesellschaftliche und schulische Partizipation von neu Angekommenen wichtig sind.

E-Mail: wisswb@uni-hd.de
Letzte Änderung: 05.09.2017
zum Seitenanfang/up