Medizinische Physik für Physiker*innen

Inhalte

Die Weiterbildung Medizinische Physik für Physiker*innen vermittelt praxisnahes Fachwissen mit dem Schwerpunkt Strahlentherapie. Sie verbindet technisch-physikalisches Fachwissen mit medizinisch-biologischen Kenntnissen und qualifiziert Sie damit für einen zukunftsträchtigen und nachgefragten Beruf: Als Generalist*in sind Sie gefordert, in den Grundlagen der Medizin zu Hause zu sein und gleichzeitig als Spezialist*in modernste technische Geräte zu kennen und anwenden zu können. Durch Ihr Fachwissen entwickeln Sie gemeinsam mit Ärzt*innen medizinische Technik für neue Behandlungs- und Diagnoseverfahren weiter.

Die Weiterbildung ist als Kontaktstudium angelegt, die Module können berufsbegleitend besucht werden. Es werden vier thematische Schwerpunkte gesetzt, die sich über einen Zeitraum von ca. 1,5 Jahren erstrecken. Im Anschluss an das Grundlagenmodul finden drei Module zu weiterführenden Gebieten statt. Unser Angebot beinhaltet ein ausgereiftes E-Learning Konzept, welches die berufsbegleitende Teilnahme sehr vereinfacht.

Die Weiterbildung ist auf die Fachanerkennung der DGMP ausgerichtet und basiert auf dem Stoffkatalog der WBO 2015. Die Stundenanzahl richtet sich daher nach den Vorgaben der Weiterbildungsordung: 150 Stunden Grundlagen, 120 Stunden Spezialgebiet sowie 90 Stunden in den zwei Wahlgebieten.

Die Module (2022/2023) Stunden
Grundlagen (fünf Kurse) 152 Stunden
Strahlentherapie 120 Stunden
Nuklearmedizin 51 Stunden
Röntgendiagnostik 49 Stunden


Das Grundlagenmodul besteht aus fünf Kursen, die einzeln buchbar sind. Alle drei Module des Spezialgebietes und der Wahlgebiete können unabhängig voneinander belegt werden, dafür werden jedoch Grundkenntnisse vorausgesetzt.

Die Kurse setzen sich aus Präsenzeinheiten von zwei bis vier Tagen mit ganztägigen Vorlesungen und Praktika sowie online-Videovorträgen zusammen. Online-Videovorträge sind je nach Kurs vorab oder nach dem Kurs zu absolvieren (siehe Terminübersicht).
Alle Lehrinhalte werden in der folgenden Präsenzeinheit im Rahmen einer Klausur geprüft.

Zu Kursbeginn erhalten die Teilnehmenden ein Skript, das in Englisch oder Deutsch abgefasst ist. Unterrichtssprache ist in der Regel Deutsch. Ausnahmen sind jedoch (je nach Inhalt und Dozent*in) möglich.

Grundlagen

Für eine spätere interdisziplinäre Berufstätigkeit bilden die medizinischen Grundkenntnisse eine wichtige Voraussetzung. Die Inhalte der fünf Grundlagenkurse sind weitgehend unabhängig voneinander, wir empfehlen Ihnen jedoch, sie zusammenhängend zu besuchen. Sie umfassen:

  • Anatomie, Physiologie und Pathologie (Anatomie und radiologische Anatomie von Schädel, Kopf- und Halsbereich, Thorax, Abdomen, Becken), sowie Funktionen der einzelnen Organe und Organsysteme des menschlichen Körpers
  • Einführung in die Biophysik der Zelle und Einblicke in ausgewählte zelluläre Vorgänge und Methoden
  • Grundlagen der Statistik und Aspekte der Medizinischen Informatik
  • medizinische Technik (medizinische Behandlungsgebiete und neueste Technologien)
  • organisatorische und rechtliche Grundsätze des Gesundheitswesens, Krankenhausorganisationswesen

Strahlentherapie

  • physikalische und biologische Prinzipien der modernen Strahlentherapie mit Photonen, Elektronen, Neutronen, Protonen und Ionen
  • physikalische und technische Grundlagen der Dosimetrie
  • Klinische Dosimetrie
  • Strahlenwirkung auf molekularer, zellulärer und geweblicher Ebene
  • klinische Anwendung strahlenbiologischer Prinzipien
  • Grundlagen des Strahlenschutzes
  • Methoden der Therapieplanung
  • Moderne Verfahren zur Dosisberechnung und – optimierung
  • Biologische Modellierung der Strahlenwirkung
  • Prinzipien und klinische Anwendung der Strahlentherapie, (z.B. IMRT, IgRT, ART, MRgRT, Protonen- und Ionentherapie, Brachytherapie)
  • Bildgebung für die Strahlentherapie
  • Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung in der Strahlentherapie

Ein eintägiges Praktikum/Gerätedemonstrationen zu den Themen Dosimetrie, Dosisberechnung, Anwendung von Linearbeschleunigern und Qualitätssicherung in der Strahlentherapie ergänzen und vertiefen das Wissen.

Nuklearmedizin

  • nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie
  • Einführung in physikalische Grundlagen und Detektortechnik
  • nuklearmedizinische Instrumentierung
  • Radionuklidherstellung und deren Qualitätskontrolle
  • biologische Strahlenwirkung radioaktiv markierter Substanzen und deren Dosimetrie und Biokinetik
  • Datenerfassung und -verarbeitung, tomographische Bildrekonstruktion, mathematische Modelle zur Streu- und Schwächungskorrektur
  • Einführung in die optische Tomographie
  • klinische Darstellung der nuklearmedizinischen Verfahren (medizinische Aspekte der SPECT und PET sowie tracerkinetische Modellierungen)
  • praktische Übungen zur Physik der Nuklearmedizin

Röntgendiagnostik

  • physikalische Grundlagen der röntgen-basierten Diagnostik und deren klinische Anwendung
  • konventionelle Röntgendiagnostik (physikalische/technische Grundlagen, Strahlenschutzaspekte, neue Verfahren z.B. Tomosynthese)
  • Röntgen-Computer-Tomographie (CT): mathematische und technische Grundlagen (u.a. Gerätetechnik, analytische/iterative Bildrekonstruktion, Dual-/Multi-Energy-CT, Photon-Counting CT, Kardio-CT)
  • Computereinsatz in Daten- und Bildverarbeitung
  • klinische Anwendungen röntgentechnischer Verfahren: medizinische Aspekte, Applikationen und rechtfertigende Indikationen
  • Qualitätssicherung, Dosismanagement und Dokumentation
  • praktische Übungen: Röntgen und Interventionsradiologie
E-Mail: wisswb@uni-hd.de
Letzte Änderung: 02.06.2022
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