Mediation

Aufbau
Einzelbuchung
Lehr- und Lernformen

Studienorganisation

Aufbau

Das Weiterbildungsprogramm Mediation ist in verschiedene Ausbildungsabschnitte unterteilt. Diese können aufeinander aufbauend absolviert werden.

Struktur Der Mediationsausbildung

Struktur Der Mediationsausbildung

Grundlagen der Mediation

Das Seminar Grundlagen und Verfahren der Mediation, zugleich Modul 1 des 120H-Ausbildungslehrgangs zum zertifizierten Mediator, gibt einen Überblick über Indikation, Struktur und Ablauf der Mediation. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen grundlegende Techniken und Haltungen der Media­torin/des Mediators kennen. In Rollenspielen üben sie den Übertrag in die Praxis

Der Lernprozess im Seminar wird durch die inter­disziplinäre Zusammensetzung der Seminarteilnehmer/innen intensiviert. Jede und jeder Einzelne lernt so die spezifischen Kompetenzen der vertre­tenen Berufsgruppen nicht nur kennen, sondern erfährt sie auch unmittelbar. Nach dem intensiven Training haben die Teilneh­mer/innen einen konkreten Einblick in die theoretischen Grundlagen der Arbeit und das Kompetenzprofil einer Mediatorin/eines Mediators erhalten.

Das Seminar umfasst 24 Zeitstunden und schließt mit einer Teilnahmebescheinigung der Universität Heidelberg und des Heidelberger Instituts für Mediation ab. Es kann einzeln gebucht werden. Bei Fortsetzen der Ausbildung kann das Seminar auf den 120-stündigen Ausbildungslehrgang angerechnet werden.

120H-Ausbildungslehrgang

Ziel des Ausbildungslehrgangs ist es, Mediation als berufspraktische Zusatzqualifikation zu erlernen. Sie dient dem Erwerb praktischer Handlungskompetenzen und gibt Anwenderinnen und Anwendern klare Strukturen an die Hand.

Der Lehrgang umfasst acht Module mit 120 Zeitstunden. Die Inhalte entsprechen dem Mediationsgesetz vom 21.07.2012 und der Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung ZMediatAusbV vom 21.08.2016.

Nach Abschluss der 120 Stunden erhalten die Teilnehmer/innen eine Bescheinigung der Universität Heidelberg und des Heidelberger Instituts für Mediation über den Besuch des Lehrgangs.

Optional können im Anschluss methodische und thematische Fortbildungsseminare besucht werden, um in verschiedenen Berufsfeldern und Anwendungsbereichen qualifiziert als Mediatorin/Mediator arbeiten zu können.

Bezeichnung „Zertifizierte Mediatorin“/„Zertifizierter Mediator“

Wer die Bezeichnung „Zertifizierte Mediatorin“/„Zertifizierter Mediator“ anstrebt, muss darüber hinaus während des 120H-Lehrgangs oder spätestens innerhalb eines Jahres nach dessen Abschluss eine Mediation als Mediator/in oder als Co-Mediator/in durchführen und mit einer Einzelsupervision abschließen.

Um die Bezeichnung „Zertifizierte Mediatorin“/„Zertifizierter Mediator“ dauerhaft führen zu können, sind ergänzende Fortbildungen zu absolvieren:

  • einmalige Fortbildung (§4 ZMediatAusbV): Innerhalb von zwei auf den Ausbildungsabschluss folgenden Jahren müssen vier Mediationen als Mediator/in oder Co-Mediator/in durchgeführt werden. Im Anschluss daran ist an mindestens einer Einzelsupervision je Mediation teilzunehmen.
  • regelmäßige Fortbildung (§3 ZMediatAusbV): Nach Abschluss der Ausbildung müssen im Vier-Jahres-Turnus Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von mindestens 40 Zeitstunden besucht werden.

80H-Zusatzqualifizierung
zur Lizenzierung bei den Mediationsdachverbänden mit den geschützten Titeln Mediator/in BM® und Mediator/in BAFM

Wer eine Anerkennung durch die Mediationsdachverbände BAFM (Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation), BM (Bundesverband Mediation) und BMWA (Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt) anstrebt, benötigt eine insgesamt 200-stündige Ausbildung. Diese kann aufbauend auf dem 120H-Ausbildungslehrgang absolviert werden.

Bestandteile der 80H-Zusatzqualifizierung sind Fortbildungsseminare zu speziellen Anwendungsgebieten der Mediation, Teilnahme an Supervisionen sowie die qualifizierte Dokumentation von eigenen Fällen (mindestens 30 Stunden Mediationstätigkeit).

Ferner wird am Ende der Ausbildung in einem Prüfungsgespräch mit der Studienleitung das Wissen und Können der Teilnehmer/innen mit einer erfahrenen Supervisorin/einem erfahrenen Supervisor reflektiert.

Die Zusatzqualifizierung sollte innerhalb mindestens eines Jahres, maximal innerhalb von vier Jahren absolviert werden. Der erfolgreiche Abschluss wird durch eine gemeinsame Bescheinigung der Universität Heidelberg und des Heidelberger Instituts für Mediation bestätigt.

Mit der Bescheinigung nach § 2 ZMediatAusbV (120 Stunden) und der Bescheinigung über die Zusatzqualifizierung (80 Stunden), besteht die Möglichkeit, das Anerkennungsverfahren bei den Mediationsdachverbänden einzuleiten. Beim Anerkennungsverfahren wird die Teilnehmerin/der Teilnehmer von der Studienleiterin Lis Ripke, die anerkannte Ausbildungsleiterin BAFM und lizenzierte Ausbilderin BM® ist, unterstützt.

Einzelbuchung von Seminaren

Interessierte, die bereits in einem anderen Zusammenhang Kenntnisse der Mediation erworben haben, sind im Weiterbildungsprogramm grundsätzlich herzlich willkommen. Vor Buchung einzelner Seminare ist eine Rücksprache mit der Studienleitung und die Zulassung zur Teilnahme am Weiterbildungsprogramm Voraussetzung.

Ausgewählte Seminare sind so konzipiert, dass sie auch für Angehörige spezifischer Berufsgruppen ohne Mediationserfahrung geeignet sind. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Heidelberger Institut für Mediation oder an die Abteilung Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Heidelberg.

Lehr- und Lernformen

Seminare

Die Teilnahme an Präsenzseminaren bildet das Gerüst der Weiterbildung. Sie finden berufsbegleitend zum Ende der Woche hin statt. Je nach Inhalt sind sie ein- bis viertägig konzipiert und umfassen sechs bis 30 Stunden. Jedes Seminar kann separat gebucht werden.

Die Veranstaltungen zeichnen sich durch ihren Methodenmix aus. Der theoretische Input durch die Dozentin/den Dozenten wird durch Demonstrationen verdeutlicht. Mit Rollenspielen und Selbsterfahrungsübungen werden die Inhalte interaktiv vemittelt.

Peergroups

Um die Vernetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Ausbildung und zwischen den Seminaren zu fördern, ist die Teilnahme an Peergroups obligatorisch. Die Ausbildungsteilnehmer/innen treffen sich regelmäßig, um die Inhalte der Seminare strukturiert aufzuarbeiten und so die Sicherheit im Umgang mit den Inhalten zu erhöhen. Mit der Peergroup-Arbeit wird der handlungsorientierte Ansatz der Weiterbildung zusätzlich vertieft.

Die Treffen finden jeweils zwischen zwei Modulen des Ausbildungslehrgangs statt. Die Peergroups bestimmen Ort und Zeit selbständig und organisieren die Räume eigenverantwortlich unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Teilnehmer/innen.

Charakteristisch für die Arbeit in einer Peergroup ist, dass sich die Teilnehmer/innen in einem geschützten Rahmen auf Augenhöhe begegnen. Sie können ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zwischen den Seminarterminen ausprobieren und festigen. Die Peergroup-Arbeit organisieren die Teilnehmer/innen eigenverantwortlich.

Themen der Peergroups sind:

  1. Sicherheit gewinnen in der Struktur und den Prinzipien der Mediation
  2. Paraphrasieren üben, Begriffe wie Position, Thema, Interesse, persönliches Anliegen sicher definieren
  3. die Haltung als Mediatorin/als Mediator – ausgewogene/allparteiliche Führung des Mediationsprozesses
  4. verschiedene Einführungsmöglichkeiten des Rechts üben
  5. Reflexion über den Zugang zur Praxis, unterschiedliche Settings üben
  6. absolute Sicherheit in der Struktur gewinnen, Üben von Visualisierung

Praxisfälle

Die Heidelberger Mediationsausbildung zeichnet sich besonders durch ihre Praxisnähe aus. Deshalb ist die Durchführung eigener Mediationen auch Bestandteil der Ausbildung.

Für ein hochstehendes Qualitätsmanagement der praktischen Arbeit wird ein eigens von Prof. Dr. Reiner Bastine und Lis Ripke entwickeltes Dokumentationssystem zur Verfügung gestellt. Für die Akquise der Fälle sind die Ausbildungsteilnehmer/innen selbst verantwortlich. In der Regel werden Sie aus dem Arbeitsumfeld generiert.

Um die Bezeichnung „Zertifizierte Mediatorin“/„Zertifizierter Mediator“ nach dem Mediationsgesetz führen und erhalten zu können, sind die Vorgaben der Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung bindend. Die geschützten Titel der Dachverbände werden in dem jeweiligen Anerkennungsverfahren der Dachverbände vergeben. Das Heidelberger Institut für Mediation ist anerkanntes Ausbildungsinstitut der BAFM (Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation) und des schweizerischen Mediationsverbandes. Die Studienleiterin Lis Ripke ist lizenzierte Ausbilderin BM®. Die organisatorischen Voraussetzungen für ein Anerkennungsverfahren nach den Vorgaben der Dachverbände wird dadurch gewährleistet.

Supervision

Der Heidelberger Supervisionsansatz ist speziell auf die Begleitung, Vor- und Nachbereitung von Mediationen ausgerichtet. Ziel ist die Verbesserung der Handlungssicherheit in der Mediationspraxis. Sie bietet insbesondere bei schwierigen Fällen Unterstützung und hilft dabei, die Mediation spezifisch auf die jeweiligen Anwendungsbedingungen auszurichten. Bei einem als nicht befriedigend empfundenen Abschluss einer Mediation dient sie der Aufarbeitung des Mediationsprozesses.

Supervision ist ein gutes Qualitätssicherungstool und Lernmittel für Mediatorinnen und Mediatoren, die von der Praxis für die Praxis lernen wollen – unabhängig davon, ob ein eigener Fall vorgestellt wird oder nicht. Es empfiehlt sich daher, die Supervision möglichst frühzeitig in der Ausbildung begleitend zu den Theorieseminaren in Anspruch zu nehmen, um den Transfer der Theorie in die eigene Praxis zu erleichtern.

Aufgrund des besonderen Settings in der Supervision ist Vertraulichkeit von großer Bedeutung. Dies kann sich auf die Zusammensetzung der Teilnehmergruppe auswirken.

E-Mail: wisswb@uni-hd.de
Letzte Änderung: 28.03.2018
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