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Besuchen Sie den Wissenschaftsblog des Forschungsprojekts "Verfassungsfeinde im Land?" mit Beiträgen zu inhaltlichen Aspekten und weiterführenden Informationen zum Thema "Radikalenerlass".
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Mirjam Schnorr, M.A.

 

Lehrstuhl für Zeitgeschichte

 

Am Lehrstuhl seit

Sommersemester 2013

 

Funktion / Position

Doktorandin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt "Verfassungsfeinde im Land? Baden-Württemberg, `68 und der 'Radikalenerlass' (1968-2018)"

 

Kontakt

Büro:
Hauptstraße 113, 2. OG, Raum: 201

Postanschrift:
Historisches Seminar der Universität Heidelberg
Postfach 10 57 60
D-69047 Heidelberg

Tel.: +49 (0) 6221 / 54 - 2469
E-Mail: mirjam.schnorr@zegk.uni-heidelberg.de

Sprechstunde: n.V.

 

Zur Person

  • seit 2015 Doktorandin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Historisches Seminar der Universität Heidelberg. Promotionsprojekt: Prostitution und Zuhälterei im "Dritten Reich". Zur Situation von "asozialen" Frauen und Männern in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945.
  • 2015 Master im Fach Geschichte an der Universität Heidelberg. Thema der Masterarbeit: Ordensjunker vor Gericht: Die Prozesse gegen Franz Murer (1963) und Leopold Windisch (1967/69). Ein Beitrag zur vergleichenden Betrachtung österreichischer und westdeutscher Verfahren zur Ahndung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen.
  • 2012 Bachelor in den Fächern Geschichte und Philosophie an der Universität Heidelberg. Thema der Bachelorarbeit: Intellektuelle Kollaboration in den besetzten russischen Gebieten während des Zweiten Weltkrieges.
  • 2008 Abitur am Liselotte-Gymnasium Mannheim

 

Forschungsinteressen

  • Geschlechter-, Frauen- und Sexualitätsgeschichte
  • Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, insbesondere soziale Randgruppen, Kollaboration, Täterforschung und Gewaltverbrechen in Osteuropa
  • Geschichte der Bundesrepublik, vor allem justizielle Ahndung von NS-Verbrechen, "Vergangenheitsbewältigung", soziale Bewegungen und ihre Auswirkungen

 

Beschäftigungen

 

Stipendien und Auszeichnungen

 

Zum Dissertationsprojekt

Prostitution und Zuhälterei im "Dritten Reich". Zur Situation von "asozialen" Frauen und Männern in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945 (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt untersucht auf lokalgeschichtlicher Ebene die Situation von Frauen, die zwischen 1933 und 1945 in den größten badischen und württembergischen Städten – in Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe – der Prostitution nachgingen. Prostituierte galten im Nationalsozialismus als „asozial“ und abnormal, moralisch verkommen und „schwachsinnig“ und waren damit innerhalb der „Volksgemeinschaft“ unerwünscht. Sie wurden ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt. Die Prostitutionspolitik der Nationalsozialisten war aber keinesfalls einheitlich, sondern von lokalen Einzel- und Sonderregelungen geprägt. Die Dissertation soll diese Regelungen für die ausgewählten Städte herausarbeiten sowie die alltägliche Lebenswirklichkeit der Frauen in Bezug auf rechtliche, politische, soziale und ökonomische Fragen in den Blick nehmen. Hierbei sollen nicht nur an der Diskriminierung und Verfolgung beteiligte Institutionen wie Gesundheitsämter, Fürsorgestellen und Polizei beleuchtet werden, sondern ebenfalls einzelne Lebensläufe von Personen rekonstruiert und für die Zeit von 1933 bis 1945 nachvollzogen werden. Ausblicke auf die Nachkriegszeit und die anhaltende Kriminalisierung von Prostitution sollen ebenfalls geleistet werden.
Das Projekt reiht sich in das bisher noch wenig bearbeitete Forschungsfeld zu „Asozialität“ und insbesondere Prostitution und Zuhälterei  im Nationalsozialismus ein. Die Dissertation ist sowohl sozial- als auch medizingeschichtlich angelegt, und sie leistet einen Beitrag zur Minderheiten- und Lokalgeschichte des deutschen Südwestens. Durch die Untersuchungen auf städtischer Ebene können Rückschlüsse auf die Prostitutionspolitik des NS-Regimes und dessen Bewertung von Prostitution gezogen werden. Die stadtgeschichtlich ausgerichtete Perspektive trägt also zur Grundlagenerforschung des Themas bei. Es können überdies Fragen zum generellen Frauenbild der nationalsozialistischen Ideologie und zu der in der Gesellschaft des „Dritten Reiches“ vorherrschenden Doppelmoral bezüglich des Themas Sexualität beantwortet werden.

 

Publikationen

Aufsätze in Sammelbänden

  • Jenseits der „Volksgemeinschaft“? Von Prostituierten und Zuhältern, in: Geschlechterbeziehungen und „Volksgemeinschaft“, hg. von Klaus Latzel/Elissa Mailänder/Franka Maubach (Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus 34), Göttingen 2018, S. 109-132.

Blogbeiträge

  • „[W]er die Gewähr dafür bietet, daß er jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung [...] eintritt“ – 1972: Der „Radikalenerlass“ wird beschlossen, in: Der „Radikalenerlass“ in Baden-Württemberg, 28.01.2019. [Link]
  • Die „fürsorgerische Überwachung“ von „Personen, die dringend verdächtig sind, geschlechtskrank zu sein und die Geschlechtskrankheit weiter zu verbreiten“ – Zur Tätigkeit der Gesundheitsbehörden in Karlsruhe und Stuttgart, in: Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus, 18.12.2018. [Link]
  • Mannheimer Sozialwissenschaftler gegen die „Gesinnungskontrolle“ an baden-württembergischen Hochschulen, in: Der „Radikalenerlass“ in Baden-Württemberg, 17.12.2018. [Link]
  • Grundsatzentscheidung über „radikale“ Beamte – Hamburg als Vorreiter im Kampf gegen Extremisten im öffentlichen Dienst?, in: Der „Radikalenerlass“ in Baden-Württemberg, 23.11.2018. [Link]
  • Das „Dirnentum [tritt] heute noch stark in Erscheinung“ – Notizen zu einer Polizeiaktion gegen Prostituierte und Zuhälter in Mannheim und Karlsruhe, 1934, in: Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus, 12.03.2018. [Link]

Sonstiges

  • Mitarbeit am Ausstellungskatalog: „Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“, hg. von Klaus Ring/Stefan Wunsch für die Vogelsang IP gGmbH, Dresden 2016.
  • Mitarbeit am Lehrermaterial auf CD-ROM: „Buchners Geschichte Oberstufe – Ausgabe Nordrhein-Westfalen, Einführungsphase“, hg. von C.C. Buchner Verlag, Bamberg 2014. (Ausarbeitung des Lehrermaterials zum Kapitel „Die Menschenrechte in historischer Perspektive“)
  • Katalogbeitrag: Brief Elisabeth Charlottes von der Pfalz an Papst Clemens XI., in: Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa, hg. von Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim/Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Regensburg 2013, S. 230-232.

 

Lehrveranstaltungen

WS 2017/18

SS 2016

  • Übung: Sex unterm Hakenkreuz. Prostitution und Zuhälterei im "Dritten Reich" (EPG2)

 

Vorträge

  • Mai 2018 „Auf den Spuren homosexueller Prostitution in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart im ‚Dritten Reich‘“, Forum Landesgeschichte „Justiz und Homosexualität“, Generallandesarchiv, Karlsruhe.
  • Oktober 2017 "Forgotten Victims: Prostitutes and Pimps between Stigmatization and Memorization", 22nd Workshop on the History and Memory of National Socialist Camps and Extermination Sites: Practices of Memory and Knowledge Production, Budapest.
  • September 2017 „Zur Kontrolle und Repression von Devianz und Delinquenz im ‚Dritten Reich‘: Prostituierte und Zuhälter vor Mannheimer und Karlsruher Gerichten zwischen 1933 und 1945“, 5. Kolloquium für Kriminalität und Strafjustiz in der Neuzeit. Schwerpunktthema: Kulturelle und ethnische Diversität in der Geschichte von Kriminalität und Strafjustiz, Institut für Jugendarbeit, München/Gauting.
  • Juni 2017 „Die ‚Hurenbewegung‘. Zum Kampf von Frauen in der Prostitution um Rechte und Anerkennung in der Bundesrepublik seit 1975“, IWH-Symposium „Medialität der Menschenrechte. Geschichte und Genese der Menschenrechtsidee als öffentliche Angelegenheit in Europa seit dem 19. Jahrhundert“, Internationales Wissenschaftsforum, Heidelberg.
  • Februar 2017 „'Sittlich verwahrlost und arbeitsscheu'. Prostitution und Zuhälterei in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945“, Workshop „Historische Perspektiven auf 'Prostitution'“, Humboldt-Universität, Berlin.
  • Dezember 2016 „Prostitution im ‚Dritten Reich‘. Zur Situation von ‚asozialen Frauen‘ in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945“, 6. Landesweiter Tag der Genderforschung in Sachsen-Anhalt, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg.
  • April 2016 „Prostitution und Zuhälterei im ‚Dritten Reich‘. Zur Situation von ‚asozialen Frauen‘ in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945“, VII. Doktorandenforum am Historischen Seminar, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg.
  • Juni 2015 „Prostitution im ‚Dritten Reich‘. Zur Situation von ‚asozialen Frauen‘ in ausgewählten badischen und württembergischen Großstädten zwischen 1933 und 1945“, Nachwuchssymposium „An die Arbeit! Minderheiten und Erwerbserfahrungen im 19. und 20. Jahrhundert“, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg.
Seitenbearbeiter: Schnorr
Letzte Änderung: 17.04.2019
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