DFG-Projekt

The Demotic Palaeographical Database Project (DPDP)

 

Projektleiter: Prof. Dr. Joachim F. Quack
Projektmitarbeiter: Claudia Maderna-Sieben, Jannik Korte, Fabian Wespi, Sree Ganesh Thottempudi
Projektdauer: ab Mai 2018

 

 

Projektziel

Das Ziel des Demotic Palaeographical Database Project ist die Erstellung eines digitalen Nachschlagewerkes zur demotischen Paläographie, welches auf einem digitalen Korpus von Schriftträgern basiert.

 

Projektbeschreibung

Demotisch bezeichnet sowohl eine Sprach- als auch eine Schriftstufe des Altägyptischen und war für über 1000 Jahre (7. Jh. v. Chr. – 5. Jh. n. Chr.) in Gebrauch. Es umfasst die verschiedenen Kulturphasen der Spätzeit, der Ptolemäerzeit und der Römerzeit und wurde für eine große Vielfalt an verschiedenen Textsorten, von Rechtsurkunden, Abrechnungen, Gesetzes- und Verwaltungstexten, über wissenschaftliche (z.B. mathematische, medizinische etc.), magische und divinatorische Texte bis hin zu literarischen, funerären, mythologischen, Ritual-, Weisheits- und religiösen Texten benutzt. Diese lange währende und vielfältige Nutzung ist heute durch große Mengen demotischer Texte auf verschiedenen Textträgern bezeugt, von denen zahlreiche noch nicht ediert oder untersucht worden sind. Die Erschließung demotischer Quellen ist dabei nicht nur von herausragender Wichtigkeit für die Erforschung der gesamten historischen Sprachentwicklung des Ägyptischen bis Koptischen. Vor allem beinhalten die Texte wichtige Informationen zur politischen, sozialen, verwaltungstechnischen, religiösen und kulturellen Entwicklung Ägyptens sowie darüber hinaus zum interkulturellen Austausch mit Griechenland, Rom und anderen zirkummediterranen Kulturen. Der Zugang zu diesem geschichtlich überaus wichtigen Quellenmaterial ist über die Ägyptologie hinaus für angrenzende Fachbereiche der Altertums- und sonstigen Geisteswissenschaften von großem Wert.


Die älteren ägyptischen Sprachstufen und ihre Schriftsysteme, das Hieroglyphische und das Hieratische, sind in zahlreichen Grammatiken, Wörterbüchern und Paläographien erschlossen worden. Das Demotische ist hingegen im Bereich grundlegender Hilfsmittel für die wissenschaftliche Analyse bis zum heutigen Tag deutlich unterrepräsentiert. Insbesondere fehlt es der Demotistik an einer umfassenden Paläographie seiner Zeichenformen sowie einem auf aktuellem Forschungsstand basierenden Glossar seiner Wortschreibungen. Solche Instrumente bilden jedoch die unerlässliche Grundlage zur Entzifferung und wissenschaftlichen Bearbeitung der demotischen Texte.


Das Demotic Palaeographical Database Project wird die erste umfassende demotische Paläographie erstellen, welche nicht auf ein räumlich und zeitlich begrenztes Korpus limitiert ist, sondern unterschiedliche Textträger in ihrer chronologischen, topographischen und textsorten- sowie materialspezifischen Diversität aufnimmt und dabei sämtliche relevanten Informationen, die die Textträger bereitstellen, berücksichtigt. Durch die komplette Aufnahme der Schriftträger lassen sich vielschichtige Analyse- und Suchfunktionen generieren, mit Hilfe derer einfach und schnell eine Vielzahl an Fragestellungen zu demotisch beschrifteten Artefakten vergleichend wissenschaftlich bearbeitet werden kann. Das Projekt wird es also sowohl Demotist*innen und Ägyptolog*innen als auch Altertumswissenschaftler*innen anderer Disziplinen mit einem Interesse am demotischen Quellen ermöglichen, Texte effektiv zu datieren und zu verorten, Textfragmente einander zuzuordnen, Schreiberhände zu identifizieren und die Entwicklung der demotischen Schrift und Sprache ganzheitlich zu analysieren.

 

DFG-GEPRIS

DIGITAL HUMANITIES an der Universität Heidelberg

Pressemitteilung (en)

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 02.07.2018
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