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Heidelberger Poetikdozentur

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Die Heidelberger Poetikdozentur ist eine jeweils im Sommersemester vom Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg ausgerichtete Vorlesungsreihe, zu der ein renommierter Schriftsteller bzw. eine renommierte Schriftstellerin eingeladen ist, um in öffentlichen Vorträgen und Lesungen Einblick in den kreativen Prozess des Schreibens zu geben. In einem die Dozentur begleitenden Hauptseminar haben die Studierenden die Möglichkeit, mit dem Poetikdozenten bzw. der Poetikdozentin zu diskutieren. Die Heidelberger Poetikvorlesungen erscheinen in einer eigenen Reihe beim Universitätsverlag Winter und sind als Videoaufzeichnungen auf dem Mediaserver der Universität Heidelberg abrufbar.
1993 als Kooperation zwischen der Universität und der Stadt Heidelberg begründet wird die Poetikdozentur vom Kulturamt der Stadt unterstützt und von dem Heidelberger Ehepaar Dr. Karin und Dr. Peter Koepff gefördert. Sie ist Teil des UNESCO-Programms »City of Literature«, dem Heidelberg seit 2014 angehört.
Die Poetikdozentur wird verantwortet von Priv.-Doz. Dr. Friederike Reents (Leitung) und Prof. Dr. Andrea Albrecht (kommissarisch).

 


2019 – ULF STOLTERFOHT

Foto Stolterfoht


»Gedichte liest man nicht, um sie zu verstehen«, konstatiert Ulf Stolterfoht 2007, »sondern um das Verstehen ein bisschen besser zu verstehen«. Diese die Hermetik rechtfertigende hermeneutische Leseanleitung gilt auch für Stolterfohts eigene poetische Produktion: In seinen Gedichten und Essays gibt er immer wieder einem gegensinnigen Grundimpuls nach, der Sinnzuschreibungen herkömmlicher Art unterläuft und Sprache stattdessen als artifizielles und experimentelles Konstrukt von Buchstaben, Wörtern, Sätzen, Lauten und Bildern sicht- und hörbar werden lässt. Dabei zerlegt, montiert und rekombiniert er Fragmente, Figuren und Bilder aus den unterschiedlichsten Wissensbereichen und Textwelten. In einerseits sprachkritischer und sprachphilosophischer, andererseits avantgardistisch-experimenteller Tradition loten seine Texte auf ironisch-witzige, mitunter auch rauschhafte Weise das existentielle Verhältnis von Sprache, Ich und Welt aus, wie es für unsere Gegenwart charakteristisch ist.

Ulf Stolterfoht wurde am 8. Juni 1963 in Stuttgart geboren, studierte Germanistik, Allgemeine Sprachwissenschaft in Bochum und Tübingen und lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin. Poetikdozenturen an den Universitäten Hildesheim (2009) und Utrecht (2013), daneben immer wieder Lehrtätigkeiten an den Literaturinstituten in Leipzig, Wien, Biel und Kopenhagen. Stolterfoht ist Mitglied der Darmstädter und der Berliner Akademie, des Impro-Kollektivs Das Weibchen sowie der Lyrikknappschaft Schöneberg. Seit 2015 betreibt er den Verlag Brueterich Press: »Schwierige Lyrik zu einem sehr hohen Preis – dann ist es Brueterich Press!«

 

 

Werke (Auswahl)

 

fachsprachen XXXVII–XLV. Gedichte. Berlin (kookbooks) 2018.

was branko sagt. Ostheim/Rhön (Engstler) 2014.

Neu-Jerusalem. Gedicht. Berlin (kookbooks) 2014.

wider die wiesel. Gedichte. Mit einem Nachwort von Ulf Stolterfoht und einer Bibliographischen Notiz. Ostheim/Rhön (Engstler) 2013.

Das deutsche Dichterabzeichen. Leipzig (Reinecke & Voß) 2012.

Ammengespräche. Hg. von Urs Engeler. Berlin, Holderbank (roughbook) 2010.

das nomentano-manifest. Ostheim / Rhön (Engstler) 2009.

fachsprachen XXVIII–XXXVI. Basel, Weil am Rhein (Engeler) 2009.

holzrauch über heslach. Basel, Weil am Rhein (Engeler) 2007.

fachsprachen XIX–XXVII. Basel, Weil am Rhein, Wien (Engeler) 2005.

traktat vom widergang. Ostheim / Rhön (Engstler) 2005.

fachsprachen X–XVIII. Basel, Weil am Rhein, Wien (Engeler) 2002.

fachsprachen I–IX. Basel, Weil am Rhein, Wien (Engeler) 1998.

 

 

Übersetzungen
 

Gertrude Stein: »Winning His Way. A Narrative Poem of Poetry«. Ulf Stolterfoht: »wie man seine art gewinnt. ein erzählgedicht über dichtung«.

Basel, Weil am Rhein, Wien (Engeler) 2005.


J. H. Prynne: »Poems. Gedichte«. Übersetzt von Ulf Stolterfoht und Hans Thill. Heidelberg (Wunderhorn) 2007.


Tim Turnbull: »Es lebt! Gedichte«. Übersetzt von Norbert Hummelt, Birgit Kempker, Norbert Lange, Ulf Stolterfoht, Hans Thill und Jan Wagner. O.O. (roughradio) 2009.


Tom Raworth: »Logbuch. Gedichte«. Aus dem Englischen übersetzt von Ulf Stolterfoht. Heidelberg (Wunderhorn) 2011.

 

 

Auszeichnungen (u.a.)

 

2016 Preis der Literaturhäuser

2015 London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds

2011 Heimrad-Bäcker-Preis

2009 Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung gemeinsam mit Barbara Köhler

2008 Peter-Huchel-Preis

2007 Stipendium der Villa Massimo

2006 Alfred Gruber-Preis beim Lyrikpreis Meran

2005 Anna-Seghers-Preis

2004 Heimrad Bäcker-Förderpreis

2003 Ernst Meister-Förderpreis

2001 Christine Lavant Preis

2000 Förderpreis für Literatur des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft

2000 Hans-Erich-Nossack-Förderpreis

1994 Open Mike – Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik

 

 

 

 

Programm

 

Montag, 24. Juni 2019, 19:15 Uhr, Alte Aula:

1. Poetikvorlesung mit Ulf Stolterfoht: Methodenmann vs. Grubenzwang und mündelsichre Rübsal

 

 

 

Montag, 1. Juli 2019, 19:15 Uhr, Neue Universität, Hörsaal 13:

2. Poetikvorlesung mit Ulf Stolterfoht: Methodenmann vs. Grubenzwang und mündelsichre Rübsal

 

 

 

Freitag, 5. Juli 2019, 20 Uhr, DAI:

Ulf Stolterfoht: 20 Jahre fachsprachen. Lesung im Rahmen der Poetikdozentur

 

 

 

Montag, 8. Juli 2019, 19:15 Uhr, Neue Universität, Hörsaal 13:

3. Poetikvorlesung mit Ulf Stolterfoht: Methodenmann vs. Grubenzwang und mündelsichre Rübsal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Veranstalter:
Germanistisches Seminar der Universität Heidelberg in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Heidelberg.
 

Prof. Dr. Andrea Albrecht
andrea.albrecht@gs.uni-heidelberg.de

 

 


Die Heidelberger Poetikvorlesungen erscheinen beim Universitätsverlag Winter

 

Winter Logo Vektordaten Schwarz Und Hks42

 

Die Heidelberger Poetikdozentur wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Heidelberg.

 

 

 

 Logo Stadt Hd 2018

 

 

City Of Lit Logo 2018

 

Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren Dr. Karin Koepff und Dr. Peter Koepff.

 

Copyright Autorenfoto: Dirk Skiba

Letzte Änderung: 26.03.2019
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