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Die „Golden Chopstick Film Gala“ mit Preisverleihung findet am 16. Juli im Deutsch-Amerikanischen Institut statt. Sie beginnt um 15 Uhr.

 
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Studierende drehen Shanghai-Stummfilme im Stil der 1920er und 1930er Jahre

Pressemitteilung Nr. 75/2016
10. Juni 2016
Filmproduktion als Teil eines Seminars zur chinesischen Geschichte – Öffentliche Film-Gala mit Preisverleihung im Juli
Filmplakate

Filmplakate aus früheren Filmkursen in Edinburgh und San Diego.

Wie können Studierende die Geschichte Chinas in den 1920er und 1930er Jahren am besten nachvollziehen? Indem sie nicht nur zeitgenössische Filme untersuchen, die die damalige Gesellschaft widerspiegeln, sondern darüber hinaus selbst Filme in diesem Stil drehen. Das ist das Konzept eines innovativen Lehrangebots am Heidelberg Centre for Transcultural Studies (HCTS) der Universität Heidelberg, das der Humboldt-Gastwissenschaftler Prof. Dr. Paul Pickowicz in diesem Sommersemester anbietet. Drei Gruppen von insgesamt 25 Studierenden schreiben und drehen jeweils einen Stummfilm, der sich mit gesellschaftlichen Themen im Shanghai dieser Zeit befasst. Am 16. Juli 2016 werden die studentischen Produktionen in einer öffentlichen Gala gezeigt und von einer Jury bewertet und ausgezeichnet.

Paul Pickowicz, der als einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der modernen chinesischen Geschichte gilt und an der University of California in San Diego lehrt und forscht, ist zurzeit mit einem Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung zu Gast am HCTS. Gemeinsam mit Liying Sun, wissenschaftliche Assistentin am Institut für Sinologie, bietet er das Seminar „Chinese Silent Cinema 1920 – 1935“ für Bachelor- und Master-Studierende an. „In meinen Kursen zur chinesischen Geschichte zeige ich Filme aus Shanghai, das in den 1920er und 1930er Jahren die wichtigste Stadt Asiens und das ‚Hollywood Chinas‘ war. Diese Filme sind ein Fenster zur damaligen Gesellschaft und zeigen uns viel über die sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Themen dieser Zeit“, erklärt der Historiker. „Um meine Studierenden zu besseren Forschern zu machen, die die Filme nicht einfach nur konsumieren, lasse ich sie selbst Werke in dieser Art drehen.“

Nachdem der Wissenschaftler seinen Filmkurs auch bereits zweimal in China und einmal in Großbritannien angeboten hat, ist er mit diesem Projekt nun erstmals an einer deutschen Universität zu Gast. Auf dem Seminarprogramm stehen 15 Stummfilme aus den Jahren 1922 bis 1935, die gemeinsam angeschaut und analysiert werden. „Diese Filme kennt selbst in Shanghai kaum jemand, so dass die Überraschung über die Inhalte meist sehr groß ist“, sagt Prof. Pickowicz. Dies bestätigt Kursteilnehmerin Yizhou Wang: „Als Chinesin wusste ich nichts von diesem kulturellen Erbe, was mich richtiggehend schockiert hat“, sagt die Doktorandin der Kunstgeschichte. „Ich weiß jetzt mehr über die Kultur meines eigenen Landes.“ Themen sind unter anderen die Beziehungen zwischen den Geschlechtern, die moderne Form der Ehe, Klassenunterschiede und die Begegnung mit fremden Kulturen.

Ergänzend zur theoretischen Auseinandersetzung mit den Filmen arbeiten die drei Studierendengruppen an ihren zwanzigminütigen Werken in Schwarz-Weiß, die die Themen und Ästhetik der Stummfilme dieser Ära widerspiegeln sollen. Sie schreiben die Geschichten, treten als Schauspieler auf und produzieren selbst – inklusive Untertiteln auf Chinesisch und Englisch, Hintergrundmusik und passendem Filmplakat. „Sie dürfen zum Beispiel keinen Zoom verwenden, denn diese Technik gab es damals noch nicht“, erklärt Paul Pickowicz, der die Filme erst bei der öffentlichen „Golden Chopstick Film Gala“ am 16. Juli sehen wird. Dann werden die drei Werke vor einer Jury vorgeführt, die aus Fakultätsmitgliedern verschiedener Bereiche besteht. Nach jedem Film erklären die Filmemacher der Jury, warum ihr Werk genauso in dieser Ära hätte entstehen können. Anschließend wählt die Jury Gewinner in den üblichen Preiskategorien aus – unter anderen beste Haupt- und Nebendarsteller, beste Regie oder bester Film. Auch für Paul Pickowicz ist das immer wieder ein Erlebnis – wie auch die Arbeit mit den Heidelberger Studierenden, die zur Hälfte aus China und aus Deutschland kommen: „Die Heidelberger Kursteilnehmer sind wirklich großartig – durch sie entdecke selbst ich immer noch neue Aspekte!“

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 10.06.2016
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