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Heidelberg Zentrum
Kulturelles Erbe

Geschäftsführender Direktor
Prof. Dr. Christian Witschel
Marstallhof 4
69117 Heidelberg
06221/54 2231
christian.witschel@zaw.uni-heidelberg.de

Geschäftsführerin
Michaela Böttner, M.A.
Marstallstr. 6
69117 Heidelberg
06221/54 3615
boettner@uni-heidelberg.de

 

Forschungsprofil

Aktuelle Forschungsprojekte des HCCH

Das Reichkloster Schuttern im Früh- und Hochmittelalter

Das Kloster Schuttern gehört zur Reihe der alten und berühmten Klostergründungen im deutschsprachigen Südwesten. Seine frühe Bedeutung und sein früher Reichtum ist auch daran abzulesen, dass es Anfang des 9. Jahrhunderts in einer Aufstellung zu den vermögendsten fränkischen Abteien gezählt wurde und in dieser Hinsicht auf einer Stufe mit dem Kloster Lorsch stand.

Die Gemeinde Friesenheim, die Universitätsbibliothek Heidelberg und das Heidelberg Center for Cultural Heritage haben es sich zum Ziel gesetzt, die Klostergeschichte - zunächst im Früh- und Hochmittelalter - durch unterschiedliche Projekte sichtbarer und erfahrbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen dabei die "Virtuelle Klosterbibliothek Schuttern" und die Neugestaltung der Präsentation des Museumszentrums in Schuttern. Ausführliche Informationen finden Sie hier.

Translations and Images of Greek and Latin Inscriptions Online

Die Andrew W. Mellon Foundation hat der Universität Heidelberg (namentlich das Heidelberg Center for Cultural Heritage und das EAGLE Projekt des Seminars für Alte Geschichte und Epigraphik) in Kooperation mit der University of Cardiff (Attic Inscriptions Online), Duke University (Integrating Digital Epigraphies) und Tufts University (Perseids) Fördergelder für das Projekt Translations and Images of Greek and Latin Inscriptions Online bewilligt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Verfahren zur Erhellung des Dunkelfeldes als Grundlage für Kriminalitätsbekämpfung und -prävention am Beispiel antiker Kulturgüter (ILLICID)

Gewinne aus illegalem Handel mit Kulturgütern sind ein wichtiges Standbein der organisierten Kriminalität. Dabei bestehen Verbindungen zum Rauschgift und Waffenhandel, zur Geldwäsche sowie zur Terrorismusfinanzierung. Zurzeit gibt es weder belastbares Zahlenmaterial zum jährlichen Umfang des illegalen Handels mit Kulturgütern in Deutschland noch leistungsfähige Verfahren zur Erhebung der entsprechenden Fakten.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Berlin), das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) (Darmstadt)  und GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften (Mannheim) erforschen gemeinsam in der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Richtline "Schutz vor organisierter Kriminalität" das Dunkelfeld "Illegaler Handel mit Kulturgut in Deutschland". Dabei werden sich die Projektpartner in einem Pilotprojekt auf antike Kulturgüter aus dem östlichen Mittelmeerraum konzentrieren.

Das HCCH ist als assoziierter Partner in das Verbundvorhaben involviert und wird sich aktiv an der Dissemination der Forschungsergebnisse in die universitäre Lehre beteiligen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Multidimensionale Sicht- und Erfahrbarmachung von Kulturerbe: MUSIEKE
Entwicklung einer interdisziplinären Methodik zum Messen, Sehen und Verstehen kulturellen Wandels in realen und virtuellen Räumen

Wie gehen unterschiedliche Epochen und Disziplinen mit den Relikten der Vergangenheit um? Wie wird ein Gegenstand zum Symbol und zum Kulturerbe? Was wird sichtbar wenn Kulturerbe digitalisiert wird? Diese Fragen treiben Forscherinnen und Forscher verschiedenster Fachrichtungen um. Archäologie, Fernerkundung, Forensische Informatik, Geoinformatik und Angewandte Kulturwissenschaft arbeiten im MUSIEKE-Projekt zur Sicht- und Erfahrbarmachung von Kulturerbe. Am Beispiel der Jupiter-Gigantensäule der Römerstadt Ladenburg bearbeiten die einzelnen Institute eigene Fragestellungen, die langfristig in eine umfassende, übertragbare Methodik zur nachhaltigen Sicht- und Erfahrbarmachung von Kulturerbe einfließen sollen.

Die Jupitergigantensäule der Stadt Ladenburg ist ein Paradebeispiel dafür, wie Menschen in unterschiedlichen Epochen mit Kulturerbe umgehen. Sie wurde nämlich erst 1973 in einem antiken Brunnen in Ladenburg gefunden. Wahrscheinlich wurde sie bald nach ihrer Fertigung (ca. 200 n. Chr.) beschädigt und im Brunnen entsorgt. Die Geschichte und Hintergründe ihrer Entstehung und Entsorgung sind aber gar nicht näher bekannt. Um herauszufinden, wie die Jupitersäule den kulturellen Wandel im Umgang mit Relikten aus der Vergangenheit abbildet, sind zahlreiche Forschungsschritte notwendig. Während die HEiKA-Finanzierung als Anschub für ein größeres Folgeprojekt genutzt wird, leistet das MUSIEKE-Projekt einen Beitrag zur Stärkung der forschenden Lehre und der Lebendigkeit der Forschungspartnerschaft zwischen Heidelberg und Karlsruhe: ein interdisziplinäres Forschungsseminar mit allen beteiligten Forscher_innen im Sommersemester 2015 für Studierende beider Universitäten ist Teil des Projekts. Das ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale koordiniert die Forschungsaktivitäten, die gemeinsam mit dem Institut für Photogrammmetrie und Fernerkundung (IPF) am KIT und an der Universität Heidelberg in Kooperation mit dem HCCH, der Geo-Informatik sowie dem FCGL - Forensic Computational Geometry Laboratory  durchgeführt werden.

 

 

 

 

Weiterhin kann dass HCCH auf folgende, bereits bestehende Forschungsaktivitäten an der Universität Heidelberg aufbauen.

SFB 933

Logo Materiale Textkulturen 100x100Der SFB 933 „Materiale Textkulturen. Materialität und Präsenz des Geschriebenen in non-typographischen Gesellschaften“ leistet Grundlagenforschung im Bereich des schriftlich überlieferten Kulturerbes. Dem SFB 933 „Materiale Textkulturen“ gehören derzeit etwa 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 20 Disziplinen an. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen schrifttragende Artefakte aus Gesellschaften, in denen keine Verfahren der massenhaften Produktion von Geschriebenem verfügbar oder verbreitet sind (‚non-typographisch‘). Dazu gehören z. B. religiöse Texte auf Rezitationsrollen im Alten Ägypten, mit Keilschrift beschriebene Tontafeln aus Mesopotamien, Schriftzeichen an mittelalterlichen Bauwerken oder buddhistische Inschriften auf Steintafeln. Quellen dieser Art werden vor Allem nach ihrer materialen Präsenz in einem bestimmten Raum- und Handlungszusammenhang befragt:

  • Wo war Geschriebenes in welcher Form vorhanden?
  • Wer hatte Zugang dazu?
  • Wie wurde an, mit oder infolge von diesem Geschriebenen gehandelt und inwieweit waren diese Praktiken der Rezeption durch die ‚Materialität‘ und ‚Präsenz‘ der schrifttragenden Artefakte beeinflusst?

 
Die auf diese Weise ermittelten ‚materialen Textkulturen‘ liefern wichtige neue Hinweise auf Bedeutungszuschreibungen an das Geschriebene in vergangenen und gegenwärtigen non-typographischen Gesellschaften.
Der SFB 933 „Materiale Textkulturen“ will langfristig eine theoretisch breit fundierte, methodisch vielfältige und inter- bzw. multidisziplinär verfasste ‚Textwissenschaft vergangener Gesellschaften‘ etablieren. Dabei wird er als ‚geisteswissenschaftliches Experimentallabor‘ dienen, in dem Prämissen, Erkenntnisinteressen, Gegenstandsbereiche und Methoden, die gewöhnlich getrennt voneinander operieren, kreativ miteinander kombiniert werden, um neue Forschungsfelder, verbesserte analytische Verfahren und signifikanten Wissensgewinn zu generieren.

[Homepage]
 

Forschungsprofil der Mitglieder des HCCH

Aufbauen kann das HCCH ebenfalls auf die aktive Forschungstätigkeit der Mitglieder des Verbunds im Bereich Kulturelles Erbe. Im Folgenden eine kleine Auswahl:

SemArch – Semitisches Tonarchiv

(Abteilung Semitistik, Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients)

Der Zweig der Semitistik, der sich mit den lebenden, also nicht nur über das Medium Schrift überlieferten Sprachen und Dialekten beschäftigt, steht einem unauflöslichen Dilemma gegenüber: Der Gegenstand seines Interesses zerrinnt ihm förmlich zwischen den Händen; durch die Entwicklungen der modernen Technik, der Bildung, der Ausbreitung von elektronischen Medien, der erhöhten Mobilität und nicht zuletzt durch kriegerische Auseinandersetzungen und Verfolgungen sind viele Sprachgemeinschaften drastisch im Rückgang begriffen oder bereits akut vom Aussterben bedroht. Das Gebot der Stunde besteht also darin, diese Sprachen und Dialekte zu dokumentieren, bevor sie endgültig verschwunden sein werden. Vor allem das Aramäische, das vor nicht einmal hundert Jahren noch in einer Vielzahl von Varianten in weiten Teilen des Vorderen Orients gesprochen wurde, ist heute fast ausgestorben. Aber auch zahlreiche arabische Dialekte - vor allem an den Rändern oder außerhalb der arabischen Welt - sind unmittelbar bedroht. SemArch ist ein Projekt zur digitalen Archivierung von Tonaufnahmen semitischer Sprachen und Dialekte und deren Publizierung im Internet. Sämtlich noch erhaltene Tonaufnahmen, die in zahlreichen, insbesondere durch die DFG geförderten Forschungsprojekten entstanden sind, sollen durch zentrale, digitale Archivierung an der Universität Heidelberg vor dem Verlust bewahrt werden und durch Publizierung im Internet allen Lehrenden und Forschenden im Bereich der Semitistik und Sprachwissenschaft zur Verfügung gestellt werden. Mehr

Online Egyptological Bibliography (OEB); vormals: AIGYPTOS

(Ägyptologisches Institut)

In der Datenbank werden Monographien und Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelbänden einzeln bibliographisch aufgenommen, mit abstracts versehen und fachspezifisch, detailliert und systematisch verschlagwortet, um eine der individuellen Fragestellung angepasste Recherche zu ermöglichen. Neben dem ägyptologischen Kernbereich sind auch die Gebiete Koptologie und Nubiologie/Meroitistik vertreten.
Ziel des Projektes ist die Zusammenführung der Bestände und Suchoptionen beider Datenbanken, wodurch ein die gesamte ägyptologische Fachliteratur von 1822 bis heute umfassendes Rechercheinstrument entstehen wird, zumal auch die Bibliographie Altägypten (BA) von Christine Beinlich-Seeber bereits in die OEB integriert ist. Mehr

Epigraphische Datenbank Heidelberg

ADW Athene 100x100Die „Epigraphische Datenbank Heidelberg“ beinhaltet die Texte der lateinischen und bilinguen (v.a. lateinisch-griechischen) Inschriften des römischen Reiches. Die epigraphischen Zeugnisse werden auf Grundlage aktueller Forschungsergebnisse erfasst und aktualisiert. Mit Hilfe der hier zur Verfügung gestellten Suchfunktionen können gezielte Abfragen – etwa nach bestimmten Wörten in Inschriftentexten und/oder bestimmten Metadaten – durchgeführt werden. Die Suchergebnisse werden vielfach zusammen mit Fotos oder Zeichnungen präsentiert.
Der geographische Fokus liegt auf den Provinzen des römischen Reiches. Der Bestand wird kontinuierlich erweitert.
Das Forschungsprojekt setzt sich zusammen aus den drei Teildatenbanken

  • Epigraphische Text-Datenbank (letzte Änderungen)
  • Epigraphische Fotothek (letzte Änderungen)
  • Epigraphische Bibliographie (letzte Änderungen)

Eine vierte Teildatenbank zur Erfassung der geographischen Koordinaten befindet sich derzeit im Aufbau. Mehr

Computergestützte Erkennung und Analyse mittelalterlicher Rechtsgebärden in transkulturell vergleichender Perspektive

(Institut für Europäische Kunstgeschichte, HCI)

Diese Projekt soll dem besseren Verständnis der Absicht und des Ursprung legaler Gesten in mittelalterlichen Manuskripten dienen. Der Ansatz stützt sich auf vier illustrierte Manuskripte von Eike von Regows Sachsenspiegel, eine der ältesten erhaltenen Schriften über das deutsche Recht. Mehr

Europeana Network of Ancient Greek and Latin Epigraphy

(Institut für Alte Geschichte und Epigraphik)

Das Europeana Network of Ancient Greek and Latin Epigraphy (EAGLE-Projekt) ist ein von der Epigraphischen Datenbank Heidelberg in Kooperation mit zahlreichen europäischen Partnern betriebenes Projekt zur Koordination von Epigraphischen Datenbanken und zur Digitalisierung des Bildmaterials zu den Inschriften aus dem Imperium Romanum. Das Projekt wird die große Mehrheit der noch vorhandenen Inschriften der Antiken Welt der Öffentlichkeit zugänglich machen, komplementiert mit essenziellen Informationen und einer Übersetzung ins Englische. Mehr

3D Modelle

(Institut für Klassische Archäologie)

Mit Hilfe des Computers besteht die ausgezeichnete Möglichkeit, antike Bauten, die längst zerstört sind, anschaulich nachzubilden und ihre Architektur und urbanistische Einbettung besser verständlich zu machen. Vor allem der räumliche Zusammenhang von Einzelbauten sowie die unterschiedliche Wirkung von Baustrukturen aus verschiedenen Perspektiven werden so deutlich. Mehr

Computer Vision Group

(Heidelberg Collaboratory for Image Processing)

Die Computer Vision Group verknüpft in ihren Forschungsprojekten vielfältige interdisziplinäre Forschungsansätze miteinander.

Isaak Babel: Die Prosa. Neue vollständige, kommentierte deutsche Übersetzung in einem Band

(Slavisches Institut)

Am Lehrstuhl für Slavische Literaturwissenschaft des Slavischen Instituts der Universität Heidelberg wird eine neue vollständige, kommentierte deutsche Ausgabe der Prosa von Isaak Babel vorbereitet. Sie wird unter der Herausgeberschaft von Urs Heftrich und Bettina Kaibach, in enger Abstimmung mit Peter Urban, im Carl Hanser Verlag erscheinen. Peter Urbans viel gelobte Übersetzung der Reiterarmee wird durch Bettina Kaibachs Neuübersetzung von Babels umfangreichem übrigen Prosawerk, einschließlich der Geschichten aus Odessa, ergänzt. Mehr

Projekt ArchEye- der Quadrokopter als Auge des Archäologen

(Institut für Ur- und Frühgeschichte, IWR, HGS MathComp, Transcultural Studies)

Projekt zur Verbesserung von Luftaufnahmen bei archäologischen Grabungen durch den Bau eines neuartigen Fluggeräts, dem Quadrokopter. Mehr

Forschungsstelle: Handschriften aus alevitischen Familienarchiven

(Abteilung Islamwissenschaft)

Im Rahmen der Forschungsstelle werden in erster Linie handschriftliche Quellen aus alevitischem Privatbesitz bearbeitet, die vorwiegend aus religiösen Schriften, ritualrelevanten Aufzeichnungen und Gedichtsammlungen bestehen. Einige dieser Schriften sind individuelle Aufzeichnungen, die oral tradierte Inhalte erstmalig schriftlich fixieren und somit keiner direkten schriftlichen Vorlage entstammen. Daneben finden sich Abschriften bisher unbekannter religiöser Texte des Alevitentums, aber auch Kopien bekannter dîvân-Werke oder religiöser Traktate. Mehr

 

 

 

Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 09.09.2016
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