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„Marsilius kontrovers“: Wissenschaftler stellen sich der Debatte um die Leihmutterschaft

Pressemitteilung Nr. 165/2016
21. November 2016
Marsilius-Kolleg startet neue Veranstaltungsreihe – Erste Podiumsdiskussion findet am 24. November statt

Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Leihmutterschaft: Der ver-/ge-mietete Körper“ startet das Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg eine neue Veranstaltungsreihe, die unter dem Titel „Marsilius kontrovers“ gesellschaftlich relevante Fragen der interdisziplinären Forschung stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit rücken will. Kooperationspartner ist die Rhein-Neckar-Zeitung. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung diskutieren Experten der Medizinischen Psychologie, der Kulturwissenschaften und der Rechtswissenschaften über individuelle und gesellschaftliche Herausforderungen, die sich ergeben, wenn Frauen Kinder für „Dritte“ austragen. Die Diskussionsrunde findet am Donnerstag, 24. November 2016, im Hörsaal des Marsilius-Kollegs, Im Neuenheimer Feld 130.1, statt und beginnt um 18 Uhr.

Wie sieht die Praxis von Leihmutterschaften in unterschiedlichen Ländern derzeit aus? Welche rechtlichen, kulturellen, psychologischen und ökonomischen Probleme bringt diese Praxis für alle Beteiligten mit sich? Wie kann und soll die Gesellschaft darauf reagieren? Der Diskussion rund um das Thema Leihmutterschaft stellen sich Prof. Dr. Beate Ditzen, Direktorin des Instituts für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg, die Kulturwissenschaftlerin und Ethnologin Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider von der Humboldt-Universität zu Berlin und Prof. Dr. Marc-Philippe Weller, Direktor des Instituts für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht der Universität Heidelberg.

Wie die Organisatoren der Podiumsdiskussion hervorheben, berichtet schon das Alte Testament von der Leihmutterschaft. Die moderne Fortpflanzungsmedizin verhilft dieser Möglichkeit, ungewollt kinderlosen Paaren den Kinderwunsch zu erfüllen, zu neuer Attraktivität. Damals wie heute sind damit jedoch psychologische, ethische und rechtliche Schwierigkeiten verbunden. In Deutschland und in den meisten europäischen Staaten ist Leihmutterschaft nach wie vor verboten, während in einigen Ländern die Möglichkeit einer altruistischen, das heißt unentgeltlichen Leihmutterschaft besteht. Kommerzielle Leihmutterschaften sind dagegen nur in wenigen Ländern erlaubt. Nationale Verbote stoßen dabei schnell an Grenzen und befördern einen internationalen „Reproduktionstourismus“. „Die Auswirkungen für die Betroffenen auf individueller ebenso wie auf gesellschaftlicher Ebene sind weitgehend unerforscht – die moderne Medizin enteilt sowohl dem Menschen als auch der Gesellschaft“, so die Initiatoren dieser ersten „Marsilius kontrovers“-Veranstaltung.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 21.11.2016
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