Forschungsprojekte
Im demografischen Wandel rückt das Bild, das Gesellschaften von älteren Menschen haben, immer stärker in den Fokus von Forschung, Politik und Praxis. Sowohl positive als auch negative Einstellungen, stereotype Vorstellungen und die emotionale Haltung gegenüber dem Alter beeinflussen nicht nur das gesellschaftliche Miteinander, sondern haben unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensqualität älterer Menschen, die Gestaltung von Gesundheits- und Sozialsystemen sowie die Attraktivität von Berufen mit älteren Menschen. Vor diesem Hintergrund verfolgt das vorliegende Projekt das Ziel, zentrale Messinstrumente zur Erfassung von Altersbildern in fünf kulturell diversifizierten Ländern – Deutschland, Griechenland, China, Russland und der Türkei – einer umfassenden Validierung zu unterziehen und anschließend in einer vergleichenden Studie länderü-bergreifende Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu analysieren. Die Ergebnisse ermöglichen nicht nur ein tieferes Verständnis der kulturellen Determinanten von Altersstereotypen, sondern tragen zugleich dazu bei, gesellschaftliche Reflexionsprozesse über bestehende Altersbilder anzuregen und die Sensibilität für altersbezogene Einstellungen zu erhöhen. Darüber hinaus liefern sie praxisrelevante Erkenntnisse für die Gestaltung von Bildungs- und Personalentwicklungsprogrammen in Gesundheitsberufen sowie für die Entwicklung interkultureller Politikansätze im Umgang mit einer alternden Bevölkerung. Das Projekt verbindet psychometrische Methodik, kulturvergleichende Sozialpsychologie sowie angewandte Gerontologie und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Fundierung von Maßnahmen, die ein wertschätzendes und inklusives Bild des Alters fördern.

Das Projekt ist ein wissenschaftliches Teilprojekt in Kooperation mit dem Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO), der als Dachverband der Amateurmusik in Deutschland seit 2022 Akteur der Nationalen Demenzstrategie ist und in diesem Rahmen das Förderprogramm „Länger fit durch Musik“ betreut. Neben der Förderung von Projekten zum demenzsensiblen Musizieren leistet das Programm Aufklärungsarbeit und erforscht unter wissenschaftlicher Begleitung und auf Basis der Praxiserfahrungen der Ensembles die Bedarfe und Möglichkeiten für die Amateurmusik insgesamt.

Identification of early signs of dementia among family, friends and communities plays a very important role in early diagnosis.
Supporting early detection encompasses public education programs and good access to information (Alzheimer's Disease International 2011).
Link zur Projekthomepage: DE-SIGN
Das GECONEU-Projekt hat das Ziel, ein Online-Lernprogramm zum Thema „Genetische Beratung“ für Studierende zu entwickeln. Das Programm soll dazu beitragen, dass sowohl die Ziele genetischer Tests als auch der Nutzen genetischer Beratung besser verstanden werden – sowohl auf individueller Ebene als auch in der Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Integration gesellschaftsrelevanter Faktoren, indem Familien von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen in die Entwicklung des Programms eingebunden werden. Dadurch wird nicht nur ihre Sichtbarkeit gestärkt, sondern auch ihr Wissensstand über genetische Beratung und Tests erhöht.
Link zur Projekthomepage: GECONEU
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Das PACo-Projekt untersucht die Auswirkungen körperlicher Aktivität auf die kognitive und körperliche Gesundheit im Erwachsenenalter und Alter. Ziel des Projektes PACo (Physical Activity and Cognition in Middle and Late Adulthood: Insights from National Cohort Studies and Mobile Sensing Using Machine Learning) ist es, eine strategische Kooperation zwischen dem KIT (Prof. Beigl, Prof. Ebner-Priemer, Prof. Stiefelhagen) und der Universität Heidelberg (Prof. Bauer; Prof. Steib; Prof. Wrzus) aufzubauen. Geplant ist die Vorbereitung eines gemeinsamen DFG-Graduiertenkollegs zum Thema "Körperliche Aktivität und kognitive Leistungsfähigkeit im mittleren und höheren Erwachsenenalter". Das Projekt wird im Rahmen der Heidelberg Karlsruhe Strategic Partnership (HEiKA-STAR) für zwei Jahre gefördert.
Link zur Projekthomepage: Thats HEICA
Veränderung von Affektdynamiken im Alltag sehr alter Erwachsener: Die Rolle von Vulnerabilitäten, aber auch Stärken.
Dieses Forschungsvorhaben untersucht emotionale Erfahrungen im sehr hohen Alter (80+), wobei aus einer lebensspannenpsychologischen Perspektive das Zusammenspiel von Vulnerabilitäten und Stärken im Alltag betrachtet wird. Hochaltrige Personen aus Berlin, Heidelberg und Luxemburg (N = 360) werden über einen Zeitraum von 18 Monaten mehrfach befragt. Zu den ersten drei Messzeitpunkten nehmen die Teilnehmenden zusätzlich an einer einwöchigen Ecological-Momentary-Assessment-Erhebung teil, in der sie mehrmals täglich über ihre Emotionen und Stressreaktionen im Alltag berichten. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis der Affektdynamiken, des Stresserlebens und der Bewältigungsprozesse im sehr hohen Alter zu gewinnen.
Projekt: Smartes Altern im kommunalen Kontext: Untersuchung intelligenter Formen von Selbstregulation und Ko-Regulation unter Realbedingungen (SMART-AGE). In diesem interdisziplinären Projekt, das von der Universität Heidelberg koordiniert wird, untersuchen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Medizin, Psychologie, Soziologie, Sportwissenschaft, Informatik und weiterer Disziplinen die Rolle vernetzter intelligenter Assistenzsysteme für die Lebensqualität im Alter. Ziel des Projekts ist ein besseres Verständnis der Voraussetzungen und Potentiale einer erfolgreichen Nutzung digitaler Assistenzsysteme im höheren Alter. Die eingesetzten Assistenzsysteme dienen u. a. der sozialen Vernetzung, der Abfrage von Gesundheitsinformation, dem Erhalt bzw. der Steigerung körperlicher Fitness sowie der Unterstützung bei eingeschränkter physischer Funktionalität durch ein Exoskelett.
Link zur Projekthomepage SMART AGE
Das Programm „TRIALOG-Demenz“ zielt darauf ab, eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen im Großraum Heidelberg/Mannheim zu bieten. Es umfasst wöchentliche Seminare zu Themen wie Prävention, Diagnose, Therapie, herausforderndes Verhalten und Stressbewältigung. Diese Seminare bilden die Grundlage für Angehörigengruppen, in denen die Pflegebelastung verringert und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz sowie ihrer Angehörigen verbessert werden sollen. Ein zentraler Ansatz des Programms ist der „Trialog“, ein gleichberechtigtes Gespräch zwischen Menschen mit Demenz, pflegenden Angehörigen und Therapeuten, das bereits in der Borderline-Therapie erfolgreich etabliert wurde. Ziel ist es, den Austausch und das Vertrauen zu fördern und den Angehörigen die Unterstützung und das Wissen zu vermitteln, die sie benötigen, um ihre Pflegeaufgaben besser zu bewältigen.

Derzeit beschäftigen sich sechs (Post-)Graduierte mit selbstgewählten Projekten zum Thema Alter(n). Die Nachwuchswissenschaftler kommen aus verschiedenen Disziplinen, die von Psychologie, Epidemiologie, Gerontologie, Musikwissenschaft bis zur Sportwissenschaft reichen.
Das Projekt „KI-gestützte Sprachassistenz für ältere Menschen mit und ohne Behinderung: Alltagsvalide Messung unter Einbezug automatisierter Emotions- und Spracherkennung“ untersucht, wie ältere Menschen mit KI-basierten Systemen zur Sprachassistenz, wie z. B. Amazon Alexa, umgehen, wie die Nutzung emotional erlebt wird und welche Chancen und Herausforderungen dadurch für die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe entstehen. Dabei werden ältere Menschen mit und ältere Menschen ohne kognitive Behinderung betrachtet.
Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Bundesministerium für Gesundheit
Laufzeit 2024-2025
Thema I Mitarbeit im Projekt des BMCO, wissenschaftliche Begleitung: Demenzwissen, Einstellung zu Demenz, Selbstvertrauen in der Pflege von Men
schen mit Demenz und kognitive Reserve unter Amateurmusizierenden.
